Bürger kritisieren: „Unna wuchert zu“

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Beispiele von ungezählten im Sommer 2021: ungezügelt wucherndes Grün, hier in der Gartenvorstadt Unna. (Foto Privat)

Zuwuchernde Fußwege, Randstreifen, Kreuzungen. In Unna macht die Gartenvorstadt ihrem Namen derzeit alle Ehre. Und auch in anderen Teilen der Stadt kritisieren zunehmend Bürgerinnen und Bürger mangelhafte Grünpflege.

Am Zechenplatz in Königsborn, schildert unsere Leserin Tanja Rotter verärgert, „haben sich bereits zwei Hunde und ein Kleinkind Grannen eingefangen. Sie mussten ärztlich entfernt werden. Wir wohnen seit 20 Jahren hier und es wird immer schlimmer.“

Um die Laternen herum, berichtet die Königsbornerin, „wird zum Beispiel nie gemäht. Alles bleibt stehen und vermehrt sich rasend. Alle Eigentümer und Mieter in der Straße sprechen darüber. Es gibt bestimmt einige Ecken, wo es so aussieht.“

„Einige Ecken, wo es so aussieht“, gibt es in der Tat. Silke Sch., die in der Unnaer Gartenvorstadt wohnt, schickte uns eine ganze Bilderserie, die sie „exemplarisch“ an der Falkstraße, Eichenstraße, Ahornstraße und der Feldstraße angefertigt hat.

Sie schrieb dazu, dass sie sich sehr über „die Grünpflege- bzw. die NICHT Grünpflege“ der Stadt Unna ärgere.

„Ich glaube, dass es vielen Bürgern so geht wie mir. Wir bezahlen in Unna extrem hohe Grundsteuern. Aber in der Gartenvorstadt, in der ich seit 11 Jahren Hauseigentümerin bin, wird seit Jahren immer mehr an der Grünpflege gespart. Mit dem Resultat, dass vieles verkommt.“

Fußwege können teilweise nur noch nacheinander betreten werden, berichtet die Unnaerin. „Kreuzungen sind nicht mehr einsehbar. Und ich persönlich habe einen riesigen Grünstreifen vor meiner Haustür, der dieses Jahr noch nicht gepflegt wurde. Es sieht extrem unansehnlich aus und mit Kinderwagen kann man den Fußweg nur noch passieren, wenn man durchs Gestrüpp fährt. Da steht nämlich die Laterne auch noch mitten auf dem Gehweg statt am Rand.“

Sie habe sich, berichtet Silke Sch., „ganz im Interesse der Stadt für einen begrünten Vorgarten entschieden. Und jetzt noch mehr Arbeit, da sich das Unkraut des städtischen Grünstreifens schön ausbreitet.“

Die Unnaerin hat sich an die Beschwerdestelle der Stadtbetriebe gewandt. „Leider bis jetzt ohne Erfolg. Aber ich werde weiter ,nerven´!“

Wir fragten bei der Stadt nach.

Sprecher Christoph Ueberfeld teilte uns nach Rücksprache mit den Stadtbetrieben mit, dass nach Aussage der SBU besagte Randstreifen (in der Gartenvorstadt) für die 25. Kalenderwoche terminiert seien. Das wäre in der kommenden Woche, 21. bis 25. Juni.

Weitere Bereiche „werden sukzessive abgearbeitet. Dabei ist natürlich zu beachten, dass nicht für alle Straßen die Straßenbaulast bei der Stadt Unna liegt“, gibt der Stadtsprecher zu bedenken.

So gibt es bekanntlich Gemeindestraßen, Kreisstraßen, Landes- und Bundesstraßen, die jeweils separat ihre Grünpflegearbeiten durchführen. Für Straßen in Baulast des Landes ist es z. B. Straßen.NRW.

Impressionen aus der Gartenvorstadt und aus Königsborn / Fotos Privat


1 KOMMENTAR

  1. Warum sollte NRW ausgerechnet zu dem Thema besser dastehen als alle anderen Bundesländer. Wer regelmäßig im Ruhrgebiet unterwegs ist sieht dass es in andere Kommunen nicht anders aussieht.
    40 Jahre politische Misswirtschaft sowohl im Landesparlament als auch in den Kommunen haben halt ihren Preis.
    Solche Bilder sind weder im Norden noch in den südlichen Bundesländern zu sehen.
    Und da wir in NRW speziell die höchste Steuerbelastung der Bürger haben kann es ja nicht an der Einnahmenseite liegen.

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