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Wegen Nachtflugverbot: Erste Airline verlässt Airport Dortmund

Das gerichtlich verfügte Spätstart- und Landeverbot ist der angegebene Grund: Die erste Airline zieht sich wegen der kürzeren Betriebszeiten vom Dortmunder Airport zurück. Verlust an Passagieren: rund 2000 im Jahr.

Die türkische Fluggesellschaft Tailwind gab bekannt, dass sie mit sechs Flügen nach Antalya jetzt an andere Flughäfen ausweichen wird. Nach dem ursprünglichen Plan wollte Tailwind um 22:30 Uhr starten. Doch das Oberverwaltungsgericht Münster fällte Ende vorigen Jahres eine schmerzhafte Entscheidung gegen den Airport: Entgegen der früheren Betriebsgenehmigung durch die Bezirksregierung dürfen die Flieger am Unna-nahen Flughaften nur noch bis 22 Uhr abends starten, da die Anwohner bei späterem Flugbetrieb über Gebühr von Lärm belastet würden. Für die türkische Airline mit ihren Spätstart-Ambitionen wird der Flughafen Dortmund damit unattraktiv. Wie der WDR berichtet, verliert Dortmund damit etwa 2000 Passagiere im Jahr.

Die Betreiber kündigten schon in der letzten Aufsichtsratssitzung vor Weihnachten an, auf jeden Fall einen neuen Vorstoß bei der Bezirksregierung zu unternehmen und mit ihren Argumenten – die wirtschaftlicher Art sind – zu überzeugen. Denn ebenso wie die anderen großen NRW-Flughäfen legte der Airport in Dortmund-Wickede im Vorjahr leicht an Passagierzahlen zu – um 2 Prozent. Zum Vergleich: Düsseldorf verzeichnete einen Zuwachs von 3,1 %, Münster/Osnabrück von 4,1 und Köln/Bonn um 4,4 %. Die kleinen Flughäfen verloren hingegen: ab Paderborn/Lippstadt gingen 3,5 % weniger Fluggäste in die Luft und ab Düsseldorf-Weeze sogar über ein Viertel weniger, nachdem Ryan Air viele Flugverbindungen gestrichen hatte.

Aber: Der Airport Dortmund bleibt ein gravierender Zuschussbetrieb auf Steuerzahlerkosten. Die Dortmunder Stadtwerke DSW21 bezuschussen den Flughafen mit knapp 18 Mio. Euro im Jahr.

Das Urteil des Verwaltungsgerichtes stieß auf große Freude bei Unnaer Bürgern und der Stadtverwaltung, die sich damit erfolgreich gegen spätabendlichen Fluglärm zur Wehr gesetzt hatten. Seit Mai 2014 erlaubte eine Änderung der Betriebszeiten planmäßige Starts bis 22.30 Uhr, Landungen bis 23 Uhr sowie  – mit Ausnahmegenehmigung – bis 23.30 Uhr. Dies hat das OVG gekippt.

http://rundblick-unna.de/sieg-fuer-den-laermschutz-gericht-kippt-nachtfluege-am-dortmunder-airport/

Kommentare (37)

  • Susanne Melchert via Facebook

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    Alle wollen sie von „um die Ecke“ fliegen, alle wollen sie Arbeitsplätze… ich möchte mal wissen, wie viele der Flughafengegner erst nach Errichtung des Flughafens dort hingezogen sind….

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    • Markus

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      Alle? Ich hoffe Sie erkennen die Diskrepanz in Ihrem Beitrag selber.

      Zu der Frage wieviel Flughafengegner hinzugezogen sind..

      Ab wann?
      Und was machen Sie dann mit der Antwort?

      Haben Sie eigentlich eine Ahnung was in den ganzen Jahrzehnten von der Betreibergesellschaft alles versprochen wurde?

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    • Raphael Bolte via Facebook

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      Und erstmal wieviele Flughafengegner schon vor dem Flughafen hier gewohnt haben!

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  • Dietmar Kuemer via Facebook

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    Wow! Das ist ja ‚ne Leistung. WDR hat das am 19.12. bereits gemeldet – hat die SG Fluglärm euch gefragt, ob ihr das nicht auch mal bringen möchtet?

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  • Helmut Brune via Facebook

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    So hat jedes Ding zwei Seiten.

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  • Dietmar Kuemer via Facebook

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    Ich kenne Leute, die extra nach Düsseldorf fahren (natürlich mit dem Auto!) – um dann von dort zu fliegen… Da gibt’s ja sicher keine Anwohner, die Fluglärm hören müssen. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ heisst der Spruch glaube ich.

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  • Mike

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    Ist doch gut so, ein Verlust von 2000 Passagieren kann ich da in keinster Weise sehen, wer nach Antalya in der Urlaub will kann auch vor 22:00 Uhr fliegen oder etwa nicht ? Was machen 30 Minuten denn aus das es so elementar wichtig ist, daß man erst um 22:30 h losfliegen müsste ??? Gibt es irgendwelche so wichtigen Gründe erst 22:30 Uhr starten zu müssen anstelle bis 22:00 Uhr ? Will man mitten in der Nacht im Hotel ankommen und den Tag noch zahlen müssen von dem man nichts mehr hat ?

    Tailwind hat sich da ein vermutliche unbesetzte Lücke gesucht im hart umkämpften Markt, man sieht es ja am kompletten Weggang, daß es keinerlei Bedarf gibt, sonst würden sie ja weiterhin vor 22:00 Uhr fliegen wenn es denn die Passagiere geben würde, immer die Epressung der Firmen bzgl. Arbeitsplätze und Co. um eigene Gewinne durchzuboxen gegen die allgemeinen Interessen der Anwohner die die Anzahl der Fluggäste bei weitem übersteigt, zum Glück hat dem ein Gericht einen Riegel vorgeschoben.

    Wenn die angebliche Wirtschaftlichtkeit von 30 Minuten abhängt läuft da etwas gewaltig schief.

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    • Sebastian Menze via Facebook

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      Kommt ja auch darauf an wann nen Slot zur Landung in Antalya frei ist. Grade kleinere Gesellschaften können sich das nicht aussuchen sondern müssen das nehmen was die großen über lassen.

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      • Mike

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        Genau das ist die Begründung für die Nachtflüge die sie geliefert haben, es geht wie immer um die Gewinnmaximierung der Firmen, Landungen zu späterer Zeit sind dort billiger, Geiz ist geil für ein paar Euros sparen die Gesundheit Anderer ruinieren.
        Die 28 Passagiere pro Flug bekommen die anderen Airlines die nach Antalys fliegen sicherlich noch unter, vielleicht dann für 3 € mehr.

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  • Sebastian Menze via Facebook

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    Vielleicht sollte man sich mal überlegen den Flughafen dicht zu machen und das Geld anderweitig investieren oder man räumt die Chance ein das der Flughafen sich entwickeln kann. Dazu müsste man aber flexiblere Start und Landezeiten anbieten können.
    Ich hab 15 Jahre in Massen gewohnt. Weder bin ich an Krebs gestorben noch an Übermüdung weil die bösen Flieger mich nicht schlafen lassen.
    Die Flughafengegner sollen sich doch mal ein paar amerikanische ,,Regionalflughäfen“ ansehen. Wenn man das mit den hiesigen Flugbewegungen vergleicht wird man feststellen das hier doch eigentlich recht Tote Hose ist.

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  • Wierumer

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    Muss ja eine besonders profitable Strecke gewesen sein. Bei 6 Flügen (nehme mal an in der Woche) nach Antalya ergeben sich bei einem Wegfall von jährlich 2000 Passagieren rein rechnerisch gut 3 Personen die ankommen und 3 die abfliegen pro Strecke. Also ein wirklich herber Verlust für Tailwind. Oder doch nur wieder ein lancierter Beitrag der Flughafengesellschaft um mit Verlust von Arbeitsplätzen zu drohen

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  • Markus

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    Wie Ihr Körper Stress auf die Dauer verarbeitet werden sie auch nicht ausschließlich über Ihre schlaflosen Nächte definieren können.

    http://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/laermwirkung/stressreaktionen-herz-kreislauf-erkrankungen

    Davon ab wäre es nicht schön in Unna- Massen überhaupt kein Fluglärm zu haben?
    Endlich Ruhe…
    Ruhe? Was ist das?

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    • Dietmar Kuemer via Facebook

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      Genau, LKW-Fahrverbot nachts. Bitte dann auch keien Busse und Strassenbahnen mehr. Back to Mittelalter. Über was reden wir hier eigentlich? 2, vielleicht 3 Flüge zwischen 22:30 und 23:00 Uhr! Lächerlich.

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      • petter Uhlenbusch

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        Das ist in keinster Weise miteinander vergleichbar. Das kann ich Ihnen gerne bestätigen! Die Flieger machen beim Start so einen „Höllenlärm“ das Unterhaltungen, oder Fernsehen nur mit unangenehmen Unterbrechungen möglich sind. Da denke ich:“ Sollen die Türken mit ihrer maroden Flugzeugflotte doch woanders glücklich werde, Hauptsache die nerven uns hier nicht mehr!!!

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    • Raphael Bolte via Facebook

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      Lächerlich sind eher ihre Kindergartenkommentare Herr Kuemer !

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    • Dietmar Kuemer via Facebook

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      Ach Raphael Bolte… sonst kommt nix? Ist wenig, oder?

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    • Heiko Büscher via Facebook

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      Den LKW mit einem Lärmpegel eines Airbus möchte ich gerne mal sehen ?

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    • Raphael Bolte via Facebook

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      Wenn der in dein Bett kracht Heiko, kommt das der Sache schon sehr nahe ?

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Wegen dreissig Minuten ! Zeitunterschied kann diese arme, arme Fluglinie jetzt also dort nicht mehr starten und ist gezwungen, nach Düsseldorf auszuweichen? Ach hört doch auf, die Verbindung hat sich einfach nicht rentiert und jetzt hat man eine prima faule Ausrede gefunden, das anderen in die Schuhe zu schieben…

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    • Mike

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      Exakt, das ist der Kampf der Billigflieger, einer will 3 € günstiger sein, ergo muss er später fliegen weil die Fluggesellschaft dann etwas günstiger von den Flughafengebühren wegkommt.
      Da steht mal wieder Profitgier an erster Stelle über der Gesundheit der Anwohner.

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  • Christoph Tetzner

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    Hallo erstmal… Mit Interesse lese ich die Kommentare und frage mich gerade, ob das mal die DSW21 macht. Dann wüssten Sie genau, wie gut die Bürger informiert sind. Ich gehöre zwar zu der Kategorie Menschen, die nach Unna gezogen sind nachdem der Flughafen eröffnet war. dennoch sollen die Jungs in Dortmund mal zusehen ihren Flughafen auszulasten, bevor mal länger fliegen lassen möchte! Das landet häufig nämlich nix… Wenn man in der Marktwirtschaft gescheitert ist, dann sollte man da auch mal zugeben bei der DSW21!

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    • Mike

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      Es ist und bleibt ein Zuschussgeschäft und Prestigeobjekt, wirtschaftlich macht der Flughafen keinerlei Sinn.
      Auch rechnen können sich die längeren Zeiten in keinster Weise, für den längeren Zeitraum für die paar Flugbewegungen den Flughafen offen zu halten widerspricht der Auslastung.
      Geld würden sie sparen wenn sie pünktlich zumachen könnten und die Flüge besser auslasten würden und die vorhandenen Kapazitäten erstmal überhaupt ausnutzen würden.
      Eines ist klar, die längeren Zeit sind reine Lobbyarbeit der Billigflieger um Kosten sparen zu können. So rein wirtschaftlich müssten die späteren Flüge viel teurer sein für die Fluglinien, sind sie aber anscheinend nicht, wer trägt also die Differenz zu den normalen Flugzeiten ? Das dürfte dann DSW21 wieder ausgleichen dürfen…

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      • Stefanus Maxus via Facebook

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        Schade um die vielen Millionen, die da verbrannt wurden…

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        • petter Uhlenbusch

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          „Schade um die vielen Millionen, die da verbrannt wurden…“
          jau, stimmt… aber nun ist die Zeit, wo man den Sünden von größenwahnsinnigen
          SPD-Politkern in Dortmund nicht hinterherlaufen sollte… nun heisst es die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, ohne Rücksicht auf Personen und Ansehen, zu beheben, die Gebührenzahler zu entlasten, letztendlich das ganze Wahnwitz-Unternehmen in eine (soweit) mögliche, sozialverträgliche Abwicklung zu bringen.

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