„Tante Enso“ als Rettung für Hemmerdes Nahversorgung? Über 800 Genossenschaftsanteile sind erworben worden

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Wie geht es mit der Nahversorgung in Unnas östlichstem Dorf weiter? Darüber ist das letzte Wort – zum Glück – noch nicht gesprochen, verkündete im Juni vorigen Jahres der Ortsvorsteher.

Nach der überraschenden Schließung des Carekauf in Hemmerde im vorigen Jahr drohte dem Stadtteil eine empfindliche Lücke in der Nahversorgung. Deshalb führten Ortsvorsteher Klaus Tibbe (SPD) und Heinrich Wilke schnell Gespräche mit verschiedenen Akteuren der Lebensmittelbranche. Mit Erfolg:

Das Unternehmen Tante Enso zeigte im Sommer vergangenen Jahres Bereitschaft, den Standort unter bestimmten Voraussetzungen wiederzubeleben.

Am 7. Juli um 18:00 Uhr findet daher in der Arche, Hemmerde-Dorfstraße 78a, eine Informationsveranstaltung für Vereinsvertreter statt. Im Mittelpunkt steht die Vorstellung des Versorgungskonzepts durch Tante Enso.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an lokale Vereine und Institutionen, die als Multiplikatoren eine wichtige Rolle für die weitere Kommunikation in der Nachbarschaft übernehmen können, betonen die beiden Akteure.

„Wir wollen gemeinsam mit den Menschen vor Ort eine tragfähige Lösung finden und das Vertrauen in eine stabile Nahversorgung wiederherstellen“, so die beiden Akteure.

Das scheint zu klappen: Heute erreichten unsere Redakton gute Neuigkeiten.

„Wir bekommen einen neuen Supermarkt. Über 800 Genossenschatfsnteile sind bis letzte Woche erworben worden. Also eine neue Chance fürs Dorf!“,

freute sich unsere Leserin Michaela aus Hemmerde.

Auf der Website von Tante Enso Hemmerde wurde die Neuigkeit am 29. Januar mitgeteilt.

Willkommen, Hemmerde

Zu Beginn das Wichtigste vorweg: Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft. Eure Kampagne war ein voller Erfolg.

600 Teilhaber und Teilhaberinnen habt ihr gebraucht – 878 sind es geworden. Wir sind absolut beeindruckt.   

Die Bürgerversammlung am 7. Januar bei euch in Hemmerde war ein voller Erfolg. Unser Thorsten war bei euch vor Ort in der Evangelischen Kirche Hemmerde und ihr alle wart am Konzept von Tante Enso interessiert und habt gute Fragen gestellt. Das hören wir wirklich gern.  

Logo der Tante Enso CoCreation
Wie geht es jetzt weiter?

Hemmerde hat jetzt seine eigene Tante Enso-Webseite. Dort findet ihr:

  • Ein digitales Formular für Genossenschaftsanteile (ihr könnt natürlich weiterhin Anteile zeichnen)
  • Antworten auf die häufigsten Fragen im Tante Enso FAQ
  • Neuigkeiten und die Updates
  • Unser Herzstück: der digitale Co-Creation Fragebogen

Tante Enso

Tante Enso ist ein genossenschaftliches Supermarktkonzept. Die Supermärkte sollen eine vollständige Nahversorgung bieten und den Bürgern „mitgehören“, damit sie aktiv mitbestimmen können. Zugleich sind sie als soziale Treffpunkte im Dorf gedacht.

Dabei steckt sich das Unternehmen hohe Ziele.

„Gemeinsam wollen wir die Lebensmittelwelt verändern. Daher sollen unsere Kunden in aller Konsequenz ein Mitbestimmungsrecht haben. Denn wer weiß besser als der Mensch selbst, wie besseres Einkaufen aussehen soll?

Mit unseren Filialen kehrt nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit zurück aufs Land, sondern auch ein sozialer Treffpunkt. Tante Emma-Gefühl trifft auf modernen Handel. „

Weiter heißt es:

„Wir sind ein Vollversorger in ländlichen Regionen und halten die Betriebskosten durch die geringe Fläche und limitierte Öffnungszeiten mit Personal gering.

Modern, digital und nahbar – die kostenlose Tante Enso-Karte ermöglicht, 24/7 an einer Selfcheckout-Kasse einzukaufen. Gemeinsam mit dem Online-Shop bilden die Filialen ein unschlagbares Doppel in Sachen Vollversorgung. Digital und analog gehen bei uns Hand in Hand.“

Rückblick: Carekauf

Der Carekauf in Hemmerde musste wegen Unrentabilität schließen. (Foto RB)

Fast 15 Jahre sicherte der integrative carekauf-Supermarkt die Lebensmittelnahversorgung in Unna-Hemmerde. Doch die Umsatzerlöse konnten die laufenden Kosten nicht mehr decken.

Auf seinen rund 400 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Hemmerder Dorfstraße hatte der Supermarkt mit seinem Lebensmittel-Vollsortiment über viele Jahre mindestens eine schwarze Null erwirtschaftet. Doch das Einkaufsverhalten änderte sich. Ältere Kunden, die ihren gesamten Lebensmittelbedarf im carekauf gedeckt hatten, würden weniger, während die Jüngeren ihre Einkäufe eher außerhalb Hemmerdes erledigen. So rutschte der Markt immer mehr ins Minus.

Wenige Kilometer entfernt im Nachbardorf Werl-Büderich eröffnete zudem voriges Jahr direkt an der B1 ein großer moderner Edeka, der sich für manchen Hemmerder bereits als Alternative etabliert haben könnte.

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