„Sie sind ins Visier eines Clans geraten“ – Senior in DO verliert 200.000 €

1
116
Falscher Polizist - Quelle Kreispolizei Unna

Skrupellose Schockanrufer haben zwei ältere Menschen in Dortmund um Gold und Bargeld im sechsstelligen Wert gebracht.

„Die Taten stehen nach derzeitigen Erkenntnissen in keinem direkten Zusammenhang. Sie verdeutlichen aber, wie manipulativ die Täter vorgehen“, warnt die Polizei.

Am Montagabend (02.03.) klingelte das Telefon eines 77-jährigen Dortmunders im Dortmunder Süden (Lücklemberg). Am anderen Ende meldete sich ein angeblicher Polizist, der dem Senior eine beunruhigende Geschichte erzählte:

Angeblich sei der Mann ins Visier eines Clans geraten. Die Männer seien gefährlich, bewaffnet und hätte es auf seine Wertgegenstände abgesehen.

In mehreren, teils stundenlangen Telefonaten übte der „Polizist“ enormen Druck auf den Senior aus.

Dienstagmittag (03.03.) gegen 13 Uhr erschien schließlich ein angeblicher Kriminalpolizist, der Gold aus dem Tresor des Seniors entnahm. Auch hier hielten die Betrüger telefonischen Kontakt zu dem 77-Jährigen. Erst Stunden später wurde der Mann misstrauisch und verständigte die „echte“ Polizei. Der Schaden: über 200.000 Euro.

Der vermeintliche Kriminalpolizist war ca. 25 Jahre alt und 180 cm groß. Schlanke Statur, helle Haut. Er trug einen dunklen Overall, eine schwarze Mütze und eine Tasche.

In den vergangenen Wochen gerieten auch vermehrt russischsprachige Seniorinnen und Senioren in den Fokus der Betrüger. Ein aktueller Fall ereignete sich ebenfalls am Dienstag (03.03.) in Dortmund-Rahm: Gegen 8:30 Uhr wurde eine 74-Jährige gebürtige Russin von ihrer „Tochter“ angerufen. Diese erzählte panisch, dass sie mit ihrem Auto eine Frau aus Belarus angefahren hätte.

Da diese nicht in Deutschland versichert sei, müsse nun Geld für die Behandlung im Krankenhaus bereitgestellt werden.

Zwischenzeitlich übernahm auch hier ein „Polizist“ das Gespräch und bestätigte die Angaben.

Durch zahlreiche Anrufe und emotionalen Druck wurde der Seniorin keine Möglichkeit gegeben, ihre echte Tochter anzurufen und den Sachverhalt zu verifizieren.

Schließlich übergab die 74-Jährige zweimal Bargeld – insgesamt einen fünfstelligen Betrag – an die Betrüger.

Bei der ersten Übergabe fuhr der Täter in einem schwarzen Kombi vor. Er konnte als ca. 25 bis 30 Jahre alt beschrieben werden, hatte ein rundes Gesicht mit einer platten Nase, eine kräftige Statur und dunkle Haut und trug ein Kopftuch.

Der zweite Täter fuhr ein weißes Auto. Er wurde ebenfalls als etwa 25 bis 30 Jahre alt beschrieben, außerdem hatte er einen schwarzen Bart und schwarze Haare.

Die Polizei warnt an dieser Stelle erneut vor den vielfältigen Betrugsmaschen am Telefon. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten über die Maschen! Wir geben Ihnen dabei folgende Hinweise:

  • Betrüger begeben sich noch immer gerne über das Telefonbuch auf die Suche nach potenziellen Opfern. Sie halten Ausschau nach Namen, die auf ältere Personen schließen lassen. Überlegen Sie, in welchem Umfang Sie noch im Telefonbuch vertreten sein müssen. Vielleicht ist es sinnvoll, zumindest den Vornamen löschen zu assen
  • Die Polizei fordert niemals zur Herausgabe einer Kaution auf. Niemals holen Polizei, Staatsanwaltschaft und andere Beschäftigte der Justiz eine Kaution ab
  • Geben Sie auch keine Details zu ihren familiären Verhältnissen preis. Legen Sie sofort den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner um Geld oder um Kontodaten von Ihnen bittet!
  • Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei unter der 110, wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten haben – egal, ob Sie den Betrug erkannt und aufgelegt haben oder schlimmstenfalls sogar geschädigt worden sind.
  • Sollte eine verdächtige Person bei Ihnen geklingelt haben, verständigen Sie bitte die Polizei unter 110.
  • Übergeben Sie Ihr Geld niemals an unbekannte Personen oder deponieren es an irgendeinem Ort
  • Die meisten Ziele dieser Maschen sind Senioren. Angehörige oder andere Vertraute sollten mit Ihnen über die Arbeit der Täter sprechen und „Abwehrstärke“ erzeugen.
  • Halten Sie als Angehöriger oder Nachbar Kontakt! Tauschen Sie Erreichbarkeiten mit älteren Verwandten, Freunden oder auch Nachbarn aus. Bieten Sie sich als Ansprechpartner an, falls diese sich in einer Situation unwohl fühlen, sie zweifelhafte Begegnungen haben und sich rückversichern wollen. Häufig zögern gerade Senioren, sich mit ihren Zweifeln und Anliegen an Verwandte und Bekannte zu wenden – in der Sorge zu stören oder „sich etwas einzubilden“.

Quelle Polizei Dortmund

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here