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Zeltstadt Selm nach Krätze-Ausbruch wieder geöffnet – Infoabende in Schwerte und Holzwickede

Die sogenannte Zeltstadt auf dem Polizeischulgelände in Selm-Bork stand wegen Ausbruchs von Krätze mehrere Tage unter Quarantäne. Die derzeit ca. 400 Zugewanderten durften sich ausschließlich auf dem Gelände aufhalten, und es gab einen Aufnahmestopp. Seit gestern ist die Unterkunft wieder geöffnet. Krätze ist eine stark juckende Hautkrankheit, die durch Milben übertragen wird.

In Schwerte können sich interessierte Bürger am Dienstag, 19. Januar, die künftig als Unterkunft umgenutzte Turnhalle der Reichshofschule in Westhofen ansehen. Möglichkeit zur Besichtigung besteht von 18 bis 19.30 Uhr. Im Anschluss folgt im Ev. Gemeindehaus, Labuissièrestraße 32, die Informationsveranstaltung der Stadt Schwerte und des Arbeitskreises Asyl.  Dort werden auch die Schulleitung und die Polizei Fragen beantworten. Darüber hinaus möchte der Arbeitskreis Asyl auch freiwillige Helfer zur Betreuung der künftigen  Bewohner finden. Interessierte werden gebeten, ebenfalls zu der Veranstaltung zu erscheinen. Dort gibt es alle weiteren Informationen.

Schwerte gehört zu den Städten im Kreis Unna, die den Flüchtlingsunterbringungsdruck bisher am stärksten zu spüren bekamen und bekommen. Die Westhofener Turnhalle wurde von mehreren Sportvereinen genutzt. Im November schrieb die Stadtverwaltung einen „Brandbrief“ aus Schwerte an die Bezirksregierung, mit dem sie eine einwöchige Zuweisungspause erreichte. Nach der kurzen Unterbrechung ging es jedoch weiter mit der Bereitstellung zusätzlicher Flüchtlingsunterkünfte.

Neben mehreren Sporthallen nutzt die Mittelstadt an der Ruhr Container zur Unterbringung und will im Laufe dieses Jahres ein „Flüchtlingsdorf“ auf dem Gelände des früheren Freizeit- und Allwetterbades (FAB) errichten, als festes und längerfristiges Quartier.

In Holzwickede wird die ehemalige Raketenstation und Emscherkaserne zur Flüchtlingsunterkunft. Auch dazu gibt es eine öffentliche Informationsveranstaltung. Sie wurde von der Holzwickeder Politik gefordert. Die Gebäude – FAST II (Raketenstation) und ehemalige Emscherkaserne – sind im Besitz des Bundes. Alle Fragen dazu können Bürger am 27. 1. ab 18 Uhr im Forum des Schulzentrums an der Opherdicker Straße loswerden. Mitarbeiter der Gemeinde werden einen Überblick der aktuellen Lage zur Anzahl und Unterbringung der Flüchtlinge, Organisation und mehr geben. Mit einer Lichtbildprojektion werden die Liegenschaften der Raketenstation und der ehemalige Emscherkaserne vorgestellt.


Wie Landrat Michael Makiolla in seiner Neujahrsansprache beim SPD-Empfang in Unna zusammenfasste, sind im Kreis Unna derzeit knapp 4000 zugewanderte Menschen untergebracht. Hilferufe wegen akuter Unterbringungsprobleme schickten neben Schwerte bisher Holzwickede, Kamen und Lünen nach Arnsberg.

Fröndenberg hat bisher eine Grundschulturnhalle als Quartier bereitgestellt und bereitet gerade das Schützenheim an der Graf-Adolf-Straße für den Einzug mehrere Dutzend alleinstehender junger Männer vor. Die Schützen vermieten der Stadt das Gebäude für drei Jahre.

Unna hat diese Probleme (bisher) nicht, da der Kreisstadt wegen der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung in Massen (künftig bis zu 1500 Plätze) keine Flüchtlinge ins Stadtgebiet zugewiesen werden.

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