Die Firma Garbe Industrial errichtet in Kamen eine neue Multifunktions-Immobilie für Gewerbe, Produktion, Lagerung und Distribution. Das gab das Unternehmen Ende November vorige Jahres bekannt.
Die Halle entsteht auf einem rund 27.300 Quadratmeter großen Grundstück und ist mit einer Gesamtfläche von 18.700 Quadratmetern geplant. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf etwa 28,5 Millionen Euro.
Heute, zu Beginn der zweiten Februarwoche, startete das Unternehmen mit dem Projekt.
Dazu werden nun zunächst 33 der 35 Bäume auf dem Grundstück gefällt, von denen die meisten unter die Baumschutzsatzung fallen. Die Stadt Kamen teilte dazu am 6. Februar mit:
„ie Errichtung einer neuen Multifunktions-Immobilie für Gewerbe, Produktion, Lagerung und Distribution im Gewerbegebiet an der Henry-Everling-Straße steht unmittelbar bevor: Garbe Industrial hat den Baubeginn für Montag, 9. Februar, angekündigt.
„Zunächst sollen 33 der 35 Laubbäume, die sich auf dem Baugrundstück befinden, gefällt werden. Da 23 unter die Bestimmungen der Baumschutzsatzung fallen, hat die Stadt eine Ausgleichszahlung in Höhe von 10.511 Euro festgesetzt.“
Die Höhe der Ausgleichszahlung bemesse sich nach dem Wert eines mittelgroßen, standorttypischen Baumes, so Stadtsprecher Peter Büttner.
Auf dem Grundstück ist nach Unternehmensangaben eine Immobilie mit einer Hallenfläche von etwa 16.500 Quadratmetern geplant. Hinzu kommen 500 Quadratmeter für Büros und Sozialräume und 1.700 Quadratmeter Mezzanine.
Ausgestattet werden soll der Neubau mit 17 Überladebrücken und zwei ebenerdigen Sektionaltoren. Auf dem Außengelände sind Stellplätze für 30 Pkw und drei Lkw vorgesehen.
Das Objekt eignet sich sowohl für kontraktbasierte und distributionsorientierte Dienstleistungen als auch für Gewerbe und Produktion. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.
Für das Objekt strebt Garbe Industrial eine Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) an. Die Beheizung erfolgt mithilfe von Luftwärmepumpen, auf den Einsatz fossiler Energieträger wird verzichtet. Außerdem soll auf der gesamten Dachfläche eine Photovoltaikanlage installiert werden.
Das Grundstück liegt im Gewerbegebiet an der Henry-Everling-Straße in Sichtweite der A1, „eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen hierzulande“, betont das Unternehmen.
„Die zentrale Lage an einem der verkehrsreichsten Knotenpunkte Deutschlands macht den Standort zu einem besonders gefragten Zentrum für Unternehmen, die Waren effizient bewegen und verteilen wollen“, bekräftigtFrank Soppa, Regionalleiter Projektentwicklung West bei Garbe Industrial.
„Ein solches Filetstück im östlichen Ruhrgebiet ist eine Seltenheit und wir sind sehr glücklich darüber, dass an diesem herausragenden Standort ein Objekt mit großem Potenzial entsteht.“
„Die Projektentwicklung erfolgt perspektivisch. Mit potenziellen Interessenten sind wir bereits im Gespräch“, führt Frank Soppa an.
Die bisherigen Marktanalysen im Rahmen der Standortentscheidung stimmen ihn zuversichtlich:
„Wir gehen davon aus, dass die Immobilie noch während der Bauphase voll vermietet sein wird.“
Die CDU-Fraktion zeigte sich Anfang Dezember überrascht und verärgert über die allein durch die Presse bekannt gewordene Ansiedlung der Firma Garbe an der Henry-Everling-Straße. Weder die Fraktionsspitzen noch die zuständigen Ausschussvorsitzenden seien zuvor informiert worden – trotz bereits im Sommer erteilter Baugenehmigung.
Die CDU kritisierte im Dezember deutlich, dass ein Projekt dieser Größenordnung ohne vorherige Unterrichtung der politischen Gremien erfolgt sei.
„Auch eine Information über den Ältestenrat blieb aus. Besonders irritierend: Die Fläche war als möglicher Standort für die neue Feuerwehrwache im Gespräch. Dass diese Option offenbar längst verworfen wurde, wurde nie kommuniziert – entgegen der von der Bürgermeisterin zugesagten offenen Informationspolitik.“
Heinrich Kissing, Vorsitzender des Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss, erklärte:
„Es ist ein Unding, dass wir von einem 28-Millionen-Projekt nicht durch die Verwaltung, sondern durch die Presse erfahren. So darf Stadtentwicklung nicht laufen.“ Die Gemeindeordnung NRW erlaubt ausdrücklich nicht-öffentliche Beratungen, wenn es schützenswerte Interessen gibt. Umso unverständlicher sei, dass die Verwaltung nicht einmal die minimal notwendige Information der Fraktionen vorgenommen hat. Ein solches Vorgehen untergräbt das Vertrauen in demokratische Prozesse.
Die CDU begrüße wirtschaftliche Ansiedlungen grundsätzlich. Gleichzeitig fordert sie, dass große Hallendächer verpflichtend mit Photovoltaik belegt werden. Dies wurde bereits bei den benachbarten P3-Hallen gefordert, aber nicht umgesetzt. Eine moderne Gewerbeansiedlung muss klimaneutral und zukunftsfähig geplant werden.
Da in Kamen nur wenige bebaubare Flächen verbleiben, müssen diese strategisch ausgewiesen und frühzeitig politisch beraten werden. Hierzu betont der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Dietmar Wünnemann:
„Wir stehen zu neuen Gewerbeansiedlungen – aber wir müssen sie mitgestalten können. Ohne rechtzeitige Information ist das nicht möglich.“
Quellen: Pressemitteilungen Stadt Kamen, CDU Kamen, Garbe Industrials




































[…] Kritik der CDU über mangelnde Transparenz der Kamener Stadtverwaltung (die CDU erfuhr von einer neuen Großansiedlung an der A1 erst aus der Presse) kommen die nächsten Vorwürfe aus der Politik an Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) und ihre […]
Auch ich habe es erst durch die Presse erfahren.
Danke dafür an den Rundblick!
Immer gerne, Rundblicker, das Projekt hat ja schon eine ziemliche Grö0enordnung. Einen schönen Abend!