Fische klettern Treppchen: Ruhr bei Fröndenberg wird komplett ökologisch durchgängig

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(von links) Olaf Brontz, Projektleiter Matthias Stephan und Geschäftsführer Alexander Loipfinger von den Stadtwerken vollzogen den symbolischen ersten Spatenstich mit Mitarbeitern der Baufirma Altbrod. (Foto Stadtwerke Fröndenberg-Wickede)

Forellen, Aale, Barben und weitere Arten der Ruhr können sich wwieder in alle Richtungen bewegen und werden nicht durch menschliche Bauwerke gestört:

Die Ruhr zwischen Wickede und Fröndenberg ist bald komplett ökologisch durchgängig für Fische. Dafür sorgen die Stadtwerke Fröndenberg Wickede mit einem naturnahen Gerinne und der letzten sogenannten Fischtreppe in diesem Abschnitt.

Die Baumaßnahme betrifft das Hauptwehr, direkt am Naturschutzgebiet Kiebitzwiese im Süden von Fröndenberg-Westick. Der erste Spatenstich erfolgte am Montag, bis Ende April 2022 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Aufgrund des großen Höhenunterschieds von 5,83 Metern ist der eigentlichen Fischtreppe ein 1,1 km langes naturnahes Gerinne vorgelagert, das sich über die Kiebitzwiese schlängelt. An dessen Ende liegt die Fischtreppe selbst mit 34 „Stufen“, die den Fischen helfen, eine Höhendifferenz von jeweils 11 cm zu überwinden.

„Ohne technische Hilfe ist es den Fischen nicht möglich, an einem Wehr vorbeizukommen. Mit der neuen Treppe können sie sogar ohne Probleme wieder stromaufwärts schwimmen. Damit kommen sie an allen unseren Wehren vorbei“,

erklärt Projektleiter Matthias Stephan von den Stadtwerken Fröndenberg Wickede.

Durch das neue Bauwerk fließen 400 Liter Wasser pro Sekunde. Da diese Menge im Hauptwehr fehlen würde, wird parallel zur Treppe noch eine 150 kW starke Wasserkraftschnecke verbaut. Sie nutzt einen zusätzlich umgeleiteten Durchfluss von 3.400 Litern je Sekunde energetisch und erzeugt damit Strom.

Durch diese letzte Maßnahme, mit einem Invest von mehr als 1 Mio Euro, erfüllen die Stadtwerke die EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der in allen Gewässern eine vollständige ökologische Durchgängigkeit gewährleistet sein muss.

Für die Bauarbeiten wurde ein bestehender Feldweg zur Baustraße ertüchtigt. Insgesamt 10.000 Kubikmeter Erde müssen in den kommenden Monaten bewegt und 400 Kubikmeter Beton verbaut werden. Zur Information haben die Stadtwerke Schilder an der Baustelle ausgehangen und einen eigenen Bereich auf der Internetseite eingerichtet. Unter www.sfw-ruhr.de finden Interessierte weitere Details und stets aktuelle Bilder von der Baustelle.

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