Rundblick-Unna » Welche Miete ist für Bedürftige angemessen? Kreis verschickt 6500 Fragebögen an Vermieter und Mieter

Welche Miete ist für Bedürftige angemessen? Kreis verschickt 6500 Fragebögen an Vermieter und Mieter

Zu welcher Miete wohnen derzeit die Hartz IV- oder Sozialhilfeempfänger im Kreis? Wieviel verlangen Vermieter für die Wohnungen? Das möchte der Kreis Unna mittels einer aktuellen Umfrage erfahren, um daraus dann „angemessene Unterkunftskosten“ zu ermitteln. 4.500 Vermieter und 2.000 Mieter im Kreis Unna bekommen ab heute Fragebögen zugeschickt.

Wer auf der Adressliste steht, darüber entscheidet eine Zufallsstichprobe. „Die Teilnahme an der Erhebung ist natürlich freiwillig“, unterstreicht die für Grundsatzangelegenheiten und Soziale Sicherung zuständige Sachgebietsleiterin des Kreises, Alexandra Paschedag-Reinholz. Dennoch bittet der Kreis die ausgewählten Vermieter und Mieter dringend um ihre Mithilfe.

Hintergrund für die Mietwerterhebung ist die Tatsache, dass der Kreis Unna die Unterkunftskosten für Alg II- sowie Sozialhilfeempfänger zahlen muss. Das macht den größten Einzelposten im Kreis-Haushalt aus (wie schon häufig berichtet).

Anhand der Untersuchung will der Kreis eine aktuelle, rechtssichere Grundlage dafür erhalten, welche Mietkosten „angemessen“ sind.

Mit der Erhebung und Auswertung der Mietdaten wurde das Forschungsinstitut Analyse & Konzepte aus Hamburg beauftragt. „Auf der Basis dieser Erhebung werden dann die zukünftig gültigen Richtwerte für die Gewährung der Kosten der Unterkunft festgelegt“, erläutert Alexandra Paschedag-Reinholz das Prozedere.

Neben allgemeinen Fragen zur Wohnung bzw. zum Wohngebäude werden auch Angaben zur Nettokaltmiete und zu den Betriebs- und Heizkosten abgefragt.

Der Kreis weist darauf hin, dass die Erhebungsdaten unter Beachtung des Datenschutzes ausschließlich für die Erstellung der Mietwertübersicht verwendet und nach Abschluss der Untersuchung vernichtet werden. Für Rückfragen zur Mietwerterhebung steht Nicole Wewer aus dem Fachbereich Arbeit und Soziales des Kreises Unna unter Tel. 0 23 03 / 27-17 57, Fax 0 23 03 / 27-56 57 oder unter E-Mail an nicole.wewer@kreis-unna.de zur Verfügung.

Kommentare (2)

  • Claudia Steinhoff via Facebook

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    endlich tut sich scheinbar ja mal was

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  • Re Gina via Facebook

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    hoffe, da ändert sich wirklich was und die Mietpreise (KDU) werden angemessen berechnet. Es kann ja nicht sein, dass z.B. eine alleinerziehende Mutter, mit mehreren Kindern, aufgefordert wird umzuziehen, weil die Wohnung 20 € monatlich zu teuer ist (sagt das JobCenter). Die Kdu Berechnung ist von Stand Mai 2013 ! Da wurde nichts auf den Stand 2015 angepasst; auch wenn sich seit Mai 2013 die Preise im Allgemeinen (Betriebskosten) seit dieser Zeit erhöht haben. Ein Umzug steht zwar in keinem finanziellen Verhältnis zu den 20 €/Monat…aber das interessiert den Jobcentern leider nicht; den den Umzug muss dann die alleinerziehende Mutter selbst finanzieren. Abgesehen von weiteren Problemen, die ein Umzug mit sich bringen könnte (Wechsel Kindergarten, wechsel Schule, Soziale Kontakte zu Freunden /Famile usw.). Und so bekommt dann z.B. diese Mutter; falls sie nicht umzieht, eben diese 20 € im Monat weniger. Und das Problem kennen bestimmt hunderte Hartz4-Empfänger ! Garantiert !

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