Kapitel Tetzner beendet – Sven Arnt rückt als Nr. 4 für WfU in den Rat: „Hätte das Mandat lieber anders bekommen“

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Sven Arnt, Ratsmitglied der WfU-Fraktion. (Foto Privat)

Die bislang dreiköpfige Ratsfraktion von „Wir für Unna“ (WfU) ist jetzt zu viert – wie sie es nach der Kommunalwahl im Herbst letzten Jahres auch eigentlich hätte sein sollen.

Sven Arnt ist aufgrund seines Listenplatzes in den Stadtrat eingezogen, nachdem das Kapitel Tetzner schlussendlich beendet war. Hintergrund: Christoph Tetzner war bei der Kommunalwahl für WfU als Nr. 4 in den Rat eingezogen, hatte jedoch noch vor der konstituierenden Sitzung WfU verlassen und sein Mandat mitgenommen. Er schloss sich mit Petra Weber von der LINKEN zur LINKE.plus zusammen.

Erst vor wenigen Wochen wurde ihm sein Ratsmandat dann entzogen, da sich Tetzner schon seit Monaten nicht mehr in Unna aufhielt, sondern seinen Erstwohnsitz nach Griechenland verlegt hatte. Wir berichteten.

„Ich habe dann am Mittwoch, den 27.07.22, erklärt, dass ich mein Ratsmandat für WfU annehme“, teilte der Polizeibeamte Sven Arnt nunmehr an diesem Wochenende mit.

„Übrigens hat es so lange gedauert, weil wir über mehrere Wochen wegen dieses Mandates vom Büro des Bürgermeisters nie offiziell benachrichtigt wurden.

Ich habe bis heute keine Post bekommen, angerufen hat auch keiner und eine E Mail habe ich nur auf meine Anfrage erhalten, wie es mit der Vergabe des Mandates weitergeht (ich hatte vorher nie einen Ratssitz). Es waren am Ende mehrere aktive Anfragen der Fraktion erforderlich.

„Letztlich bin ich dann in meiner Mittagspause selbst zum Rathaus gegangen, um meine Unterschrift abzugeben. Schon fast peinlich, wenn man quasi selbst hinter dem Mandat herlaufen muss, dass einem per demokratischer Wahl zugeteilt wurde.“

Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir eine Minderheit im Rat sind„, schätzt der frischgebackene Ratsherr nüchtern.

„Ich finde es schade und auch für das Ansehen solcher Aufgaben schädlich, dass es im Vorfeld derart viel Eigennutz und sogar strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben hat.

Ein Mandat, das einem per Wahl zufällt, wie auch ein Amt, sind Auftrag und Verpflichtung. Und so sollte man diesen Aufgaben auch gerecht werden.

Was für ein Bild wird da dem eigentlichen Souverän gegenüber, nämlich den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, abgegeben. Unsere Fraktion hat versucht, das zumindest irgendwie wieder auszugleichen, und hat alle möglichen und notwendigen rechtlichen Schritte eingeleitet.

Ich hätte dieses Mandat lieber auf andere Art bekommen.“

Wolfgang Ahlers habe auf seinen Platz verzichtet aus Gründen, die er gut nachvollziehen könne, so Arnt.

„Ich empfinde es trotzdem als Verlust, dass er mit seiner Erfahrung nicht mehr aktiv im Rat mitarbeiten möchte.

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert, sonst gehen bald noch weniger Menschen zur Wahl oder wollen sich über persönliches Engagement in Bürgerinitiativen einbringen.

Er werde sich mit seinen Kolleginnen (Ingrid Kroll, Margarethe Strathoff, Bärbel Risadelli) alle Mühe geben, „endlich zu guten und konstruktiven Ergebnissen im Rat zu kommen“.

„Und ich hoffe, dass Sie als Mitbürgerinnen und Mitbürger aktiv an der Mitgestaltung unserer Gemeinde mitarbeiten, es lohnt sich, finde ich. ❤️ Unna #heimat“

3 KOMMENTARE

  1. Ich denke, kein Schwein interessiert sich noch für die Politik in Unna. Weil alle die Schnauze voll haben. Das verspricht für die Zukunft nichts Gutes.

    • Zum Glück interessieren sich reichlich Menschen für die Politik in Unna, unter anderem dieser junge Mann, der sich mit seinem persönlichen Einsatz einbringt statt sich hinter einem Pseudonym versteckt daheim auf der Couch mit destruktiven und hasserfüllten Bemerkungen zu beschäftigen.

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