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Willkommenskultur gefährdet: CDU beantragt Beschäftigungsprojekt der Werkstatt Unna für junge Zuwanderer

Kaum oder keine Deutschkenntnisse, kaum oder keine Berufserfahrung – Zugewanderte drohen  geballt in Hartz IV zu fallen, warnt die Unnaer CDU-Fraktion. Ihr Vorschlag: ein spezielles Projekt der  Werkstatt Unna für jüngere Geflüchtete und Zugewanderte. 

Es soll Beschäftigung mit Sprachkursen verbinden. Denn aus Perspektivlosigkeit erwächst Frust. Und Frust führt – wie schon alarmierend ersichtlich – zu Verhaltensmustern, die „die Willkommenskultur gefährden“. Auf Deutsch: zu Kriminalität, Belästigungen usw.

Zielgruppe des von der CDU gewünschten Projekts sind daher junge Zugewanderte unter 25 Jahren, im ersten Schritt bis zu 50 an der Zahl. Da Asylsuchende und -bewerber nur eingeschränkt Beschäftigung annehmen dürfen, sei dazu „ein politischer Konsens notwendig“, schreibt CDU-Fraktionschef Rudi Fröhlich.

Parallel zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten soll Sprachförderung verbindlich integriert werden. „Dazu sind die Möglichkeiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zu prüfen“, so die CDU. Vieles an Sprache könne sich aber auch durch „learning by doing“ entwickeln. „Mit dem Projekt wird die Integration von Flüchtlingen ins Gemeinwesen der Stadt Unna für die Bevölkerung sichtbar und somit ein Beitrag zum Erhalt der Willkommenskultur in Unna geleistet“, schreibt die CDU.  Bei Erfolg könne man das Konzept auf andere Altersgruppen übertragen und ausbauen.


„Ziel ist in erster Linie die gesellschaftliche Eingliederung jugendlicher Flüchtlinge“, heißt es in dem (sehr komplex formulierten) CDU-Antrag. „Fehlende Sprachkenntnisse, nicht verwertbare berufliche Fähigkeiten, zu wenige geeignete Arbeitsplätze und Zugangsbeschränkungen stehen meist … einer unmittelbaren Integration in den Arbeitsmarkt im Wege. Für Qualifizierungsmaßnahmen fehlen … die Zugangsvoraussetzungen. Wohn- und Lebensumstände führten zu gefühlter Perspektivlosigkeit. In Folge werden bei immer mehr jungen Flüchtlingen Verhaltensmuster beobachtet, die von der Mehrzahl der einheimischen Bevölkerung abgelehnt werden und die bisher gelebte Willkommenskultur gefährden“, formuliert der CDU-Fraktionschef – von Beruf Polizeibeamter – diesen wichtigen Aspekt recht umständlich – gemeint ist schlicht: Aus Frust erwachsen soziale Probleme.

„Die gesellschaftliche Integration ist dadurch gefährdet„, warnt die CDU. Abgestimmte Arbeitsgelegenheiten mit verbindlichem Erwerb von Sprachkompetenz stellt sie sich als ersten Schritt vor, um den Zugewanderten ein selbstbestimmtes Leben auf der Basis  sozialversicherungspflichtiger Arbeit zu ermöglichen. Ohne staatliche Transferleistungen wie Hartz IV.

Zur Finanzierung:

In den Entwurf des Haushalts für 2017/2018 sind entsprechende Mittel einzustellen, soweit die Stadt Unna für die Projektfinanzierung zuständig ist.


 

Der Antrag im Wortlaut ist auf der Homepage der CDU Unna zu finden:

http://www.cdu-unna.de/ratsfraktion_positionen_und_antraege/main/_dateien/datenbank1/daten/eintraege/dateien/100015/PDF.pdf

– Archivfoto –

 

 

 

 

Kommentare (40)

  • Paul Schäfer

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    Herr Fröhlich erklärt anderen die Welt ! Schuster bleib bei deinen Leisten ! In Sachen Spracherwerb und Arbeitsvermittlung gibt es Fachleute, die bereits wissen, wie sie ihre Arbeit zu erledigen haben.
    Oder soll ich dem Polizisten jetzt mal erklären, wie man Einbrecher fängt !?!

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    • Rudolf Fröhlich

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      Sehr geehrter Herr Schäfer,
      normalerweise nehme ich zu Kommentierungen in Bezug auf Anträge der CDU-Fraktion zumindest in diesem Kreis nicht Stellung. Da Sie aber explizit meinen Namen und meinen Beruf erwähnten, will ich es in diesem Falle doch einmal tun und Ihnen folgendes sagen:
      1. Es geht hier nicht darum, dass ich anderen die Welt erklären will. Ich weiß auch nicht, woher Sie die Argumente nehmen, um mir solche Arroganz zu unterstellen. Ich kenne Sie nicht, wie kommen Sie also dazu, über mich als Person hier solche Wertungen abzugeben?
      2. Lesen Sie doch bitte zuerst unseren Antrag und urteilen Sie dann! Dieser Antrag ist nach intensiver Beratung und mit Hilfe von Fachleuten entstanden, die sich mit der Materie, die der Antrag berührt, beruflich und professionell täglich befassen. Ich trete gerne in einen sachlichen Austausch mit Ihnen über diesen Antrag ein. Dann bringen Sie aber bitte echte Argumente und keine Bemerkungen auf Stammtischniveau!
      3. Sollten Sie den Antrag wirklich einmal lesen und mir an irgendeiner Stelle fachliche oder rechtliche Mängel in demselben nachweisen können, dann werde ich diesen Antrag sofort zurückziehen. Aber bitte: Fachliche und rechtliche Mängel, einfach nur anderer Meinung zu sein, genügt da nicht.
      4. Es geht in dem Antrag nicht darum, Fachleuten für Spracherwerb und Arbeitsvermittlung ihre Arbeit zu erklären, es geht vielmehr darum, verbindliche und verpflichtende STRUKTUREN zu schaffen, damit diese Leute ihre Arbeit machen können!
      5. Ich weiß nicht, was mein Beruf mit meiner Tätigkeit als demokratisch gewähltes Ratsmitglied und als Fraktionsvorsitzender der CDU zu tun haben soll. Insoweit Sie mir mit Ihrer Bemerkung bzgl. der Einbrüche persönlich oder der gesamten Polizei indirekt fachliche Inkompetenz unterstellen wollen, frage ich mich auch hier: Wie kommen Sie dazu?
      Wohnungseinbruch ist seit Jahren ein kriminologisches Phänomen, mit dem die Polizei bundesweit, ja europaweit konfrontiert ist. Meiner Meinung nach haben Polizei und Politik bundesweit bisher noch kein wirklich durchschlagendes Mittel dagegen gefunden. Wenn SIE die Lösung haben sollten, kann ich nur sagen: Her damit, damit könnten sie ganz groß ´rauskommen! Vielleicht werden Sie damit Polizeipräsident, dann könnten Sie mir nicht nur Ratschläge sondern sogar Anweisungen geben!
      Würden Sie einem Arzt oder Wissenschaftler erklären wollen, wie er Krebs oder Aids erfolgreich und nachhaltig bekämpfen kann? Nein? Warum wollen Sie dann der Polizei Ratschläge erteilen?

      Abschließend: Sie müssen mich nicht mögen und sie müssen die CDU nicht mögen, sie müssen auch unseren Antrag nicht gut finden, aber etwas Sachlichkeit sollte man erwarten dürfen.
      Herzliche Grüße
      Rudolf Fröhlich
      Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat Unna

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Vorausplanen bis 2018. Was wird, wenn in Kürze in Syrien Waffenstillstand ist und danach vielleicht auch ein Ende der Bombardierungen? Dann gehen ja vielleicht viele zurück und erübrigen sich diese Planungen.

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  • Chrissy Westh via Facebook

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    … gut und schön. Planen – ok,- Finanzmittel – woher – in die Tat umsetzen dagegen schwer. Ziel und das Ende von Lied – ist sehr „fragwürdig“. ???

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    • Rudolf Fröhlich

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      Liebe Chrissy Westh,
      ich habe ja nicht behauptet, dass es leicht ist. Aber wenn man es wirklich will, dann kann man es auch durchsetzen. Die dazu notwendigen Finanzmittel wären m.E. gut angelegtes Geld – und der größte Anteil davon käme vom Bund und nicht von der Stadt. Wir geben mittlerweile Millionen (Milliarden?) für die Aufnahme von Flüchtlingen aus. Da halte ich es für vertretbar, ein paar tausend Euro in Unna dafür in die Hand zu nehmen, dass diese Menschen einen Beitrag leisten können. Viele von denen, die Gutwilligen unter ihnen, werden es meiner Meinung nach gerne tun, weil sie dann nicht das Gefühl haben müssen, von Almosen zu leben…

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  • Ines Petzold via Facebook

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    Guten Morgen … seid ihr auch schon aufgewacht CDU und merkt was los ist im Land!
    Mal sehen wieviele der angepeilten jungen Zuwanderer Bock darauf haben morgens aufzustehen und was in der Richtung zu machen?! Solange die alles umsonst + Taschengeld bekommen, warum sollten die was machen?!! Wird eh nur ein verschwindend geringer Teil sein, die integrationsfaehig und -willig sind!!!

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    • Rudolf Fröhlich

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      Ja hallo, „guten Morgen“ Frau Petzold! :-)
      Genau darum geht es ja in unserem Antrag: Sie sollen eben nicht alles umsonst + Taschengeld bekommen. Die einschlägigen Gesetze sehen vor, dass man ihnen Leistungen (z.B. Taschengeld) kürzen kann, wenn sie ihrer Verpflichtung, solche Arbeiten anzunehmen, nicht nachkommen. Man muss Ihnen aber solche Jobs anbieten. Das könnte z.B. die Werkstatt Unna oder auch andere Träger machen. Wir wollen die Integrationsfähigen und -willigen fördern – auf die anderen können wir verzichten. Ist das deutlich genug als Stellungnahme der CDU in Unna? Zu Ihrer Eingangsbemerkung: Stellen Sie diese Frage (…sind sie auch schon aufgewacht…) doch lieber mal der SPD oder den anderen Parteien im Rat. Von denen hören Sie nämlich zu diesem Thema gar nichts!

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      • Ines Petzold via Facebook

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        Ja hallo Herr Froehlich… guter Antrag und Vorschlag, wenns denn gelingt noch die SPD zu wecken, nur die werden wieder nicht richtig lesen und am Ende die einschlaegigen Gesetzesvorlagen torpedieren! Wieviel Hoffnung haben Sie, diesen Antrag durchzubekommen?

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        • Rudolf Fröhlich

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          Ich bin grundsätzlich optimistisch – muss aber zugeben, dass ich noch keine Reaktionen von den anderen Parteien darauf habe…

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      • Ines Petzold via Facebook

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        Herr Froehlich ich frag mich nur jetzt gerade was ist mit den Zuwanderern, die sich nicht in das Projekt einbringen wollen und somit geringere finanziellen Zuwendungen bekommen, ggfs. nur Sachleistungen, ist dann die Gefahr nicht noch groesser, dass diese in die Beschaffungskriminalitaet abrutschen und sich Geldmittel anderweitig beschaffen wuerden?

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        • Rudolf Fröhlich

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          Ich gehe mal davon aus, dass wir zunächst die Gutwilligen erreichen. Die anderen erreichen Sie ohnehin nicht Frau Petzold: Die kassieren und bessern sich ihr Einkommen zusätzlich auf (womit, das können Sie sich denken…). Diejenigen, die nur unsere Sozialsysteme ausbeuten wollen und zusätzlich straffällig werden, müssen möglichst schnell wieder aus Deutschland ausgewiesen werden, das ist meine Meinung!

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          • Ines Petzold via Facebook

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            Das finde ich eine ehrliche und sehr gute Haltung, diese Denke muesste nur auch oben an der Spitze der Regierung ankommen und durchgesetzt werden!!!
            Darueber hinaus zolle ich Ihnen ehrlich Respekt, dass Sie so oeffentlich Stellung nehmen!!!
            Ich bin ueberzeugt, dass der Grossteil der Bevoelkerung absolut nichts gegen die Fluechtlinge hat, die sich integrieren wollen, nur die, die es nicht wollen und kriminell sind, muessen wieder zurueck!!! Wer Gastpflichten nicht respektiert, hat sein Gastrecht verwirkt!!! Sie schmeißen sicher auch einen Gast aus Ihrem Haus, der sich nicht benimmt …wie jeder andre auch!!
            Es muessen ohne Wenn und Aber dringendst unsere Asylgesetze geändert werden, damit kriminelle Zuwanderer umgehend abgeschoben werden koennen, wenn sie erwischt werden ohne langes Hin und Her oder gar wieder auf freiem Fuss! Schluss mit der „Kuschelpolitik“ mit kriminellen Zuwanderern!!!!

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          • Rudolf Fröhlich via Facebook

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            Ines Petzold Ich teile Ihre Meinung und ich weiß, das fast alle meine Kollegen bei der Polizei und auch die Mitglieder meiner Fraktion es tun. Ich denke, auch ganz oben in der Politik ist diese Botschaft ebenfalls langsam angekommen – siehe Asylpaket II (auch wenn Herr Gabriel und die SPD, nachdem sie es unterschrieben hatten, auf einmal entdeckt haben, dass sie es eigentlich so ja gar nicht wollten :-) !) . Dieser Eiertanz muss endlich aufhören! Wir haben das auch unserem Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe vor ein paar Tagen nochmals sehr offen so gesagt und mit auf den Weg nach Berlin gegeben. Eine Politik, die zulässt, dass kriminelle Zuwanderer z.B. aus Nordafrika unter dem Mantel des Asylrechts hier einreisen um Straftaten zu begehen und die Sozialsysteme auszubeuten, schadet dem an sich guten Asylgedanken, bringt die wirklich hilfsbedürftigen Flüchtlinge in Verruf und schadet nicht zuletzt uns allen! Meine Botschaft ist: Nicht alle über einen Kamm scheren, aber die „faulen“ Äpfel im Korb müssen umgehend abgeschoben werden!

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          • Ines Petzold via Facebook

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            Genau das ist der Punkt!!!!
            Wenn jetzt nicht dringendst das Problem geloest und offen und laut in die Welt kommuniziert wird wer und unter welchen Bedingungen ueberhaupt noch in D einreisen darf, bringt die Bevölkerung noch mehr gegen die Regierung auf und der Zustrom nimmt kein Ende!
            Darueber hinaus sollte der Weg jedes Zuwanderers ueber Transitzentren laufen, egal ob SPD und Gruene von Internierungslagern sprechen oder nicht (da sie den Sinn und Zweck ueberhaupt nicht kapieren), aber dies ist die einzige Chance der geordneten Registrierung, medizinischen Versorgung und Impfung der Zuwanderer und ggf. ABLEHNUNG, wenn sie aus sicheren Ländern sind! Das haben schon die Amis vor mehr als 100 Jahren durch Ellis Iland so gemacht, warum also auch nicht wir!!!

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Herr Fröhlich, ich finde Ihre Einstellung gut und hoffe, dass es umsetzbar ist. Es muss dringend etwas passieren.

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  • Franz Lohoff

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    Herr Froehlich gehört in die Bundespolitik. Er sollte in Berlin mit Herrn Hüppe zusammen Deutschlands Probleme lösen. Hier in Unna hat sich bestimmt deshalb noch niemand zu Wort gemeldet, weil man diesen genialen Antrag nicht verstanden hat.

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  • Andy Fischer via Facebook

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    Wie immer die Invasion seitens der Politikerkaste heroisiert wird,grenzt schon an Pathologischer Geisteskrankheit.

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  • Oskar B.

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    Sehr richtig, Andy Fischer. Dieser „Staat“, der es nicht schafft, Einreisende zu registrieren, damit sie nicht unter 7 verschiedenen Personalien, siebenmal Taschengeld kassieren und dieser Abzocke Konsequenzen folgen zu lassen. Mutti Merkel fängt sich vom großen „Freund“ Frankreich gleich die nächste Klatsche ein. Goodbye Germany. Merkel hat sich mit ihrer „Willkommenskultur“ voll ins Abseits manövriert und ihre Partei muss es überall schön reden…

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    • Rudolf Fröhlich

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      Lieber Oskar B.,
      ich denke, hier geht es nicht mehr um´s Schönreden. Ich kann auch nicht verstehen, dass immer nur Frau Merkel für die Flüchtlingskrise verantwortlich gemacht wird, denn was, bitte, glauben Sie, wäre geschehen, wenn der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin Sigmund Gabriel, Katrin Göring Eckard oder Sarah Wagenknecht heißen würde? Wir hätten die gleiche Situation, nur noch viel schlimmer. Ich sehe das Handeln der Kanzlerin auch kritisch, aber macht macht man es sich nicht zu einfach, wenn man nur auf „Mutti“ schimpft? Würden Sie lieber den Vorschlag von Frauke Petry folgen und an der Grenze den Schießbefehl ausgeben? Man muss einfach sehen: Die Lage ist kompliziert und es gibt europäische und andere Rahmenbedingungen, die zu beachten sind. Und es gibt nicht zuletzt unser eigenes Grundgesetz, auf das wir stolz sind. Wir leben in einem Rechtsstaat und nicht in einem rechten Staat, und das soll auch so bleiben, oder sind Sie da etwa anderer Meinung??? Dann wären Sie m.E. hier (und damit meine ich nicht nur dieses Forum!) nämlich falsch! Herzliche Grüße

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      • Ines Petzold via Facebook

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        Lieber Herr Fröhlich, die Sache mit dem Schiessbefehl ist ja keine Erfindung von Frau P., sondern klar in unseren Gesetzen verankert: Wer versucht sich mit Gewalt Zutritt zu unserem Land zu verschaffen und nicht den Aufforderungen der Bundespolizei nachkommt, dann sind diese verpflichtet mit allen Mitteln (u.a. Waffe) diesen Grenzuebertritt zu verhindern. Mal in Einfacheit den Paragraphen zitiert.
        Oder wie wuerde die BP reagieren, wenn jemand mit dem Flugzeug einreist und durch die Kontrollen am Flughafen rennt und auf keinen verbalen Stopversuch reagiert? Wasserwerfer wird da ja wohl kaum eingesetzt?! Weiterrennen lassen?

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      • Rudolf Fröhlich via Facebook

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        Ines Petzold Liebe Frau Petzold, in einem Rechtsstaat gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Der hat Verfassungsrang! Es geht hier ja auch nicht um die Abwehr militärischer Angriffe. Was würde passieren, wenn man das machen würde? Ich sage es Ihnen: Deutsche Polizisten müssten auf unbewaffnete Zivilisten, Frauen, Kinder usw. schießen und Blutbäder anrichten. Ich könnte das nicht verantworten und ich denke, wir sollten dabei an unsere eigene Geschichte denken: Der Zewck heiligte bei den Nationalsozialisten die Mittel! Ich habe vor 42 Jahren einen Amtseid abgelegt auf das Deutsche Grundgesetz, und ich würde eine solche Anordnung nicht befolgen, weil es unmenschlich wäre und ich niemals einen Mord begehen werde! Der Zweck heiligt bei uns eben nicht mehr die Mittel! Hätten in der NS-Zeit die Menschen in der Masse mehr Zivilcourage gezeigt, wäre der Holocaust vielleicht nicht verhindert worden, aber wir würden uns heute auch nicht so sehr in der ewigen moralischen Falle befinden, bei bestimmten Meinungsäußerungen in die rechte Ecke gestellt zu werden. Nein, ein Rechtsstaat lässt nicht auf unbewaffnete Zivilisten schießen, niemals! Ich glaubte, wir hätten den Nationalsozialismus und die DDR hinter uns gelassen….. Bitte, lassen Sie uns d i e s e Diskussion nicht führen!

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      • Stefanus Maxus via Facebook

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        Herr Fröhlich: Prinzipiell stimme ich Ihnen zu. Aber manchmal passieren Dinge im Leben und auch speziell in der Geschichte, da werden Menschen in Sekunden vor extremste Entscheidungen, die nur Lösungen zulassen die alle „unmoralisch“ sind, gestellt, ob sie nun wollen oder nicht. Ich erwarte jetzt keine Antwort, das möchte ich weder Ihnen noch sonst jemanden zumuten. Aber bitte nur mal als Punkt zum Nachdenken im stillen Kämmerlein: Sie sind an der Grenze eingesetzt, eine Masse Mensch tritt den Zaun nieder. Sie drohen überollt, entwaffnet und totgetreten zu werden. Auch Frauen und Kinder sind dabei. Vieleicht mit Sprengstoffgürteln, so wie kürzlich an der türkischen Grenze verhaftet. Sie wissen es nicht, aber jede Entscheidung, die Sie jetzt in wenigen Augenblicken treffen müssen, ist mit hoher wahrscheinlichkeit für irgendjemanden tödlich! Fragen Sie zu dem Thema vielleicht auch mal Afghanistanveteranen, egal ob Bundeswehr oder deutschrussische Ex-Rotarmisten. Oder Franzosen, die in Algerien gedient haben. Ich kannte noch persönlich Männer im Verwandten-/Bekanntenkreis, die als junge Wehrmachtsoldaten von sowjetischen Frauenbataillonen oder Massen schlecht oder unbewaffneter Rotarmisten angegriffen wurden, die man als „lebenden Kugelfang“ auf sie losjagte. Keiner hat das so recht verarbeitet, aber geschossen haben sie alle, nur um zu überleben…

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      • Rudolf Fröhlich via Facebook

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        Stefanus Maxus Sie zeichnen hier eine Situation, die wir nicht haben. Wir befinden uns nicht im Krieg! Lassen wir es einmal als „Gedankenspiel“ zu (wogegen sich mir die Haare sträuben): Würden wir mit solchen überzogenen Reaktionen nicht den Gegnern (also Terroristen, militanten Islamisten etc.) in die Hände spielen? Es muss andere Lösungen geben, nein: Es gibt bessere Lösungen! Aber die brauchen halt etwas Zeit. Einfache Antworten mögen „einfach“ erscheinen, aber deshalb sind sie noch lange keine g u t e n Antworten. Wir müssen in Deutschland konsequent, konsequenter als bisher! für Ordnung und Sicherheit sorgen, aber ausschließlich mit rechtsstaatlichen Mitteln! Dazu muss die Polizei verstärkt werden, und zwar dringend. Wir müssen gesetzliche Voraussetzungen schaffen, Straftäter schnell abzuschieben usw. Wir müssen den Familiennachzug beschränken. Wir müssen Registrierungsverfahren beschleunigen. Wir müssen Leute aus sog. „sicheren Herkunftsländern“ konsequent zurückweisen. Wir müssen es endlich schaffen, linken Parteien, die noch mehr Zuwanderung fordern, entschlossen entgegenzutreten! Wir müssen eine Politik betreiben, die keine zusätzlichen Anreize setzt, nach Deutschland zu kommen! Dazu müssen wir die skrupellosen Schlepperbanden und deren „Geschäftsmodelle“ bekämpfen (was gerade anläuft). Und wir müssen die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen. Und vielleicht noch vieles mehr. Dafür benötigen wir in Deutschland aber keine Schusswaffen! Ich werde mich nicht daran beteiligen, dass wir uns moralisch auf die Stufe der IS und von Terroristen begeben! Lassen Sie uns dieses Jahrhundertproblem entschlossen, gemeinsam und selbstbewusst, aber nicht mit Schusswaffen angehen! Ich glaube, die schweigende Mehrheit in Deutschland erwartet genau das von der Politik. Schließlich fordert das Grundgesetz auch, dass „Wohl des Deutschen Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden“! Und nochmals: Der Schaden für Deutschland und für unsere Demokratie wäre unermesslich, wenn wir beginnen würden, auf Flüchtlingen zu schießen. Und menschlich gesehen wäre es eine Katastrophe!

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      • Stefanus Maxus via Facebook

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        Ich stimme Ihnen vorbehaltlos zu: Allein, ich sehe die Anstrengungen unserer Politiker nicht, auch nur eine der von Ihnen genannten, jede für sich betrachtet absolut richtigen Maßnahmen, konsequent anzugehen. Alle warten auf den ersten Schritt anderer Beteiligter („Europäische Lösung“), schieben anderen die Schuld in die Schuhe („Assad und die bööösen Russen sind schuld“), verlangen mehr Geduld, „die richtigen Lösungen (Welche? Sagt auch keiner!) brauchen halt mehr Zeit“. Dafür, wie z.B. die vielbeschworene Bekämpfung der Fluchtursachen war teilweise Jahrzehnte! Zeit. Man hat sie nur ungenutzt verstreichen lassen. Jetzt läuft die Uhr ab, ist sie vielleicht auch schon. Und Kriege fangen selten mit dem Aufmarsch von Armeen an, sondern beginnen lange vorher in Form sozialer, ethnischer oder religiöser Unruhen. In die sich dann immer mehr Parteien (Syrien lässt grüssen) einmischen. Und am Ende knallt es dann, keiner hat es gewusst und keiner war Schuld…

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      • Rudolf Fröhlich via Facebook

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        Ja, die Politik und viele Politiker (ich meine jetzt die „richtigen“ Politiker und nicht uns „Feierabendpolitiker“ in den Kommunalparlamenten) reagieren leider oft erst dann, wenn sie merken, dass Ihnen das Wahlvolk davonläuft!

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      • Ines Petzold via Facebook

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        … und das Wahlvolk reagiert teils sehr sauer darauf, wenn es nicht in seinen Aengsten und Befürchtungen Ernst genommen und nur beschwichtigt wird, und setzt das Kreuz nicht aus Ueberzeugung, sondern Trotz!!!

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        • Rudolf Fröhlich

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          So ist es!

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      • Andy Fischer via Facebook

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        Wir leben noch nicht einmal in einem Souveränen Staat?

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  • Wolfgang

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    … Und mal wieder das letzte Wort gehabt Herr Fröhlich!? Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung!?
    Basta!!

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    • Rudolf Fröhlich

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      Nö, Herr „Wolfgang“, denn das letzte Wort hatten ja Sie (nur war Ihr letztes Wort inhaltlich leider etwas dürftig!)

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  • Wolfgang

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    Apropos dürftig: So ist es!
    In der Zeit, in der Sie diese ellenlangen Kommentare und Belehrungen schreiben, arbeiten andere Polizisten und versuchen, Einbrecher zu fangen!

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  • Rudolf Fröhlich

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    Ach Gott, das ist ja ein ziemlich armseliger Kommentar.
    Danke für das „Gespräch“! :-)

    Antworten

  • Elke Schmidt

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    Was hier armselig ist, kann man auch anders sehen. Was ist Ihnen so wichtig Herr Fröhlich, dass sie über 3 Tage so eine Kommentarschlacht liefern ?!! Ich fand die Frage ganz interessant, was jemanden daran so fasziniert, den ganzen Tag zu prüfen, ob jemand seine Meinung sagt, damit man mit ganzen Büchern zurückkommentieren muss und ob jemand nichts Wichtigeres zu tun hat. Nennt man sowas Rechthaberei ?!.

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  • Herbert

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    Sieht fast so aus hätte Herr Fröhlich einen Tag „Rundblickurlaub“ genommen. Oder ist der Mann jetzt für ständige parteipolitische Öffentlichkeitsarbeit vom Polizeidienst freigestellt??

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