Stadt weist Vorwürfe des KJEC entschieden zurück

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Rathaus Unna. /Archivbild Rinke

Zum Bericht über die Vorwürfe des Eishockeyclubs KJEC, die Stadt Unna rechne die Kosten für die Traglufthalle bewusst hoch, erreichte uns am Nachmittag folgende Stellungnahme aus dem Unnaer Rathaus.

Die fälschlicherweise erhobenen Vorwürfe in Unnaer Medien, die Verwaltung habe die Kosten für den Bau einer Traglufthalle künstlich hochgerechnet bzw. sich verrechnet, weist die Stadt Unna mit aller Entschiedenheit zurück.
Der Königsborner JEC (KJEC) in Person des Vorsitzenden Michael Weber hatte in einem Schreiben an einzelne Fraktionen der Stadt Unna vorgeworfen, die Baukosten für die Traglufthalle am Standort Massen bewusst falsch berechnet zu haben. Da das Schreiben des KJEC der Stadt nicht vorliegt, nimmt die Stadt Bezug auf die Berichterstattung in den Medien. 

Zu dem Vorwurf, die Stadt habe mit einem teureren Angebot für den Rohbau und die Bodenplatte gerechnet und dadurch 326.000 Euro an Mehrkosten verursacht:

Mit Email vom 12. August 2021 hat der KJEC seine Unterlagen eingereicht. Angehängt war unter anderem eine Tabelle mit den Gesamtkosten. Unter der Position Rohbau und Bodenplatte veranschlagt der KJEC 926.000 Euro. Tatsächlich liegt aber der gleichen Mail nur ein Angebot für den Rohbau und die Bodenplatte eines ortsansässigen Unternehmens in Höhe von 1,288 Millionen Euro netto bei. Mit Email vom 16. August 2021 dankt der Erste Beigeordnete Jens Toschläger dem KJEC für das Zahlenwerk und fragt nach, welche Grundrisse den eingereichten Unterlagen zugrunde liegen. Am gleichen Tag übermittelte der KJEC-Vorsitzende Michael Weber, einen Grundriss mit etwas verkleinerten Abmessungen und dem Hinweis, dass dieser Grundriss die Grundlage für die Berechnungen sei.
Eine weitere Kostenschätzung nach der Überarbeitung des KJEC ist bei der Stadt Unna aber nicht eingegangen.

Zu dem Vorwurf, die Stadt habe für das Tragluftdach, die Eistechnik und die Ausstattung willkürlich Kosten in Höhe von 2.950.200 Euro berechnet, statt der 1.925.550 Euro aus dem Konzept des KJEC:

Die Verwaltung hat  in ihrer öffentlichen Präsentation der Kostenschätzung bis Seite 13 ihrer Berechnung die Zahlen des KJEC zugrunde gelegt und dabei ausgeführt, dass das ehrenamtliche Engagement des KJEC sehr lobenswert sei, aber ehrenamtliches Engagement hier und da an seine Grenzen stoße. „Wir haben für die Verifizierung der Kosten des KJEC in der Sitzung des Rates vom 04.11.2021 nur die wesentlichen Punkte aufgezeigt, um darzustellen, dass kostenintensive Positionen nicht berücksichtigt wurden. Um nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden bewusst jemanden vorführen, haben wir dann auf Grundlage der Grundrisse des KJEC unter Zuhilfenahme der üblichen Methoden eine eigene Grobkostenschätzung vorgenommen“, sagt Jens Toschläger. Diese weicht selbstverständlich von den Kosten des KJEC ab.

Zu dem Vorwurf, die Stadt habe Kosten für die Eisbahn und den Eishobel doppelt angesetzt:

Bei der Berücksichtigung der Kostenkennwerte aus der Fachliteratur wurde durch die Verwaltung ein Abschlag für diese Positionen eingerechnet, für die der KJEC ein Angebot vorgelegt hat. Diese Abschläge sind der öffentlichen Präsentation (s. S. 22 ff) zu entnehmen.

Zu dem Vorwurf, die Stadt habe den KJEC schlecht aussehen lassen, weil sie entgegen der Berechnung des Eishockeyclubs die Mehrwertsteuer eingerechnet habe.

Der KJEC wird nicht Bauherr dieser Halle, sondern nach dem bisherigen Modell die Stadt. Und die Stadt ist gezwungen, die Mehrwertsteuer einzurechnen. Nur weil Kosten nicht aufgezeigt werden, heißt es nicht, dass sie nicht dennoch anfallen. Schließlich ist die Verwaltung ihren Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet, die wahren und vor allem durch Fachleute ermittelten Kosten darzustellen, um so letztendlich auch der Politik eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

Zu dem Vorwurf, die Stadt ändere nachträglich die Aufgabenstellung:

Es ist keine Aufgabenstellung verändert worden. Da das komplette Projekt aber zu Lasten der Stadt geht, sind auch alle Kosten aufzuzeigen. Dazu gehören selbstverständlich auch Kosten für die Außenanlagen und auch für die Baunebenkosten.

Die Stadt Unna ist sehr enttäuscht über das Vorgehen des KJEC. Unnas Erster Beigeordneter Jens Toschläger hat mit seinen Mitarbeitenden und externen Fachplanern inzwischen drei Mal für die unterschiedlichsten Ideen die Kosten für eine Eishalle berechnet. Sämtliche Kostenschätzungen bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung und können mit Blick auf andere Projekte, die in 2021 fertiggestellt worden sind (Eissporthalle Benrath) und eine vergleichbare Größenordnung aufweisen, als angemessen angesehen werden.
„Auch wenn viel Herzblut in die Projekte seitens der Ehrenamtler investiert wird, muss man vielleicht auch akzeptieren, dass eine Eissporthalle nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist“, so Toschläger abschließend.

1 KOMMENTAR

  1. Am 12 August eingegangen und nahezu Drei Monate später nicht in der Lage Defizite zu klären, nachzufragen oder nochmals nachzurechnen
    Das zeigt doch noch deutlicher das im Rathaus kein Wille da ist
    In den unzähligen Konzepten wird nur noch nach dem Haar in der Suppe gesucht
    Anstatt sich mal richtig nach drei Jahren damit zu befassen und sich klar werden was man will und wie man es umgesetzt bekommen kann

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