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Vizebürgermeisterwahl CDU gegen Grüne: GroKo gegen… diverse Kleine

Frank-Holger Weber (CDU) gegen Ines Nieders-Mollik (Grüne). Der Neuwahl des Vizebürgermeisters am Donnerstag im Unnaer Rat sieht die CDU mit einer großen Portion Gelassenheit entgegen.

Weber

Frank-Holger Weber (CDU)

Ines Nieders-Mollik

Ines Nieders-Mollik (Grüne)


 

Fraktionschef Rudolf Fröhlich sagte uns heute Mittag, dass die Christdemokraten „sehr zuversichtlich“ davon ausgehen, ihren Kandidaten Frank-Holger Weber als Nachfolger Holger Wieses (ebenfalls CDU) durchzubringen. Von einer Absprache mit der SPD ist angesichts dieser Gewissheit auszugehen. Die Wahl ist geheim, Überraschungen damit zumindest theoretisch nicht ausgeschlossen.

Rudolf Fröhlich

„Sehr zuversichtlich“: CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich.


 

Auf Überraschungen hoffen auch die kleineren Fraktionen im Rat. Rot-Schwarz hat im Stadtrat die erdrückende Mehrheit gegenüber FLU, Piraten, Linke und FDP (je  zwei Mandate) und den Grünen mit 7 Sitzen. Diese stellen der CDU ihre eigene Kandidatin gegenüber: Ratsfrau Ines Nieders-Mollik, Betreiberin des Cafés im ZiB.

Man sei nicht nur absolut von ihrer Befähigung zur Vizebürgermeisterin überzeugt, schrieben die Grünen in ihrer Begründung, sondern hier wolle man bewusst einen Gegenpol zur „GroKo“ (sprich Abstimmungsgemeinschaft) aus SPD und CDU setzen.

Bei den Piraten laufen die Grünen damit offene Türen ein, ebenso ist kaum vorstellbar, dass die Linkspartei einen CDU-Vizebürgermeister mitwählt. Vor einer pikanten Auswahl steht die Freie Liste (FLU): Mit den Grünen finden die Fraktion um Klaus Göldner praktisch nie auch nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, es gibt in Sitzungen auch immer wieder persönliche Anfeindungen zwischen Göldner und Grünen-Ratsherren.

Zugleich ist zwischen Göldner und seinem CDU-Intimfeind Parteichef Gerhard Meyer das Tischtuch derart heillos zerrissen und zerfetzt, dass eine Mitwahl des CDU-Vize durch die CDU-abtrünnige Freie Liste ebenso schwer vorstellbar ist.

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Klaus Göldner (FLU): Durchaus für Gegen-GroKo-Kandidatin offen.


Tatsächlich kann sich Klaus Göldner (entgegen übrigens Rudolf Fröhlichs Überzeugung) durchaus für eine grüne Vizebürgermeisterin erwärmen: „Grundsätzlich stehen wir einer Gegenkandidatur außerhalb der Groko positiv gegenüber“, schrieb uns der FLU-Chef auf Anfrage. „Wenngleich die Ratsmitglieder der CDU und SPD ja geschlossen hinter ihrem Kandidaten zu stehen scheinen, sehen wir in Frau Nieders-Mollik eine durchaus wählbare Alternative.“ Man werde sich in der Fraktionssitzung nächste Woche abstimmen. Den FLU-abtrünnige Jörg Hißnauer, der als Fraktíonsloser mit abstimmt,  kann bekanntlich wiederum sehr gut mit CDU-Fraktionschef Fröhlich.

Kaum vorstellbar ist die Mitwahl einer grünen stellv. Bürgermeisterin – inhaltlich betrachtet – durch die FDP:  Fraktionsvize Andreas Tracz nimmt denn auch sehr deutlich zu unserer Frage Stellung. Vorbehaltlich der Fraktionsentscheidung natürlich.

„Die Piraten sollten nicht ,hoffen´, sondern kommunizieren, wenn sie gute Argumente haben die zum Nachdenken anregen. Im Moment kann ich die nicht erkennen.“ Es sei, sofern er das Thema in den letzten 16 Jahre verfolgen konnte, „Brauch“, dass die jeweils größeren Parteien die Vizebürgermeister stellen. „Die Bürger haben bei der Wahl ja entschieden. wen sie mit Ihrer Stimme gewählt haben“, betont Tracz.

Zudem sei einer der beiden stellv. Bürgermeisterposten bereits mit einer Frau besetzt – Renate Nick (SPD). „Deshalb scheint das Thema Quote bei den Grünen da mal keine Rolle zu spielen, wenn sie eine Kandidatin ins Rennen schicken“, kommentiert der Liberale ironisch. Persönlich habe er mit keinem der beiden Kandidaten Probleme. Ein stellv. Bürgermeister besitze keine Weisungsbefugnisse, sondern sei eher Repräsentant.

„Und wenn ich manche Ansichten oder Vorschläge der grünen Kollegen so betrachte, kann ich nicht sagen, dass mich das dazu verleitet, mich vehement für eine grüne Kandidatin einzusetzen….“ Er könne aber ebenso wenig nachvollziehen, so der IT-Unternehmer abschließend, „wo das Problem mit dem CDU-Kandidaten sein soll.“

Für die Unterstützer von Ines Nieders-Mollik geht es darum, ein so deutliches Signal gegen Schwarz-Rot wie möglich auszusenden. Alles andere als ein Vizebürgermeister Frank-Holger Weber wäre am Donnerstagabend eine Sensation.

Kommentare (5)

  • Elke Schmidt

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    Wer will denn heute noch jemanden von der CDU wählen, nachdem die oberste CDU Repräsentatin Merkel unser Land derzeit so ins Chaos stürzt !?!?
    Nee, geh mir bloß weg mit der CDU.

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  • Elke Schmidt

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    Ist doch alles das gleiche, oder wird die CDU in Unna andere Politik als die große Chefin machen ?!? Die rennen ihr doch blind hinterher.

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  • Erich U.

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    Meine Güte, als ob es nicht völlig unwichtig wäre, wer da als Winkeaugust gewählt wird. Die Sache ist doch auch schon längst zwischen SPD und CDU ausgehandelt. Was soll die Diskussion?

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