Aldi in Fröndenberg schließt nach Ostern für immer – Neubau an derselben Stelle soll in etwa einem Jahr eröffnen

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Noch bis Ostern geöffnet - dann ist Schluss. Die Tage des Fröndenberger Aldis sind gezählt. (Foto RB)

Der komplette Kahlschlag zwischen Mendener Straße und Aldiparkplatz wurde rechtzeitig vor Beginn der Vegetationsphase vollzogen. In wenigen Wochen, zwischen Ostern und Pfingsten geht es jetzt los.

Aldi in Fröndenberg baut wie berichtet an alter Stelle neu.

Der alte Discounter wird abgerissen, ein neuer, moderner Discounter soll die Kunden in ca. einem Jahr an fast derselben Stelle zwischen Bruayplatz und Mendener Straße empfangen.

Der Neubau wird lediglich ein wenig versetzt auf den jetzigen Parkplatz. Er rückt direkt an die Mendener Straße heran. .

Bis Ostern ist der altvertraute Aldi noch geöffnet, nach Ostern schließt er. Geplante Bauzeit bis zur Aldi-Neueröffnung: ein knappes Jahr.

„Das wage ich jetzt mal optimistisch zu sagen“, erklärte bei einer Pressekonferenz im Rathaus am heutigen Donnerstagmittag (5. 3.) Matthias Nysten, Leiter Immobilien und Expansion der Aldi Nord Immobilenverwaltung.

Zusammen mit Bürgermeister Dirk Weise (CDU), dem 1. Beigeordneten Heinz-Günther Freck und dem Technischen Beigeordneten Claas Wilke stellte Nysten die finalen Planungen für den neuen Discounter im Herzen der Ruhrstadt vor. Das wohl Wichtigste für die Fröndenberger:

Aldi bleibt dort, wo er seit gut 50 Jahren zu finden ist – mitten in der Stadt.

„Die weiterhin zentrale Lage war der erklärte Wunsch der Stadt“, betont Claas Wilke. Der Discounter mitten in der City sei einfach ein seit Jahrzehnten gewachsener Magnet, der Kunden und Menschen in die Stadt ziehe.

Aldi selbst konnte mit diesem Wunsch konform gehen. „Wir krempeln das Ding einfach von rechts auf links“, formuliert Matthias Nysten salopp.

Auf der jetzigen Parkplatzfläche wird der neue Discounter gebaut. Daher die Rodungen im Vorfeld. (Foto RB)
v.li Technischer Beigeordneter Claas Wilke,1. Beigeordneter Heinz-Günther Freck, Bürgermeister Dirk Weise, Matthias Nysten vom Aldi-Immobilienmanagement erläutern die Pläne für den neuen Discounter an alter Stelle. (Foto RB)

Dass das neue Gebäude direkt an die Mendener Straße rückt, gibt der Stadt die Möglichkeit, ihrerseits den Bruayplatz endlich bürgernäher zu gestalten. Er fristet derzeit neben dem wuchtigen Aldi-Altbaukomplex buchstäblich ein Schattendasein, weiß auch Bürgermeister Dirk Weise.

„Mit der Verlagerung des Discounters und der angepassten Verkehrsführung ergibt sich ein komplett neues Bild“,

freut sich ebenso der 1. Beigeordneter und Kämmerer Heinz-Günther Freck vor, der schon die ersten Überlegungen für einen neuen Fröndenberger Aldi seinerzeit vor mehreren Ratsperioden begleitet hatte und jetzt wenige Monate vor seinem Ruhestand noch den Baustart miterleben und begleiten kann.

Dass es doch noch einige Zeit gedauert hat, liegt daran, so der Aldi-Chef, dass hier drei Akteure im Boot sind und dreierlei Interessen unter einen Hut zu bringen waren.

„Wir haben zuerst unser eigenes Mietobjekt gekauft, die Stadt gab ihr Grundstück dazu, und ein weiterer Grundstücksteil gehörte Straßen.NRW“, skizzierte Matthias Nysten die nicht ganz unkomplizierte Gemengelage. Zudem sind Flächen auf dem Gelände wie berichtet mit Altlasten belastet (früherer Union-Standort), die im Zusammenhang mit dem Bauprojekt beseitigt werden müssen.

Das ist Part der Stadt. Die Arbeiten sind ausgeschrieben. Die belastete Fläche ist im Neubaukonzept von Aldi enthalten. Im Zuge der Bodensanierung sind laut Einschätzung des beauftragten Gutachters rd. 700 cbm belastetes Bodenmaterial auszutauschen.

Auf dem Parkplatz des künftigen Aldi-Marktes wird wie bisher die Parkscheibe gelten. (Foto RB)

Was das Parken angeht:

Es bleibt bei der Parkscheibenregelung, versichern die Akteure schon jetzt. Kostenpflichtiges Parken oder/und schrankenloses Parken mit Kennzeichenerfassung wird es in der Fröndenberger City weiterhin nicht geben, nickt Beigeordneter Freck.

Ganz ohne zeitliches Limit kann und will Aldi den Parkplatz aber auch wieder nicht freigeben, macht Matthias Nysten klar und begründet: „Der Parkplatz ist für unsere Kunden gedacht. Er soll nicht den ganzen Tag von Dauerparkern blockiert werden, die in der Stadt arbeiten.“

Zu den Kosten des Neubauprojekts sagt der Aldi-Verantwortliche freundlich, aber unmissverständlich: „Darüber sage ich nichts.“ Von der Gestaltung her verweist Nysten auf den Aldi, der voriges Jahr in Unna-Massen neu eröffnete – ein moderner, heller Discounter der neuesten Generation.

Der Zeitrahmen hängt natürlich von vielen Umständen ab, schränkt Nysten ein. „Dass wir noch in diesem Jahr fertig werden, glaube ich eher nicht.

Auf jeden Fall sind wir Ostern 2027 aber wieder da.“

Die Umgestaltung des Bruayplatzes wird im Anschluss an den Neubau durch die Stadt Fröndenberg geplant und umgesetzt.

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Neuer Aldi an alter Stelle

Am 20. Juni 2024 hatte der Rat den Neubau final mit 2 Nein-Stimmen beschlossen. Die Wohnungen über dem Discounter waren zu diesem Zeitpunkt bereits leer gezogen.

Der Stadtrat hatte für die Neubaupläne in seiner Sitzung am 08. November 2023 grünes Licht gegeben und beschlossen, die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau der Aldi-Filiale  in der Stadtmitte zu schaffen.

Am aktuellen Standort am Bruayplatz ist der Discounter seit nun 17 Jahren ansässig, als Edeka Isselmarkt dort wegzog und seinerseits an der Alleestraße/Harthaer Platz eine neue, moderne Filiale eröffnete. Aldi war bis dahin am Markt ansässig.

Die jetzige Verkaufsfläche von 1100 Quadratmetern ist für die modernen Aldi-Discounter zu klein. Um „marktgerecht“ auf auf 1290 Quadratmeter zu erweitern, möchte Aldi das alte Gebäude mitsamt der 7 inzwischen leer gezogenen Mietwohnungen in den Obergeschossen abreißen und durch einen Neubau ersetzen – ähnlich wie vor 2 Jahren in Unna-Königsborn an der Kamener Straße.

Auch dort wich der Altbau an selber Stelle einem modernen und größeren Aldi.

Stadt und Politik haben sich für die Variante entschieden, die „eine Verschiebung des Baukörpers in südwestliche Richtung vorsieht“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Durch den Neubau wird die Verkaufsfläche „perspektivisch auf 1400 Quadratmeter“ erhöht, und mehr Parkplätze soll es außerdem geben.

Der aktuelle Bebauungsplan als Mischgebiet lässt einen Flachbau in der anstrebten Größe nicht zu, muss also geändert werden, um Aldi in der City zu halten. Und das wollen Stadt und Politik unbedingt.

Schon 2009 stellte das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt heraus, dass Aldi für die Innenstadt eine große Bedeutung hat. Der Disounter übernehme „eine Doppelfunktion als integrierter Nahversorger und als Magnetbetrieb für die Innenstadt. Vor diesem Hintergrund ist dieser Standortbereich als städtebaulich besonders schützenswert einzustufen bzw. der Verbleib des Aldi-Discounters innerhalb des Stadtzentrums zu forcieren“.

Umgekehrt ist Fröndenberg-Mitte auch für Aldi sehr bedeutsam:

Ein Gutachten der BBE Handelsberatung aus Köln prognostiziert für den Discounter einen jährlichen Mehrumsatz von bis zu 2 Millionen Euro. Der Großteil, 1,8 Millionen Euro, entfallen auf Lebensmittel und Drogeriewaren, den Rest machen Aktionsartikel aus.

 Aldi könnte laut Gutachten seinen jährlichen Umsatz in Fröndenberg auf rund 9 Millionen Euro erhöhen. Angestrebt sei keine Erweiterung des Sortiments, sondern die „Optimierung der internen Logistikabläufe“ sowie die „großzügige Warenpräsentation“ auf der dazugewonnen Fläche.

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