Wellenreiten in Werne – im größten Surfpark der Welt für 30 Mio. €

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2008
Grafik: c/o Stadt Werne

Wellenreiten in Werne – die kleine Stadt an der Lippe plant wahrlich Atemberaubendes.

Zusammen mit dem Projektträger schmiedet die Stadt Werne spektakuläre Pläne: Sie will auf einer Zechenbrache nichts Geringeres als den größten Surfpark der Welt realisieren. Am Dienstag, 22. September, soll dei Politik im Planungsausschuss zustimmen.

Zu den Hintergründen teilt die Stadt mit:

Seit Stilllegung der Zeche Werne I/II im Jahr 1975 konnte die daraus entstandene Brachfläche an der Flöz-Zollverein-Straße keiner Nachfolgenutzung zugeführt werden. Fast ein halbes Jahrhundert später präsentiert die Stadt Werne gemeinsam mit der SW GmbH & Co. KG eine neue Planung für das 15 Hektar große Areal.

„SURFWRLD“ wird der größte Surfpark der Welt

„Wir freuen uns sehr, heute eine neue und wirklich spannende Idee für das freie Zechengelände in Werne vorzustellen“, so Bürgermeister Lothar Christ.

Geplant ist zum einen der Bau einer Freizeitanlage mit dem Schwerpunkt Wassersport und zum anderen die Nutzung der Einrichtung für die wasserbauliche Forschung. Kernstück der Anlage sind sehr große Becken, in denen Wellen erzeugt werden, die im Sommer für verschiedene Sportarten – vor allem Wellenreiten – und im Winter für Wissenschaft und Technik genutzt werden. Die Pläne treffen auch beim derzeitigen Eigentümer, der RAG Aktiengesellschaft, auf breite Zustimmung.


Die SURFWRLD wird zweimal so viele Becken, fast dreimal so viel Wasserfläche und fast viermal längeres Surfen am Stück, als herkömmliche Anlagen dieser Art bieten“, bringt es Dr. Michael Detering vom Projektträger SW GmbH & Co. KG auf den Punkt. Er ist in Werne ansässig und bezeichnet den Standort als ideal für dieses Vorhaben. „Die SURFWRLD verspricht eindrucksvolle Aktivitäten direkt vor der Haustür und mitten im Herzen von NRW.“ Ähnliche Freizeitanlagen ziehen bereits im Ausland zahlreiche Wassersportler und Besucher an.

Grafik: c/o Stadt Werne



Mit dem Becken der ersten Ausbaustufe (Abmessungen ca. 250 m x 90 m x 2 m) entstehen alle 15 Sekunden Wellen mit bis zu zwei Metern Höhe. Eine Surfschule, Beachvolleyballfelder, Liegewiesen, Gastronomie, ein Wohnmobilstellplatz und eine sogenannte stehende Welle wie am Eisbach in München sind auch dabei. Ein zweites großes Becken mit ähnlichen Abmessungen ist für die nächste Ausbaustufe geplant.

Die Projektentwickler sind teilweise selbst in der Umwelttechnik und wasserbezogenen Forschung aktiv. Deshalb wurden sie sehr schnell darauf angesprochen, die Anlage auch für Forschungszwecke nutzen zu können. Führende wissenschaftliche Partner sind die RWTH Aachen und die TH Köln, die an der Konzeption der Anlage bereits seit gut einem Jahr mitwirken. Die Einrichtung steht nach Fertigstellung aber auch anderen Hochschulen offen.

Die Stadt Werne begrüßt das Projekt ausdrücklich“, erklärt Bürgermeister Lothar Christ. „Neben der Revitalisierung der Brachfläche und der Schaffung von Arbeitsplätzen ist das Vorhaben besonders als touristischer Anziehungspunkt für Stadt und Region von hoher Bedeutung.“

Ein Teil der erforderlichen Gutachten und Studien zur Realisierung, Umweltverträglichkeit und zur Auslegung sind bereits abgeschlossen. „Die Aufstellungsbeschlüsse für das notwendige Bebauungsplanverfahren und das FNP-Änderungsverfahren sollen am 22. September 2020 in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr gefasst werden“, erläutert Planungsdezernent Ralf Bülte die nächsten Schritte. „Darüber hinaus befinden wir uns im Hinblick auf die übergeordnete Planung in guter und enger Abstimmung mit der Regionalplanungsbehörde in Essen.“

Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht betont die intensive Zusammenarbeit zwischen Projektträger und Stadtverwaltung. „Vor gut anderthalb Jahren hat Herr Dr. Detering den Kontakt zu uns aufgenommen. Seitdem ist sehr viel Vorarbeit erfolgt. Der Projektansatz wurde weiterentwickelt und geprüft“, sagt Carolin Brautlecht. „Nun ist ein Planungsstand erreicht, an dem wir auch die Öffentlichkeit informieren möchten.“

Das Vorhaben kalkuliert mit einem Investitionsvolumen für die erste Ausbaustufe in Höhe von 30 Millionen Euro.

Grafik: c/o Stadt Werne

Dabei entfallen rund 20 Millionen Euro auf die Freizeiteinrichtung und 10 Millionen Euro auf den Forschungsteil. „Wir befinden uns im intensiven Austausch mit dem Wirtschaftsministerium, der Bezirksregierung Arnsberg und der Business Metropole Ruhr im Hinblick auf mögliche Förderprogramme und rechnen uns gute Chancen auch im Rahmen des 5-Standorte-Programms aus“, skizziert Bürgermeister Lothar Christ eine Unterstützung auch durch öffentliche Fördergelder. Der Projektträger SW GmbH & Co. KG rechnet damit, dass jährlich 200.000 Gäste die SURFWRLD besuchen werden. „Werne hat eine hervorragende Lage. Das Einzugsgebiet umfasst in einer Stunde Fahrzeit 10 Millionen und in zwei Stunden 20 Millionen Einwohner“, so Dr. Detering. „Und neben der sportlichen Nutzung wird der Forschungsteil genauso cool werden. In der Dimension gibt es das nämlich noch nicht. Auch damit wird Werne dann einmalig.“

„Die SURFWRLD ist mit einer überregionalen Strahlkraft im Freizeitsektor verbunden und wird ein echter touristischer Magnet sein“, ist sich Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht sicher. „Neben den zunächst 116 direkten Arbeitsplätzen der Einrichtung werden insbesondere die indirekten Arbeitsplatzeffekte deutlich höher zu bemessen sein. Dabei ist uns wichtig, dass die gesamte Stadt von dieser Anlage profitiert.“

Für die SURFWRLD wird gegenüber des Südrings eine neue Zufahrt auf das Zechengelände erschlossen. Beim gesamten Projekt berücksichtigt die Stadt Werne zudem die Anbindung an das Radwegenetz.



Dr. Michael Detering: „Wir haben einen sehr engagierten Zeitplan, möchten die Anlage Ende 2022 für den Forschungsteil in Betrieb nehmen und dann im Frühjahr 2023 die Eröffnung des Surfparks feiern.“

Erste Einblicke in die SURFWRLD sind ab sofort auf der Website www.surfwrld.de zu finden. Neben der Vorstellung des Projekts gibt es dort ausführliche Informationen, unter anderem zum Thema Nachhaltigkeit. Auch Tickets können schon gebucht werden.

„Das Projekt SURFWRLD wird ein absolutes Highlight für Werne und der Durchbruch für die Entwicklung der Zechenbrache“, fasst Bürgermeister Lothar Christ zusammen.

Stolz präsentieren Stadt und Investor ihre spektakulären Pläne. (Foto Stadt Werne)

Quelle: Stadt Werne

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