Viele Grippekranke, weiter sinkende Impfbereitschaft: AOK blickt besorgt auf Ü60er im Kreis Unna

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Im Kreis Unna sind die Influenza-Infektionen in der abgelaufenen Grippesaison zwar zurückgegangen, befinden sich aber immer noch auf einem hohen Niveau. Dieses Fazit zieht die AOK NordWest.

Insgesamt wurden laut Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) von Anfang Oktober 2025 bis Ende April 2026 706 Influenza-Infektionen im Kreisgebiet gemeldet. Zu Anfang des Jahres wurden mit 626 Fällen 88,7 Prozent aller Infektionsfälle registriert. Der Februar war mit 276 Fällen der stärkste Grippe-Monat.

Damit war die Influenza-Aktivität geringer als in der vorherigen Grippesaison 2024/2025 mit 1.606 registrierten Fällen.

„Bedenklich ist allerdings, dass die Impfbereitschaft gerade bei älteren Menschen ab 60 Jahren weiter gesunken ist“, so die AOK. „Nur etwa jeder vierte AOK-Versicherte (24,8 Prozent) in der vom RKI empfohlenen Altersgruppe ließ sich in Westfalen-Lippe gegen die gefährliche Influenza-Grippe impfen. Vor allem für ältere Menschen kann eine Influenza-Infektion gefährliche Folgen haben. Wir raten daher insbesondere Menschen jenseits der 60, die Grippeschutzimpfung rechtzeitig zu nutzen.“

Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt die Impfung für Menschen ab 60 Jahren. Denn mit zunehmendem Alter lassen die Abwehrkräfte nach: Infektionskrankheiten wie die Grippe können dann gefährliche Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören Lungenentzündungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine Grippe kann zudem Asthmaanfälle verursachen.

Allerdings sei die Impfbereitschaft bei den Über-60-Jährigen trotz der nicht unerheblichen Gesundheitsrisiken mit dem Influenza-Virus gering. Nur 24,8 Prozent der Über-60-jährigen AOK-Versicherten in Westfalen-Lippe ließen sich im vorigen Jahr impfen.

Die STIKO empfiehlt die Impfung darüber hinaus auch Personen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko wie Schwangere und chronisch Kranke aller Altersgruppen, außerdem für medizinisches und pflegerisches Personal sowie Personengruppen mit umfangreichem Publikumsverkehr.

Der beste Zeitraum für eine Impfung sind die Monate Oktober bis Mitte Dezember. Nach der Impfung dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Körper den vollen Impfschutz aufgebaut hat. Da sich Grippeviren ständig verändern, wird der Impfstoff jährlich für die zu erwartende Virus-Variante angepasst.

Um optimal für die aktuelle Saison geschützt zu sein, ist eine erneute Impfung notwendig. Die Impfung kann bei allen niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen wie in der hausärztlichen Praxis durchgeführt werden. Zudem ist die Grippeimpfung für Personen ab 18 Jahren auch in Apotheken möglich. Dafür müssen Apotheker eine spezielle Fortbildung nachweisen. Für die Impfung wird nur die elektronische Gesundheitskarte vorgelegt.

PM AOK Nordwest

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