Mit Holzlatte und Messer – Junge Intensivtäter aus Unna und Dortmund unter Verdacht

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Symbolbild. (Foto: Rundblick)

Erneut sorgen junge Kriminelle für Schrecken im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck. Nach einer Serie im Frühsommer (wir berichteten), nach der sich die Lage scheinbar beruhigt hatte, ist es nun erneut zu drei Überfällen auf offener Straße gekommen. Unter Verdacht steht erneut auch ein junger Intensivtäter aus Unna.

„Die Polizei verstärkt im Stadtteil die Präsenz, um weitere Delikte zu verhindern“, versicherte am Donnerstagmmittag (15. 10.) der Dortmunder Polizeisprecher Peter Bandermann.

Vorausgegangen waren mehrere Straßenüberfälle kurz hintereinander.

Am Freitag (9.10.2020) griffen mehrere junge Männer um kurz vor 22 Uhr auf einem Bahnsteig am Aplerbecker Bahnhof einen 72-jährigen Senior mit einer Holzlatte an und verletzten ihn schwer. Wir berichteten über diese Attacke. Die Ermittlungen dazu laufen noch.

Drei 15, 16 und 17 Jahre alte Jugendliche sollen dann am gestrigen Mittwoch (14.10.) gegen 19.35 Uhr in der Emschergasse einen 15-jährigen Jungen zu Boden geschlagen und ausgeraubt haben. Sie verletzten ihn im Gesicht. Auch in diesem Fall nutzten die Täter eine Holzlatte. Das Opfer erblickte auch ein Messer. Einer der Täter bedrohte den 15-Jährigen zusätzlich. Die Täter erbeuteten eine Jacke und ein Smartphone ihres jungen Opfers.

Unter Tatverdacht stehen der Polizei bereits bekannte Intensivtäter, die in Dortmund und Unna wohnen. Sie wurden nach der Tat ermittelt. Streifenteams konnten zwei von drei Tatverdächtigen nach kurzer Flucht stellen. Die Polizei führte Gefährderansprachen durch und übergab die Jugendlichen den Eltern. Bei den Ermittlungen geht es um schweren Raub, gefährliche Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung.

Eine weitere Tat vom selben Tag führte ebenfalls zu Ermittlungen: Am Mittwochnachmittag forderten zwei noch unbekannte junge Männer um kurz vor 17 Uhr auf einem Schulhof an der Schweizer Allee einen 20-Jährigen auf, ihnen einen Euro zu übergeben. Dabei griffen sie ihn an. Der 20-Jährige ging weiter und verständigte die Polizei. Darauf sprühten sie ihm Pfefferspray ins Gesicht und flüchteten. Personenbeschreibungen:

Täter 1: 16 oder 17 Jahre alt, ca 1,75 Meter groß, schwarze lockige Haare, Oberlippenbart mit Dreitagebart, schwarze Adidas-Jogginghose. Täter 2: 16 bis 18 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß, dunkle Hautfarbe, grau bekleidet.

Die Kriminalpolizei ermittelt im „Haus des Jugendrechts“ in Dortmund und prüft Zusammenhänge in diesen drei Fällen. Zeugen, die eine der Taten beobachtet haben, geben ihre Hinweise bitte an die Kriminalwache unter Tel. 0231/132 7441.

Zugleich ist die Polizei verstärkt im Aplerbecker Zentrum im Einsatz, um Präsenz zu zeigen. Ziel ist, weitere Straftaten zu verhindern und ansprechbar für die Bürgerinnen und Bürger zu sein.

Rückblick auf den Frühsommer – so berichteten wir am 29. Mai 2020:

Die Polizei kennt die Täter – einige sind in ihren jungen Jahren bereits als intensivkriminell bekannt. Mehrere Dutzend 14- bis 17 Jahre alte Jugendliche aus verschiedenen Dortmunder Stadtteilen sowie aus Unna sorgen seit  Wochen für Unruhe und Unsicherheit in Aplerbeck. Die Polizei kennt sie, sagt sie. „Nicht alle von ihnen begehen Straftaten. Manche verhalten sich unflätig gegenüber Passanten und pöbeln sie an.“

Für Straftaten verantwortlich sollen demnach überwiegend fünf Jugendliche sein. Auch sie sind der Polizei bekannt. Zwei von ihnen stuft die Kriminalpolizei als Intensivtäter ein: Das „Haus des Jugendrechts“ bearbeitet diese Fälle. „Im Haus des Jugendrechts an der Landgrafenstraße arbeiten Jugendamt, Staatsanwaltschaft und Polizei seit 2016 eng zusammen, um kriminelle Karrieren jugendlicher Straftäter (und -täterinnen) schnellstmöglich zu stoppen. Die enge Zusammenarbeit unter einem Dach beschleunigt die tägliche Zusammenarbeit“, unterstreicht die Polizei die aus ihrer Sicht erfolgreiche Arbeit der speziellen Jugendkriminalitätsbehörde.

„Etwa 40 Jugendliche treten zu unterschiedlichen Zeiten in Aplerbeck auf“, beschreibt die Polizei sodann die momentane Situation.  „Viele von ihnen leben in extrem schwierigen Familienverhältnissen oder halten sich überwiegend auf der Straße auf. Die meisten stammen unter anderem aus Derne, Wickede, Hörde, Brackel und auch aus Unna. Einer der Intensivtäter wohnt seit einigen Monaten in Aplerbeck. Probleme bereiten nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen.“

Zwei kriminelle Jugendliche aus Dortmund und Unna stehen unter dem Verdacht, Jugendliche am helllichten Tag und in den Abendstunden überfallen zu haben. Sie schlugen und traten zu.“ Am 5. Juni wanderte der Junge aus Unna in Untersuchungshaft.

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