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Volktrauertag-Gedenken unter dem Eindruck des Terrors von Paris

Volkstrauertag – in diesem Jahr nur zwei Tage nach einem beispiellosen Gewaltakt, den Terroranschlägen in Paris mit fast 130 Toten und vielen teils schwer Verletzten. Bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Friedhof Niedermassen ging Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht auf den Massenmord islamistischer Terroristen vom Freitagabend ein. Etwa 70 Besucher gedachten der Toten und ihrer Angehörigen bei der Feierstunde, die der Massener Schützenverein und die Feuerwehr gestalteten und die Musikfreunde Hellweg musikalisch begleiteten. Massen erinnert mit der Feier am Volkstrauertag jährlich an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft.

Volkstrauertag 3

Dr. Peter Kracht berichtete in seiner Gedenkrede von einem besonderen Fund: einem nur zwei Minuten kurzen Schwarz-Weiß-Film, der die Gedenkfeier des Jahres 1956 im heutigen Werner Ortsteil Stockum dokumentiert. Das damalige Dorf hatte 21 gefallene Soldaten und 25 Vermisste zu beklagen. Die Dorfgemeinschaft traf sich am neuen Kriegerehrenmal, das mit der Gedenkfeier am Volkstrauertag 1956 offiziell eröffnet wurde.

Stockum war Jahrhunderte lang, wie Massen, eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, bis 1913 das Gersteinwerk gebaut wurde, das in den frühen 1950er-Jahren zu einem der führenden Standorte der Energieversorgung der damals noch jungen Bundesrepublik Deutschland werden sollte. Fast das gesamte Dorf war an jenem Tag im November 1956 auf dem Friedhof versammelt, um den Toten die letzte Ehre zu erweisen und die Erinnerung an ihr Leben in der Dorfgemeinschaft wach zu halten und damit zu bewahren.

Ortsvorsteher Dr. Kracht endete mit einem Zitat des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss. Dieser sagte 1950 bei der Einweihung des Soldatenfriedhofes in Weeze:  „Wenn wir in der Stille an den Kreuzen stehen, vernehmen wir ihre Stimmen. Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, das Friede bleibe, Friede zwischen den Menschen, Friede zwischen den Völkern!“ Den Frieden zu wahren und zu erhalten – dies sei zweifelsohne die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre.

Volkstrauertag 1

(Fotorechte liegen bei Jürgen Thoms)

Kommentare (1)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Nicht nur der damaligen „nächsten Jahre“, bisher ist es der Menschheit noch immer nicht gelungen, den Frieden zu bewahren.

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