Rundblick-Unna » Windpocken in Landesstelle und Unterkunft Kamen: 1020 Flüchtlinge werden sofort geimpft – Kreis sieht „keine besondere Gefährdung für Bevölkerung“

Windpocken in Landesstelle und Unterkunft Kamen: 1020 Flüchtlinge werden sofort geimpft – Kreis sieht „keine besondere Gefährdung für Bevölkerung“

In der Landesstelle Unna-Massen (Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge) und in der Notunterkunft Kamen sind Windpocken aufgetreten: Neun Fälle. Alle Flüchtlinge werden deshalb sofort geimpft: 1020 insgesamt, in Massen derzeit 810 und in Kamen rund 210 Menschen.

Die unverzügliche Immunisierung der über 1000 Asylbewerber ordnete das Kreisgesundheitsamt an. Sieben Fälle von Windpocken (Varizellen) wurden in der Landesstelle Massen festgestellt, zwei in der Notunterkunft in Kamen. Die Massener Unterkunft betreibt der Kreis, die Kamener das DRK, beide im Auftrag des Landes und finanziert vom Land. Die Impfungen in der Erstaufnahmeeinrichtung Massen wird eine Dortmunder Ärztin übernehmen, in Kamen wird die Kreis-Gesundheitsbehörde selbst aktiv.

Nach der heute vom Kreis bekannt gegebenen Zahl von 810 Flüchtlingen hat sich die Belegung der Landesstelle wieder auf annäherndes Normalmaß eingependelt. Regulär ist die Einrichtung für maximal 600 Menschen vertraglich festgeschrieben, in Ausnahmefällen – zeitlich begrenzt auf drei Monate im Jahr – sind 800 vorgesehen. Mehrfach seit dem sich Zuspitzen der Flüchtlingskrise waren an der Lippestraße jedoch schon bis zu 1200 Flüchtlinge einquartiert.

Ist die Bevölkerung gefährdet?

Viele Menschen kennen Windpocken als ansteckende Kinderkrankheit. „Nach einer Infektion bestehe lebenslange Immunität“, betont der Kreis. „Außerdem werden Kinder aufgrund einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission standardmäßig geimpft.“ Angesichts einer Grundimmunisierung bestehe deshalb „keine besondere Gefährdung für die Bevölkerung“. „Wer unsicher ist, dem wird empfohlen, mit seinem Impfbuch zum Hausarzt zu gehen und im Zweifelsfall eine Ergänzungsimpfung durchführen zu lassen“, rät Josef Merfels, Leiter der Kreis-Gesundheitsbehörde. 

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