Radwege, Fahrradstraßen, Radparkanlagen – Unna soll zur Stadt der Radler werden

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Radring Unna © Stadt Unna

Die Stadt Unna startet eine Großoffensive für Radfahrer. Sie kündigt das „größte Infrastrukturpaket für den Radverkehr“ an, das die Kreisstadt jemals aufgelegt hat.

Mit dem Bau neuer Radwege, Fahrradstraßen, Radparkanlagen…

Insgesamt 27 Maßnahmen, einige größer, andere kleiner, sollen bis 2025 dafür sorgen, dass der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr auf mindestens 25 Prozent wächst. Das lässt sich die Stadt jährlich rund 60.000 Euro kosten.

Ein Großteil des insgesamt 1,5 Millionen Euro teuren „Ausbauprogramms Radinfrastruktur“ ließe sich über Fördergelder finanzieren, erklärt Unnas 1. Beigeordneter Jens Toschläger, bei einigen Maßnahmen sei sogar 100-Prozent-Förderung möglich.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung hatte die Verwaltung vor einem Jahr beauftragt, ein Ausbauprogramm für die Radinfrastruktur 2021 bis 2025 aufzustellen, um den Radverkehr in der Stadt zu fördern und CO2-Emissionen des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren. Jens Toschläger fasst das Vorhaben zusammen:

„Ziel ist es, in vielen Bereichen der Stadt dem Radverkehr künftig eine übergeordnete Rolle im Gesamtverkehrsgeschehen einzuräumen.“ 

Grafik Stadt Unna

Umbau des Afferder Wegs – Autos rüber zur Hansastraße:

Eine der umfangreichsten Maßnahmen im Radinfrastrukturpaket ist der Umbau des Afferder Weges. Hier schlägt die Stadt den umgekehrten Weg ihrer früheren Planungen ein:

Grafik Stadt Unna
  • Sollte ehemals dort dem Autoverkehr Vorrang gewährt werden, sollen es künftig die Radfahrer sein, die in diesem Bereich bevorrechtigt sein sollen.
  • Durch eine bauliche Veränderung im Bereich Afferder Weg/Königsborner Straße soll die Geschwindigkeit für Autofahrer soweit reduziert werden, dass Radfahrer gefahrlos dort die Straße queren können.
  • In Richtung Kamen-Methler erhalten Radfahrer an dieser Stelle eine eigene Radspur, die die Radfahrer von den Autofahrern trennt.
  • „Möglicherweise ließe sich so der Autoverkehr vermehrt auf die Hansastraße verschieben“, meint Jens Toschläger.

Neue Radwege

Fröndenberger Straße in Kessebüren. (Foto RB)
Provinzialstraße in Massen. (Foto RB)

Weitere große Maßnahmen werden Radwege etwa in Kessebüren und Massen sein:

  • entlang der Fröndenberger Straße zwischen Landwehr und Baumstraße
  • und an der Provinzialstraße zwischen Kleistraße und B1.

Für beide Projekte besteht die Möglichkeit einer 100 prozentigen Förderung.

Radeln durch die Innenstadt – Radverkehrsring – Weniger Kfz-Stellplätze

  • Radfahrer sollen künftig auf unterschiedlichen Routen von Norden nach Süden oder von Westen nach Osten durch die Innenstadt gelangen. Hierfür sei es lediglich erforderlich, Problemstellen und Gefahrenpunkte zu entschärfen und die Wegeführung transparent zu verdeutlichen.
  • So könnte als eine von mehreren Maßnahmen im Bereich der Wasserstraße/Josef-Stroethoff-Straße die Anzahl der Parkplätze verringert werden, um dem Radverkehr mehr Verkehrsraum anzubieten.
  • Die Einrichtung eines Verkehrsringes für Radler ist ebenfalls in dem vorgelegten Maßnahmenkatalog berücksichtigt.
Radring Unna © Stadt Unna
  • Weitere Maßnahmen sehen Umwidmungen in Fahrradstraßen (siehe Platanenallee) oder neue Radstreifen vor.

„In viele dieser Maßnahmen sind auch Anträge des ADFC mit eingeflossen“, erklärt Jens Toschläger. Zudem habe sich der ADFC bereit erklärt, die künftigen Projekte fachkundig im Austausch mit der Stadt zu begleiten.

Neustrukturierung des Fahrradparkens

Gute und barrierefreie Zugänglichkeit, kurze Wege zu den Zielpunkten, eine gute soziale Kontrolle und ein attraktives Ständersystem sind wichtige Kernpunkte. Dazu kommen Diebstahlschutz, Witterungsschutz, Beleuchtung. 

  • Die sich aus dem Zielnetz 2025 ergebenden Hauptrouten zur Innenstadt sollen vor der Fußgängerzone mit einem großzügigen Angebot an Fahrradparkmöglichkeiten ausgerüstet werden.
  • So könnte für die Route C (Wasserstraße) eine neue Parkanlage am südwestlichen Rand am Beginn der Fußgängerzone entstehen.
  • Die Neueinrichtung bzw. der Austausch der Fahrradparkanlagen soll im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Sanierung der Fußgängerzone (Massener Straße, Hertingerstraße, Bahnhofstraße, Gesellschaftsstraße, Niesenstraße, Morgentor) und dem Neubau des Einkaufszentrums Mühle Bremme erfolgen, so dass ein Großteil dieser Anlagen bereits im Laufe der Jahre 2022/23 zur Verfügung stehen wird.  

Die entsprechende Vorlage wird in der kommenden Woche dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität vorgelegt. Als eine weitere Maßnahme zum Klimaschutz und der Erhöhung des Radverkehrs soll sich die Zukunftswerkstatt „Verkehrsentwicklung Innenstadt“ mit der Erarbeitung zukunftsorientierter und klimagerechter Verkehrsperspektiven für die Innenstadt befassen. Im Rahmen dieser Zukunftswerkstatt sollen Expert*innen und Bürger*innen in dem Themenfeld Zukunft des Verkehrs in der Innenstadt sowie Verkehrswende aktiv beteiligt werden. Die Zukunftswerkstatt dient dazu, mit den Beteiligten losgelöst von Sachzwängen Ideen und Visionen einer zukünftigen Mobilität und Lebenswelt in der Innenstadt zu entwickeln.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Unna

2 KOMMENTARE

  1. […] Die Zustimmung der Grünen zum Haushalt war nach vielen Jahren strikter Ablehnung ein Novum. Fraktionsvorsitzende Claudia Keuchel sah jedoch in den Planungen und Zielvorgaben des CDU-Bürgermeisters und des SPD-Kämmerers diesmal zahlreiche wichtigen Vorhaben und grüne Programmatik eingearbeitet, etwa das größte Radverkehrs-Infrastrukturprogramm, das die Kreisstadt je aufgelegt hat (wir berichten HIER). […]

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