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Würdevoll leben bis zuletzt: Informationen und Liederabend zum Welt-Hospiztag in Unna

Würdevoll leben bis zuletzt, in Würde sterben. Dafür setzen sich die Ehrenamtlichen in der Hospiz- und Palliativarbeit ein. An diesem Samstag, 10. 10., ist Welthospiztag in Unna – mit einem Infostand auf dem Alten Markt und einem Liederabend ab 19 Uhr im ZiB am Lindenplatz.

Am Samstagvormittag werden Vertreter verschiedener Einrichtungen auf dem Unnaer Markt ihre Arbeit vorstellen. Hospizstiftung, ambulanter Kinder- und Jugend-Hospizdienst, Leuchtturm  Schwerte (Kinder- und Jugend-Trauerarbeit) und Ambulanter Hospizdienst Unna „Omega – Mit dem Sterben leben“. Evtl. kommt auch das Trauercafé Massen dazu. Am Abend wird Fred Ape ab 19 Uhr im ZiB auf seiner Gitarre heitere und nachdenkliche Lieder rund um das Leben und Sterben präsentieren.

„Unser Ziel ist es, das Thema Tod, Trauer und Sterben immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen und so eine Auseinandersetzung mit diesen Themen zu fördern„, schreibt der ehrenamtlich äußerst rührige Klaus Koppenberg in seiner Einladung zu den Veranstaltungen am Samstag. „Wir möchten versuchen, den lähmenden Schrecken zu nehmen, der häufig dazu bringt, gerade hier auszuweichen und Betroffene alleine zu lassen. Wir möchten dazu ermutigen, sich mit dieser letzten Lebensphase auseinander zu setzten. Sterbenskranke und Trauernde brauchen Mitmenschlichkeit und Mitgefühl durch Menschen, die ihnen begegnen. Wenn die Möglichkeit besteht, der Trauer Ausdruck zu geben und auf Menschen zu stoßen, die in einer ähnlichen Situation sind, kann der Schmerz der Trauer erträglicher werden und beginngen, sich zu verändern.“

Die Hospiz- und Palliativarbeit schaffe die Möglichkeit, an der Hand eines Menschen sterben zu können – und nicht durch die Hand eines anderen.

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Klaus Koppenberg bezieht auch kritisch zur aktuellen Diskussion um die Sterbehilfe Position: „Es wird deutlich, dass häufig vielfältige Ängste zum Wunsch eines Menschen führen, sein Leben vorzeitig zu beenden. Die Angst vor dem Alleinsein, vor starken Schmerzen, vor dem Verlust der Würde; die Angst, anderen zur Last fallen.  In modernen und aufgeklärten Gesellschaften sind Selbstbestimmung und Autonomie zwar zentrale Werte: Das darf aber nicht dazu führen, dass eine Debatte einseitig zugunsten einer leistungsorientierte´n Gesellschaft geführt werden darf. Die Akzeptanz von Abhängigkeit und die Bereitschaft, für andere Sorge zu tragen, ist Voraussetzung für jede menschliche Gesellschaft.“

Koppenberg abschließend: „Die Trauer, in der das sich das Leben verlangsamt und für eine Zeit alles anders ist als gewohnt, braucht einen gleichwertigen Platz in der Gesellschaft wie Leistungsfähigkeit und Freude.“ Diesen Gedanken möchten die Organisationen aus Unna und Umgebung mit ihren Angeboten am Hospiztag weitertragen.

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Kommentare (1)

  • Fürst

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    Rcihtig! DIESE Leute sind zu würdigen! Respekt.

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