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Vorsicht – betrügerische „Dachdecker“ treiben ihr Unwesen: Duo erwischt

Sie gaben vor, Dachdecker zu sein, deckten das Haus ab – und nicht wieder zu. Dafür ließen sie Schmuck mitgehen. Die Kreispolizeibehörde hat Kriminellen ihr buchstäblich betrügerisches Handwerk gelegt und warnt zugleich vor weiteren Dachdeckerfakes, die noch kreisweit unterwegs sein könnten.

Am 27. 11. tauchten zunächst drei Männer bei einer Seniorin in Werne auf und behaupteten, sie seien Dachdecker. So lange redeten sie auf die 87jährige Hausbewohnerin ein, bis diese mürbe war und die fremden Männer ins Haus ließ.

Gemeinsam gingen sie auf den Dachboden, wo die vermeintlichen Handwerker sofort das Dach abzudecken begannen. Während dann einer der drei die alte Frau in ein Gespräch verwickelte und somit ablenkte, durchsuchten die beiden anderen das Haus. Nicht lange darauf ließen die drei plötzlich alles liegen und stehen und fuhren mit ihrem Transporter davon – das Dach ließen sie abgedeckt zurück. Die 87Jährige bemerkte dann noch obendrein, dass ihre komplette Telefonanlage (Siemens Gigaset mit zwei Telefongeräten) geklaut worden war.

Drei Tage später, am Montag voriger Woche, klingelten zwei Männer an einem anderen Einfamilienhaus in Werne: Auch hier tischten sie der 82jährigen Hausbewohnerin das Märchen von den Dachdeckern auf und vom Hausdach, das dringend repariert werden müsse. Sie boten der Seniorin an, den Schaden sofort zu beheben.

Um zu berechnen was die Reparatur kosten solle, drängten die Männer darauf, ins Haus eingelassen zu werden. Sie nannten ihren Preis: 2100 Euro. Die alte Dame wehrte ab: Sie wollte den angeblichen Schaden nicht von unbekannten Männern reparieren lassen und habe außerdem gar nicht so viel Geld zuhause. Zuvorkommend bot einer der Betrüger ihr an, mit ihr zur Bank zu fahren

Zum Glück passte eine Nachbarin auf. Ihr kamen diese Dachdecker höchst verdächtig vor, und so alarmierte sie die Polizei. Und diese traf die beiden Betrüger – einen 22 Jährigen aus Georgsmarienhütte und einen  21 Jährigen aus Osnabrück – noch am Haus an. Beide durften die Beamten direkt mit zur Kripo Werne begleiten.

Der eine der beiden verweigerte die Aussage, sein Kumpan aber packte aus: Er gab zu, dass er schon seit vorigem Jahr mit einigen anderen Männern „Leute mit Dachdeckergeschäften abziehe“. Dabei sei die Truppe mit wechselnden Tätern in verschiedenen Gebieten unterwegs, meist eine Woche in einem Ort.  Die Masche sei dabei immer die gleiche gewesen: Einer lenkt die Hausbewohner ab und schaut, was es im Haus zu klauen gibt, ein anderer „repariert“ auf dem Dach angeblich irgendwas.

Und danach sieht man dann gemeinsam zu, dass man Land gewinnt.

In Thüringen war das kriminelle Duo übrigens vor zwei Jahren  aufgrund einer Radiomeldung erwischt und sogleich festgenommen worden. Doch „das Absitzen der Freiheitsstrafe hat offenbar nicht zu einem Umdenken geführt“, bilanziert die Kripo Unna nüchtern.

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