Vom Homeschooling in den Klausurstress – „Wer Distanzunterricht bewertet, tritt Gerechtigkeit mit Füßen“

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Symbolbild Homeschooling - Foto: ©A. Reichert

Vom Distanzunterricht praktisch übergangslos in den Klassenarbeits- und Klausurstress, kritisiert die Landesschülervertretung (LSV) NRW.

Sie fordert für die letzten 4 Wochen des vollen Präsenzunterrichts vor den Sommerferien sowie für die zurückliegenden Monate des Distanz- und Wechselunterrichts völlig andere Maßstäbe als in „normalen“ Schuljahren.

„Kaum öffnen die Schulen, sollen die Schülerinnen und Schüler schon wieder Klausuren schreiben – ihre psychische Gesundheit wird abermals hinten angestellt“, kritisiert die LSV NRW.

Das Schüler/innengremium fordert, dass nach der langen Phase des Distanzunterrichts nun der Fokus dezidiert auf das seelische Wohl der Kinder und Jugendlichen gerichtet wird.

„Primäres Ziel des Präsenzunterrichts sollte nicht die Bewertung der Schüler sein, sondern die Aufarbeitung der Pandemie und der entstandenen Probleme. Zudem sollen nur die im Präsenzunterricht vermittelten Themen der Leistungsbewertung unterliegen.“

„Die aktuelle Politik, nach einem halben Jahr Distanzunterricht einfach so weiterzumachen, als wäre nichts gewesen, macht uns fassungslos“, unterstreicht Johanna Börgermann aus dem Vorstand der LSV. „Was es jetzt braucht, sind Aufarbeitung und seelische Betreuung. Schülerinnen und Schüler direkt wieder mit Klausuren zu konfrontieren sorgt nur für noch mehr Stress und verschärft damit noch einmal enorm die seelische Belastung der Jugendlichen!“

Auch die Chancengerechtigkeit gebiete es, Themen des Distanzunterrichts nicht zu bewerten. Denn, so Börgermann, die Chancen und Möglichkeiten im Distanzunterricht hängen stark von den häuslichen und familiären Gegebenheiten ab:

“Wer ein eigenes Zimmer und gebildete Eltern hat, ist im Distanzunterricht besser gestellt als jemand, der sich mit Geschwistern ein Zimmer teilt und deren Eltern ihm nicht bei schulischen Aufgaben helfen können. Wer Distanzunterricht bewertet, tritt Gerechtigkeit mit Füßen.”

Wer gerechte Bildung für NRW verspreche, solle diese auch bieten. „Schüler vom Distanzunterricht direkt in Klausuren zu stecken ist das genaue Gegenteil davon.“

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