„Sensible Beleuchtung in Abwägung mit sozialpolitischen Auswirkungen“ für Radring im „Angstraum Stadtgarten Unna“

0
77
Der Innenstadtrading im Bereich des Stadtgartens. (Archivbild / Quelle Stadt Unna)

Die Stadt Unna will den Innenstadt-Radring „optimieren“. Insbesondere im Bereich Stadtgarten, den die größte Ratsfraktion, die SPD, am Montag (16. 3.) offiziell zum „Angst-Raum“ erklärt hat.

Deshalb will sie das Radfahren durch die Fußgängerzone nachts wieder erlauben. Der Innenstadt-Radring, als Alternative für das Radfahren durch die Bummelmeile gedacht und für 50.000 Euro Haushaltsgeld hergerichtet, führe im Bereich Stadtgarten durch einen „Angst-Raum“, so die Genossen.

Die Stadt Unna hatte das Problem offenbar schon vorher auf dem Schirm. Sie kündigte schon vor der SPD-Offensive zum Nacht-Radeln an, den Innenstadt-Radring „weiterzuentwickeln“.

„Nach einer gemeinsamen Begehung mit Beteiligten der Ratsfraktionen und des ADFC werden die identifizierten Maßnahmen derzeit geprüft und geplant“, so die Verwaltung.

Sie nennt Änderungen der Wegweisung und Markierungen, die Aufnahme des Radrings ins Radverkehrsnetz NRW sowie „im Bereich des Stadtgartens eine Verbesserung der Qualität und Sicherheit“.

Konkret wird das Rathaus dazu genau so wenig wie gestern die SPD in ihrem Antrag. Der Bürger und Leser kann also nur ahnen, weshalb das Gros der Radler den Stadtgarten lieber meidet, ihn gar als „Angst-Raum“ empfindet.

Zur Erinnerung: Direkt an den Stadtgarten angrenzend wurde, auch mit den Stimmen der SPD, vor zwei Jahren für 1,6 Mio. Euro ein neuer „Bürgergarten“ geschaffen und dafür ein rege frequentierter Kurzzeitparkplatz beseitigt. Der „Angst-Raum“ direkt daneben war bei dieser umstrittenen Umgestaltung nie ein Thema.

Doch jetzt verweigern die Radler den Innenstadtring durch den Stadtgarten, weshalb nun offenbar sowohl im Rathaus als auch bei der SPD ziemlich zeitverzögert Handlungsbedarf erkannt wird. Statt die Probleme endlich aber beim Namen zu nennen – nämlich die Drogen- und Trinkerszene im Park -, sollen es Lampen richten.

Die Stadtverwaltung äußert sich zur Stadtgartenproblematik den Radring betreffend lediglich etwas verbal gedrechselt wie folgt:

„Hierzu befindet sich das Amt für Mobilität und Tiefbau im Austausch mit den Stadtwerken, um Möglichkeiten einer zusätzlichen, sensibel geplanten Beleuchtung auszuloten. Dabei werden auch mögliche sozialpolitische Auswirkungen sorgfältig abgewogen.“

Unabhängig davon werde eine alternative Verkehrsführung zwischen Nordring und Ulrichswall geprüft, da das derzeitige Höhenprofil im Bereich der Voßkuhle von vielen Radfahrern als unattraktiv empfunden werde.

Quellen: PM Stadt Unna, eigene Berichterstattung

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here