Rundblick-Unna » Zeltstadt neben Polizeischule Bork für fast so viele Flüchtlinge wie in Massen – Bürgermeister will „Bürger mitnehmen“

Zeltstadt neben Polizeischule Bork für fast so viele Flüchtlinge wie in Massen – Bürgermeister will „Bürger mitnehmen“

1000 Flüchtlinge kommen momentan Tag für Tag in NRW neu an. Für die Ankömmlinge von genau einem Tag reicht somit die Zelthalle aus, die in dieser Woche auf dem Areal der Polizeischule in Selm-Bork aufgebaut wird. Die Zeit bis zur Ankunft der ersten Flüchtlinge in ca. 14 Tagen will der Bürgermeister der Kleinstadt Selm, Mario Löhr (SPD), dazu nutzen, seine Bürger „mitzunehmen“, wie es landläufig heißt. Dazu plant die Stadtverwaltung zwei öffentliche Bürgerversammlungen.

Mit bis zu 1000 Asylsuchenden wird die Zeltstadt am nördlichen Rande des Kreises Unna noch ca. 200 Menschen mehr aufnehmen als die Landesstelle Massen, die derzeit mit ihrer Maximalbelegung von 800 Flüchtlingen an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt ist. Die SPD-Fraktion besuchte die ehemalige Landesstelle, die seit Dezember erneut als Flüchtlingsunterbringung festgeschrieben ist, im Rahmen ihrer sommerlichen „Fraktion vor Ort“ (wir berichteten). Dabei erklärte der Leiter der benachbarten Hochschule, Christian Kunert, unumwunden, dass die Hochschule aufgrund der kritischen Flüchtlingssituation momentan in ihrer Entwicklung gebremst ist. Gleichzeitig pflegten der Campus und die Flüchtlinge jedoch eine friedliche Nachbarschaft, und dieser Punkt erschien auch der SPD derzeit als der Wichtigste.

Offene Bürgerveranstaltungen, wie sie SPD-Bürgermeister Mario Löhr jetzt für die Selmer ankündigt, hätten sich die Unnaer und speziell Massener Bürger viel früher auch von ihrem SPD-Bürgermeister Werner Kolter gewünscht. Bei der Wiedernutzung der Ex-Landesstelle als Flüchtlingsunterkunft wurde dieser Punkt – mangelnde Transparenz und unzureichendes „Mitnehmen“ der eigenen Bevölkerung – ungleich häufiger kritisiert als die Unterbringung der von Krieg und Not Bedrohten generell.

Die „Zeltstadt“ in Bork ist zunächst für ein Vierteljahr geplant (bis Anfang November). Ihr Standort ist ein Parkplatz hinter dem Schwimmbad der Polizeischule.

Kommentare (9)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Irgend etwas muß ja gemacht werden, solange immer noch neue Flüchtlinge dazu kommen.

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  • An Exi via Facebook

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    Ich hab ja kein Problem damit, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt….aber bitte wo soll das dauerhaft noch hinführen?? Jobs.. begrenzt…Wohnungssuche wird selbst für die Einheimischen immer schwieriger …
    Die Kriminalität immer mehr. …wobei ich dazu sagen will, dass natürlich nicht nur Ausländer darunter sind..
    Aber allein mag man als Frau bald nicht mehr auf die Straße…. ist das alles richtig….. ???!!!!!!!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Liebe An Exi, die Politik ist sichtlich von dem Problem überrollt worden. Die Sorgen, wohin diese Entwicklung lang- oder schon mittelfristig führen soll, bewegt viele Bürger und auch viele unserer Leser. Ebenso wie die Frage, wie man diesen vielen Menschen – denen in ihrer Heimat oft Schlimmestes droht – dauerhaft gerecht werden möchte. Es geht zunächst um Akuthilfe, auch mit dieser Zeltstadt, die ja explizit auf drei Monate begrenzt ist.

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  • Udo

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    Wieso ? Wenn ich plötzlich in ein anderes Land gehe, darf ich auch nicht erwarten, dass man sofort ein Bett bereitstellt und mich verpflegt. Nur die Deutschen sollen das machen ?!? Ich kenne kein Land der Erde, wo das gemacht wird. Da darf man sich selbst drum kümmern !!!

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Das gilt natürlich nicht nur für Deutschland, Udo, sondern, bis auf einige Ausnahmen für ganz Europa.

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    • An Exi via Facebook

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      Da muss ich zustimmen…kein Geld…und schon habe ich wenn ich in einem anderen Land starten will ein Problem…Wir zahlen für die Flüchtlinge…..und wo bitte bleiben wir??? Oder schlimmer…unsere Kinder???!!! Es gibt so viele die am Existenzminimum leben und jeden Tag aufs neue kämpfen trotz Arbeit!!! Und den Flüchtlingen wird es sehr einfach gemacht… Manchmal kann einem da leider nur der Kamm schwellen. Sorry!!! Will aber noch mal betonen, dass ich nichts gegen Ausländer habe, aber es muss definitiv was passieren. . !!!!!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dass etwas passieren muss, ist unstrittig, An Exi. „Leicht gemacht“ wird es Menschen, die oft über Nacht Hals über Kopf ihre gesamte Existenz zurück lassen müssen, aber nicht wirklich, meinst du nicht? Insgesamt sind Skepsis und Sorgen natürlich verständlich.

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    • Harriet Dohrs

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      Doch: Israel hat auch 70000 afrikanische Flüchtlinge aufgenommen… und leider ganz große Probleme mit ihnen bekommen.

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  • Michael

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    Zu den Aussagen, dass es auf 3 Monate begrenzt sein soll, laut Politikern.
    Der Soli war für 1 Jahr angesetzt, nun sind wir im 25. Jahr.
    Das die Politik gefordert wird, daran geht kein Weg vorbei. Aber bitte nicht auf dem Gelände von Sicherheitseinrichtungen, da gibt es doch sicherlich andere Möglichkeiten.

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