AfD wirft Stadtwerken mangelnde Entlastung ihrer Kunden vor – Stadtwerke kontern: „Vorwurf läuft ins Leere“

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Stadtwerke Unna (Foto Rinke)

Haben die Stadtwerke Unna ihre Kunden benachteiligt, indem sie hohe Gewinne nicht entsprechend „weitergereicht“ haben? Diesen Vorwurf erhebt die AfD-Ratsfraktion gegen den lokalen Energieversorger.

In seiner Haushaltsrede beim Beschluss des Haushalts am 5. Februar griff Fraktionschef Jürgen Böhm die Stadtwerke aufgrund ihrer Preispolitik scharf an. In einer Pressemitteilung von dieser Woche verschriftlichte die Fraktion den Vorwurf.

Dieser lautet: Im Jahr 2023 seien die Umsätze der Stadtwerke Unna infolge der Krise massiv gestiegen. Beim Gas um 62 Prozent, beim Strom um 33 Prozent, bei Wärme um 26 Prozent.

„Trotz günstiger Lieferverträge wurden die Kosten überproportional an die Verbraucher weitergegeben, was zu einem Gewinn von ca. 6 Millionen Euro führte“, kritisiert die Fraktion, die seit Anfang dieser Ratsperiode mit 7 Vertretern im Rat vertreten ist.

„Wir fragen: Wie fair ist dieses Vorgehen gegenüber den Bürgern?“

Unsere Redaktion gab die Frage an die Stadtwerke weiter. Sprecherin Kristina Kortmann weist die Vorwürfe zurück.

„Es ist richtig, dass die Umsatzerlöse als Folge der erheblichen Preisverwerfungen an den Energiemärkten, die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verursacht wurden, in 2023 stark angestiegen sind“, bestätigt die SWU-Sprecherin.

„Zugleich stieg auch der Materialaufwand, da die Stadtwerke die Energie teurer einkaufen mussten.“

Die von der AfD genannte Ergebnissteigerung sei „auf einmalige positive Effekte in der Bewirtschaftung unseres Erdgasspeichers zurückzuführen“, macht Kristina Kortmann klar. „Diese haben keinen Einfluss auf die Energiebeschaffung für die Kunden der Stadtwerke.“

Der Vorwurf, dass die Stadtwerke „in einer herausfordernden Situation, in der sie über einen längeren Zeitraum nach der Insolvenz zahlreicherer Wettbewerber als nahezu einziger Anbieter übrig blieben, die Energiebelieferung ihrer Kunden günstiger hätten gestalten können, läuft deshalb ins Leere.“

Zum Januar 2026 haben die Stadtwerke Unna, ebenso wie die Gemeinschaftsstadtwerke GSW Kamen-Bergkamen-Bönen, die Preise für Strom sowie für Erdgas gesenkt. Die Stadtwerke Fröndenberg haben den Strompreis verbilligt, die Gaskosten bleiben konstant.

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