Hochwasser kostet Unna 400.000 € – Grüne: „Rechnungen für Klimawandel werden immer größer“

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Hochwasser nach dem Starkregen Mitte Juli in Massen, hier das Regenrückhaltebecken. (Foto Kracht)

Auf 400.000 € bezifferte Stadtbetriebechef Frank Peters die Schadenssumme für Unna nach den jüngsten Hochwassern. Er verband es mit der Bemerkung: „Glück gehabt.“

Dazu schickt die Grünen-Fraktion folgende Pressemitteilung:

„Wir haben Glück gehabt“- hörte man anlässlich der Sondersitzung des Rates wiederholt von Frank Peters, dem Betriebsleiter der Stadtbetriebe.

Dieses zeigte sich eindrucksvoll an der Flutmulde „Große Wiese“ in Massen:
Diese lief erstmals randvoll – aber nicht über, ins benachbarte Baugebiet.

Dieses hätte mit seinem hohen Versiegelungsgrad dem Wasser kaum Versickerungsfläche geboten.

Etwas oberhalb am Massener Bach hatten viele BürgerInnen weniger Glück: Die Überflutung führte zu erheblichen materiellen Schäden.

Wir Grüne in Unna dringen seit Jahrzehnten darauf, nicht einfach auf das Glück zu bauen, sondern kluge Vorsorge zu betreiben. Unsere Kanalisation ist nicht für die in immer kürzeren Abständen auf uns zufließenden (Nicht-) Jahrhunderthochwässer ausgelegt.

Peters nannte als Schadenssumme für das jetzige Hochwasser in Unna rund 400.000 €. Anfang 2008 pustete Sturm Emma den Stadtbetrieben die vergleichsweise kleine Rechnung von 40.000 € auf den Schreibtisch.

Die Rechnungen für den Klimawandel werden offenkundig immer größer.

Nun haben wir leider den Handlungsdruck, den wir Grüne schon vor Jahrzehnten durch eine rechtzeitig eingeleitete ausreichende Klimapolitik vermeiden wollten.

Die gute Nachricht immerhin:
Weitgehend umsetzungsreife Konzepte – auch die zentralen Elemente eines „Schwammstadt“- Konzeptes – fristen in Schubladen und auf Festplatten ein allzu kümmerliches Dasein. Sie können sofort aktiviert werden.

Deswegen hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, ohne weitere Zeitverzögerungen auf die Arbeitsebene der Ausschüsse zu gehen.

Unser Antrag auf eine gemeinsame Sitzung des Betriebsausschusses für die Stadtbetriebe, des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz und des Ausschusses für Stadtentwicklung und Mobilität fand in der Sondersitzung des Rates allgemeine Zustimmung. Denn Klimapolitik bleibt eine Querschnittsaufgabe der Politik, fachübergreifende Kooperationen ist zwingend notwendig.

Wir hoffen nun auf eine rasche Umsetzung umfassender Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz. Wenig hilfreich waren und sind Bekenntnisse zum Klimaschutz und oftmals darauffolgenden gegenteiligen Handelns und Verzögern von notwendigen Maßnahmen.“

1 KOMMENTAR

  1. Manchmal sind auch völlig verstopfte Abflussgullis mit Schuld. Die Stadt kassiert von allen Hausbesitzern regelmässig Gebühren, aber selbst nach dem Hinweis, dass aus den Gullis inzwischen kleine Bäume wachsen und diese völlig verstopft sind, passierte bis heute nichts. Ich habe 2x im Juli Wasser im Keller gehabt, was durch die Kellerfenster hereingedrückt wurde. Seit 25 Jahren war es das erste Mal.

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