Fröndenbergs Grüne und Bundestagskandidat Sacher fordern Region ohne weitere Autobahnen

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Die Ruhr in Fröndenberg. / Archivbild RB

Naturzerstörung, erhöhte Schadstoffwerte und Verkehrsbelastung: Die GRÜNEN in Fröndenberg lehnen eine Trassenführung der A46/ B7n durch das Ruhrtal ab und setzen sich stattdessen für eine Region ohne weitere Autobahnen ein.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung schreiben sie:

Der ausgeweitete Untersuchungsraum für den Bau der A 46/B7n von Hemer bis Neheim erreicht aktuell auch das Fröndenberger Stadtgebiet.

Seit nunmehr 50 Jahren findet sich der Weiterbau der A 46 im Bundesverkehrswegeplan, und ebenso lange sucht man vergebens nach einer menschen- und umweltverträgliche Trasse.

Der jüngst nach Nordenerweiterte Untersuchungsraum ist nun für Fröndenberg hochgradig bedenklich: Das Ruhrtal mit seinen wertvollen Naturschutzgebieten und durchgehenden Wasserschutzzonen ist ein extrem sensibler Naturraum.

Die Trasse der A 46/ B 7n würde sogar durch Wasserschutzgebiete führen, die mit höchster Priorität versehen sind, weil sie sowohl die Anrainerstädte an der Ruhr als auch große Teile des Ruhrgebiets mit sauberem Trinkwasser versorgen.

„Eine Trassenführung durch das Ruhrtal bedeutet eine Gefährdung von lebenswichtigen Ressourcen. Sie bedroht die Artenvielfalt und zerschneidet Habitate. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität in Fröndenberg und schädigt unseren Erholungsraum“,

sagt Monika Schröer als Vertreterin der GRÜNEN in Fröndenberg. Die Partei spricht sich daher entschieden gegen dieses Straßenbauprojekt aus.

Keine Entlastung für Pendler

Obwohl es von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH anders dargestellt wird, entlastet die neue Autobahn die Region verkehrstechnisch nicht: Für die regionalen Pendler, die gleichzeitig Verursacher und Leidtragende der bestehenden Verkehrsprobleme im Märkischen Kreis sind, würden sich die täglichen Fahrzeiten um höchstens fünf Minuten reduzieren, ggf. müssten sie sogar mit einer Verlängerung der Fahrzeiten rechnen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Professor Johannes Weyer, Verkehrsforscher an der Technischen Universität Dortmund. Er weiß: Jede neue Straße zieht neuen Verkehr an. Unterschiedliche Schätzungen gehen davon aus, dass der Bau der A 46/B7n täglich zwischen 13.000 und 25.000 zusätzliche Fahrzeuge  auf die Straßen der Region brächte.

Mehr Verkehr in Fröndenberg

Auch in Fröndenberg würde der Verkehr vermutlich stark zunehmen. Das Risiko ist hoch, dass viele Fahrzeuge die Stadt als Durchfahrt von der A 46 zur A 44 / A 1 / A 2 nutzen werden. Durch denkbare Ausfahrten an den Ruhrbrücken in Fröndenberg und Langschede gelangte zudem noch neuer, überregionaler Verkehr in die Stadt und würde die Anwohner weiter belasten.

Die Zukunft: Vernetzte Mobilität

„Zukunftsfähige Mobilität muss auch die maximal 1,5-Grad-Erderwärmung als Klimaschutzziel im Fokus haben. Wir brauchen keine neuen Straßen, die zusätzlich überregionale Verkehre in die Region bringen, sondern Maßnehmen, die den Verkehrsfluss optimieren“, sagt Schröer. Das gilt nicht nur für Fröndenberg, sondern für den gesamten ausgeweiteten Untersuchungsraum des Lückenschlusses. Es ist bekannt, dass sich die meisten Pendler in der Region zwischen Menden, Hemer und Iserlohn bewegen und eben nicht in Richtung Dortmund oder Hochsauerland unterwegs sind. Diese Tatsache benötigt somit intelligente und klimagerechte regionale Lösungen und keine überregionalen Großprojekte. Die GRÜNEN fordern daher ein Gesamtkonzept für das betroffene Gebiet, welches auch in Teilprojekten realisiert werden kann. „Wir setzen uns für eine vernetzte Planung aller Verkehrssysteme ein, die keine Ressourcen verschlingt und möglichst wenig Naturraum durch Neubau zerstört“, erklärt Schröer. 

Unterstützung vom Bundestagskandidaten

Unterstützt werden die örtlichen Initiativen gegen den A 46-Lückenschluss von Michael Sacher, Vizebürgermeister und Ratsherr in Unna und Bundestagskandidaten der GRÜNEN für den Wahlkreis Unna 1:

Ratsherr, Vizebürgermeister und Bundestagskandidat Michael Sacher. / Foto: Die Grünen Unna

„Wenn wir die Verkehrsprobleme der Zukunft nachhaltig lösen möchten, können wir es nicht mit den Rezepten der Vergangenheit versuchen, die ja offensichtlich immer wieder gescheitert sind.“

Wer heute noch  ‒  wie bei den Planungen zum Lückenschluss der A 46 ‒ an Verkehrskonzepten von vor 50 Jahren festhalte, werde alle notwendigen klimapolitischen Ziele verfehlen.

Diesen Gedanken will Sacher bei einem für ihn erfolgreichen Wahlausgang auch nach Berlin tragen: „Wir können nicht den Klimanotstand ausrufen und gleichzeitig wertvolle Naturräume versiegeln und zerstören.“ Für die nächste Bundesregierung werde es darum gehen, Mobilität anders zu denken als nur automobil.

Um den Lückenschluss der A 46 abzuwenden, wird jedoch neben dem Einsatz der Politik auch der  Rückhalt der gesamten Region gebraucht. Alle, die den Stopp der Planungen wünschen, sollten daher die auf www.giga46.info hinterlegte Petition unterschreiben.

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