Massiver Mangel an preiswertem Wohnraum im Kreis – Nebenkosten ufern aus – Investitionsklima überwiegend negativ

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In Selm entsteht Am Auenpark ein neues Wohnprojekt der UKBS. Mit einem Investitionsvolumen von 7,3 Millionen Euro und einer Förderung im Jahr 2024 werden hier bis 2026 insgesamt 31 geförderte Wohnungen realisiert. Angesichts des Bedarfs ein Tropfen auf den heißen Stein. Foto: Sandra Maier – Kreis Unna

Es sieht in fast allen Bereichen des Wohnens ungut aus. Kein Lichtstreif schimmert am Horizont.

Der Kreis Unna hat das aktuelle Wohnungsmarktbarometer veröffentlicht – erstmals als interaktiven Bericht und künftig jährlich. „Die Expertenbefragung zeigt, dass die Lage auf dem lokalen Wohnungsmarkt weiterhin angespannt ist und kurzfristig keine Entlastung erwartet wird“, heißt es als ernüchternde Bilanz.

Befragt wurden Fachleute aus allen relevanten Bereichen des Wohnungsmarktes, darunter Wohnungsunternehmen, Bau- und Projektentwickler, die Finanzwirtschaft, Immobilienvermarktung, Kommunalverwaltungen sowie soziale Träger. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 11. November bis zum 2. Dezember 2025. 

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere das untere Mietpreissegment und kleine Wohnungen kritisch bewertet werden.

Die Mehrheit der Nachfragegruppen hat nach Einschätzung der Experten geringe Chancen, eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden. Besonders betroffen sind Wohnungslose sowie Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Behinderungen.

Für die Zukunft werden vor allem bedarfsgerechte Wohnungsgrößen und integrierte Lagen mit guter Infrastruktur als zentrale Anforderungen genannt. 

Als größtes Problem werden die steigenden Kosten identifiziert, insbesondere der Neben- und Betriebskosten. Das Investitionsklima wird überwiegend negativ wahrgenommen, wobei Neubau sowie Modernisierung und Sanierung noch deutlich schlechter bewertet werden als der Kauf von Bestandsimmobilien. 

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen die Befragten den größten Handlungsbedarf im Neubau altersgerechter Wohnungen, in der Schaffung zusätzlicher Pflegeplätze sowie in der Vermarktung freiwerdender Einfamilienhäuser. Der Neubau öffentlich geförderter Wohnungen bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück, während Leerstand im Kreis Unna derzeit nicht als problematisch eingeschätzt wird. 

„Das Wohnungsmarktbarometer bietet einen transparenten Überblick über die aktuelle Situation und dient Akteuren des Wohnungsmarktes als wichtiges Instrument, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Bedarfe zu identifizieren und Maßnahmen gezielt auszurichten“, so der Kreis. „Er wurde in Zusammenarbeit des Sachgebiets 60.4 Planung und Wohnungswesen und der Statistikstelle des Kreises Unna erstellt.“

Der interaktive Bericht ist online abrufbar unter: www.kreis-unna.de/wohnbarometer. PK | PKU

Quelle Kreis Unna

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