Wirtschaft leidet unter Rohstoffknappheit und Energiepreisen- Dramatische Lage im Gastgewerbe

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v.l.: Michael Bergmann (Hauptgeschäftsführer IHK Mittleres Ruhrgebiet), Heinz-Herbert Dustmann (Präsident IHK zu Dortmund) und Stefan Schreiber (Hauptgeschäftsführer IHK zu Dortmund) Bildnachweis: IHK zu Dortmund/ Stephan Schütze

Die Wirtschaft im Westfälischen Ruhrgebiet zeigt sich zu Jahresbeginn in einer verhaltenen Stimmung. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK zu Dortmund, an der insgesamt 148 Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna mit rund 24.000 Beschäftigten teilgenommen haben.   

Mit gut und befriedigend sehen 86 Prozent ihre derzeitige Geschäftslage etwas positiver als die befragten Unternehmen im Ruhrgebiet (84 Prozent). Vor einem halben Jahr waren es noch 92 Prozent (Ruhrgebiet: 87 Prozent). Hoffnungsvoll sehen neun von zehn Betrieben ihre zukünftige Geschäftslage (Ruhrgebiet: 84 Prozent) Im Vergleich: Im Herbst waren es 82 Prozent (Ruhrgebiet: 86 Prozent) und im Vorjahr 75 Prozent (Ruhrgebiet: 73 Prozent).   

Die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für knapp zwei Drittel aller Unternehmen das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung (Herbst 2021: 60 Prozent). Im Handel liegt dieser Anteil bei 63 Prozent und in der Industrie sogar bei 84 Prozent. Unterm Strich bilanzieren 56 Prozent der Unternehmen, dass sie in erheblichem Umfang von Preisanstiegen betroffen sind.  

Der Mangel an Vorleistungen, insbesondere Halbleiter, elektronische Bauteile, Baumaterialien, Metalle, Chemikalien und Papier, hat sich zu einer wesentlichen Bremse für den Aufschwung entwickelt. 71 Prozent der Unternehmen berichten von Lieferschwierigkeiten. Im Handel sehen sich 88 Prozent der Betriebe mit diesen Herausforderungen konfrontiert. In der Industrie sind es 79 Prozent der Unternehmen, die unter Knappheiten leiden.  

Zu den weiteren Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung zählt der Fachkräftemangel.  63 Prozent aller befragten Unternehmen sehen sich davon betroffen. Insbesondere die Dienstleistungsbranche berichtet über fehlende Fachkräfte (69 Prozent), gefolgt von Handel (63 Prozent) und Industrie (58 Prozent).  

Dramatisch stellt sich die Situation gegenwärtig im Gastgewerbe dar: Sieben von zehn Unternehmen geht es eigenen Angaben zufolge schlecht, bei der Herbstumfrage 2021 war nur ein Drittel so pessimistisch. Fast zwei Drittel der Gastronomen melden verringerte Umsätze, was in erster Linie auf das stark eingeschränkte Weihnachts- und Silvestergeschäft zurückzuführen sein dürfte.

Fast folgerichtig ist die aktuelle Finanzlage auch nur bei gut einem Fünftel der Betriebe im Gastgewerbe unproblematisch. Gut sechs von zehn Unternehmen melden hingegen einen Rückgang des Eigenkapitals und rund zwölf Prozent sind sogar von einer Insolvenz bedroht. Für die kommenden Monate geht fast jeder dritte Gastronomiebetrieb sogar von einer noch schlechteren Geschäftslage aus.  

Quelle IHK

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