„Hallo, liebes Rundblick Team. Uns wurde gerade erzählt, dass im Kurpark Unna in der Nähe vom kleinen Spielplatz Leckerchen mit Rattengift gefunden wurden. Angeblich wurde auch die Polizei gerufen.“
Normalerweise werden solche Erzählungen fast immer unverzüglich und ohne sie zu hinterfragen in Social Media-Kanälen weiterverbreitet. Wo sie sich dann natürlich wie ein Lauffeuer verbreiten. „Teilen, teilen, teilen!“, lautet meist die drängende Aufforderung dazu, und unverzüglich sind Unsicherheit und Angst bis zur Panik (in diesem Fall der Hundehalter) Tor und Tür geöffnet.
Unsere Leserin Christa Blank, selbst Hundehalterin, reagierte auf die Erzählung vom Samstagabend (17. Oktober) anders. Statt sofort eine Warnung in den einschlägigen Gruppen zu posten, schrieb sie über die Messengerfunktion die Facebookseite des Rundblicks an und bat freundlich um redaktionelle Hilfe.
„Könnt ihr da mal nachforschen und einen Beitrag dazu erstellen? Ich möchte es nicht ohne 100-prozentige Sicherheit posten.“
Tatsächlich erwies sich Christa Blanks Besonnenheit als genau richtig. Denn an dem Rattengift-Leckerchenfund war tatsächlich nichts dran – zumindest wusste die Unnaer Polizei nichts davon, dass sie gerufen worden sei.
„In unseren polizeilichen Recherchesystemen konnten wir keinen dazu gemeldeten Vorfall oder eine Anzeige finden“, antwortete uns Polizeisprecherin Nadine Richter auf unsere Anfrage vom heutigen Montag.
Das muss nicht zwingend bedeuten, dass es nicht doch einen solchen Vorfall gegeben hat. Und ebenfalls ist es schon vorgekommen, dass nachweislich stattgefundene Einsätze auf Nachfrage von der Pressestelle nicht bestätigt werden konnten. Dies waren bisher aber seltene Einzelfälle.
Deshalb freut sich unsere Redaktion immer sehr darüber, wenn Leser „Gehörtes“ oder „Aufgeschnapptes“ nicht einfach weiterverbreiten, sondern unsere Redaktion um Recherche bitten. Sehr oft ist am Ende wirklich zumindest ein Teil Wahrheit am Gehörten.
Generell gilt zum Thema Hundeköder gilt: Beim Spaziergang mit dem Hund (der im Kurpark Unna angeleint sein muss) sollte der Halter jederzeit im Blick behalten, wo sein Tier gerade herumschnüffelt und ob es möglicherweise etwas Verdächtiges ins Maul nimmt. Vor gewissenlosen Tierquälern ist natürlich (leider) auch der Kurpark nicht sicher.
































