Mit Wasserstadt nicht vereinbar – Aus fürs Schachtgerüst Haus Aden, statt dessen neues Maschinenhaus

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Blick von der Bergehalde Haus Aden / Symbolfoto, Archiv RB

Der Geschichtskreis Haus Aden / Grimberg 3/4 setzt sich für den Erhalt des Schachtgerüsts Haus Aden 2 ein und hat bereits weitere Unterstützer dieser Idee gefunden. Aber das Unternehmen hat andere Pläne.

„Auch ich bedaure die Entscheidung der RAG, den bisher stadtbildprägenden Förderturm zurückzubauen“, sagt Bürgermeister Roland Schäfer.

Die RAG plant am Standort in der entstehenden Wasserstadt Aden ein neues Maschinenhaus, in dem sich eine Brunnenanlage mit Hebeeinrichtung für die Pumpen und Rohrleitungen befinden wird, die zukünftig den Grubenwasserspiegel des östlichen Ruhrgebiets reguliert. Als eine von sechs aktiven Wasserhaltungen erfüllt die Anlage damit dauerhaft eine zentrale Funktion bei der notwendigen Bewältigung der Bergbaufolgen für den Wasserhaushalt im gesamten Ruhrgebiet.

Der Erhalt des Schachtgerüsts ist mit diesen Planungen nicht vereinbar“, so Christof Beike, Pressesprecher der RAG. „Das neue Maschinenhaus passt nicht unter die vorhandene Konstruktion. Es soll vielmehr auf dem Fundament des zurückgebauten Schachtgerüsts errichtet werden, um die enorme Gesamtlast der Hebetechnik sowie der drei eingehängten Rohrleitungen von jeweils 500 Tonnen in den Baugrund abzuleiten. Spätestens dann ist jedoch die Statik der verbleibenden Stahlkonstruktion nicht länger gewährleistet.

Dies kann auch nicht durch die vom Geschichtskreis vorgeschlagene Ableitung über das Dach des Maschinenhauses korrigiert werden, da hierdurch der Betrieb samt der erforderlichen Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen erheblich eingeschränkt und gefährdet würde. Auch das Aussehen des Schachtgerüsts würde sich grundlegend ändern, sogar entstellt.“

Die auch nicht unter Denkmalschutz stehende Stahlkonstruktion könnte lediglich nur ein neuer Eigentümer an einem anderen Standort erhalten, so die RAG. Der neue Eigentümer müsse dann allerdings neben den Kosten für den Umzug des Gerüsts auch alle bauseitigen, finanziellen und vor allem auch alle rechtlichen Verpflichtungen übernehmen.

„Neben mehreren Millionen Euro allein für den Korrosionsschutz, die kurzfristig und regelmäßig anstehen und weiteren Aufwendungen für Inspektionen und Instandsetzungsarbeiten wäre eine Person dafür verantwortlich, dass vom Gerüst zu keiner Zeit eine Gefahr für das darunter liegende Gelände ausgeht“, so Beike.

In der ehemals größten Bergbaustadt soll die Erinnerung an die bergbauliche Vergangenheit jedoch auch in Zukunft eine Rolle spielen.

Bürgermeister Roland Schäfer: „Aber wir müssen unseren eigenen Weg gehen. Wenn sich schon einer der sechs zentralen Wasserhaltungsstandorte – als Teil der so genannten Ewigkeitslast – auf unserm Stadtgebiet befindet, dann muss auch dieses neue Thema ein neues Symbol bekommen!

Daher habe ich dem Rat der Stadt Bergkamen vorgeschlagen, das Grubenwasserhebewerk in Kooperation mit der RAG als neuen architektonischen Identifikationsort zu gestalten und diese Idee als Projekt des Nationalen Städtebaus anzumelden.“ In der Sitzung des Rates am 19.02.2020 wurde dies unter dem Titel „Aus der Tiefe in die Höhe – Grubenwasserhebewerk stiftet neue Identität“ mit großer Mehrheit beschlossen. Die angestrebte hochwertige Architektur soll sowohl für die Geschichte als auch für die Zukunft stehen.

Die RAG Aktiengesellschaft unterstützt dieses Projekt der Stadt Bergkamen ausdrücklich, um das neue Funktionsgebäude auf Basis einer harmonischen und aufeinander abgestimmten Gesamtplanung gemeinsam zur architektonischen Landmarke zu machen“, so die Presseabteilung der RAG.

Neben der Transformation in eine neue Zeit in der Wasserstadt Aden sollen einzigartige Bergbaurelikte als wesentlicher Bestandteil der Erinnerungskultur auch in Bergkamen erhalten bleiben. Am Standort Neu-Monopol sehe ich großes Potenzial“, so der Beigeordnete Marc Alexander Ulrich. „Gemeinsam mit der RAG können mit großer Wahrscheinlichkeit neben dem Schachtgerüst Grimberg 1/2 und dem Maschinenhaus weitere Anlagen erhalten werden.“ Damit könnte ein bergbauliches Ensemble in unmittelbarer Innenstadtnähe erlebbar werden. Die notwendigen Vorarbeiten für eine Inwertsetzung des Standorts wurden mit dem Integrierten Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin“ eingeleitet.

Ganz besonders danken Bürgermeister Roland Schäfer und Beigeordneter Marc Alexander Ulrich dem Geschichtskreis für sein Engagement, die prägende Epoche des Bergbaus in Bergkamen mit der Dauerausstellung im Stadtmuseum lebendig zu halten. Diese museale Präsentation ist der dritte Baustein der Erinnerungskultur. „Diese ehemaligen Bergleute sind die wirklichen Experten. Ihr Wissen und ihre bodenständige Herangehensweise sollen auch in Zukunft meine Unterstützung finden. Der Geschichtskreis soll daher einen Vertreter für das Preisgericht zum Wettbewerb für das Nationale Städtebauprojekt in der Wasserstadt Aden entsenden“, schlägt der Bürgermeister vor.

PM Stadt Bergkamen

 

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