„Das halbe Dorf wurde abgesperrt“ – Dritter Polizei-Großeinsatz binnen 9 Tagen in Unna, diesmal in Billmerich

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Foto: Vincent Vegas Meyer/für RBU

„Hey, wisst ihr, was in Billmerich los ist? Das halbe Dorf wurde abgesperrt!“

Neun Tage nach einem Großeinsatz der Polizei in Unnas größtem Stadtteil Königsborn wegen einer Bedrohungslage und nur einen Tag nach einer Großfahndung wegen einer Bedrohung durch einen Mann aus Schwerte gegen seine Expartnerin folgte am heutigen Freitag, 29. August, das nächste polizeiliche Großaufgebot in Unna inklusive Hubschraubereinsatz – diesmal im Süden der Stadt, in Billmerich.

Mehrere Leseranfragen erreichten die Redaktion am frühen Nachmittag, ein Dorfbewohner berichtete von großräumigen Absperrungen. Angeblich gehe es um Schusswaffengebrauch.

Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

  • Videos von Vincent V. Meyer / für RBU

Der Sprecher bei der Leitstelle der Polizei in Unna gab sich auf Nachfrage unserer Redaktion zurückhaltend. Bestätigt wurde uns der Einsatz selbst ebenso wie die großräumigen Absperrungen im Dorf.

Der Einsatzort lag in der Straße Zu den Brüchen. Dorthin sei die Polizei gegen 13.10 Uhr alarmiert wurden, weil „eine Eigengefährdungslage vermutet wurde“, so der Polizeisprecher.

Mit Hinweis auf den den privaten Charakter dieses Vorfalls gab es zu den Hintergründen dieser Eigengefährdung keine Informationen, ebenso wenig zu der Frage, ob tatsächlich Schuss- oder andere Waffen im Spiel waren und ob denn letztlich bei der Eigengefährdung jemand zu Schaden kam.

Sogenannte „Gewalt im häuslichen Umfeld“ ist für die Kreispolizei Unna seit jeher für eine initiative öffentliche Berichterstattung tabu. Dazu unten mehr.

Der Einsatz sei jedenfalls noch vor 15 Uhr wieder beendet gewesen, war aus der Leitstelle noch zu erfahren. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden.

Etwas auskunftsfreudiger gaben sich die Polizei Dortmund und die Pressestelle der Kreispolizei Unna bei den kürzlich vorangegangenen beiden Bedrohungslagen.

Erst am Donnerstagmorgen, 28. August, um kurz nach 8 Uhr erhielt die Polizei den Hinweis auf eine Gefahrenlage im Kreisgebiet Unna.

„Ein 48-jähriger Schwerter hatte ein Gewaltdelikt gegenüber seiner ehemaligen Lebenspartnerin angedroht.“

Bei der anschließenden Großfahndung kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.

Der gesuchte Mann konnte dann knapp dreieinhalb Stunden später in Schwerte auf dem Alten Dortmunder Weg gestellt werden. Um 11:23 Uhr ließ er sich durch Polizeikräfte widerstandslos festnehmen, so die Pressestelle der Dortmunder Polizei, die auch weitere Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat führt.

Auch am frühen Abend des 20. August sorgte ein größerer Polizeieinsatz mit mehreren Streifenwagen für Aufsehen in Unna, konkret in einem Wohnviertel in Unna-Königsborn. Die Alarmierung war aus einer Wohnung an der Frankfurter Straße gekommen (Stichstraße zwischen Hammer Straße und Berliner Allee).

Die Kreispolizeibehörde Unna berichtete initiativ auch über diesen Vorfall nicht. Auf Nachfrage am nächsten Tag bestätigte Sprecherin Jana Ebbinghaus unserer Redaktion den Einsatz und nannte als Grund „Häusliche Gewalt“, womit gleich klar wurde, wieso darüber nichts im Blaulichtportal der Kreispolizei Unna zu lesen war.

Über Fälle häuslicher Gewalt, korrekt „Gewalt im häuslichen Umfeld“, berichtet die hiesige Polizeibehörde generell nicht.

  • Dazu führen wir unten mehr aus.

Laut Jana Ebbinghaus war die Polizei am späten Nachmittag jenes Mittwochs, dem 20. 8., zu einer Wohnung an der Frankfurter Straße alarmiert, da dort eine Bedrohungslage vorliege. Der Tatverdächtige, ein 44-jähriger Jugoslawe, bedrohte demnach mehrere Familienmitglieder im Alter von 46, 45 und 21 Jahren.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Täter seinen Drohungen mit einem Messer Nachdruck verleihen würde – Ebbinghaus: „Ein Messer war eingepreist“ –, wurden entsprechend mehrere Einsatzwagen zur Frankfurter Straße geschickt.

Der Einsatz einer Stich- oder sonstigen Waffe bestätigte sich dann vor Ort zum Glück nicht. „Es gab keine Verletzten“, berichtet Jana Ebbinghaus weiter.

Der 44-jährige Aggressor habe eine sogenannte Gefährderansprache erhalten. Eine Gefährderansprache ist ein präventives Gespräch der Polizei mit einer Person, die als potenzielle Gefahr eingestuft wird, um diese von einer Straftat abzuhalten.

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