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Viel zu wenige ambulante Pflegeplätze: Kreis schlägt Alarm

Alte, hilfebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich in den vertrauten vier Wänden bleiben: Ambulant vor stationär lautet daher das Ziel. Doch Kurzzeitpflegeplätze fehlen eklatant. Es gibt ab September für den ganzen Kreis Unna nur noch 35 langfristig buchbare Plätze. Der Kreis kann selbst nicht gegensteuern.

Deshalb wurde Landrat Makiolla vom Kreistag beauftragt, sich gegenüber den Bundestagsabgeordneten der Region zumindest für eine bessere finanzielle Absicherung ambulanter Pflegeplätze durch die Pflegekassen einzusetzen.

„Eingestreute“ Kurzzeitpflegeplätze besser zu finanzieren

Viele Pflegeheime haben sogenannte „eingestreute“ Kurzzeitpflegeplätze. Hier können Pflegebedürftige z. B. zwischen einem Krankenhausaufenthalt und der Rückkehr nach Hause übergangsweise für einige Wochen gepflegt werden. Vorteil laut Kreis: Der Mix zwischen kurzfristig buchbarer Kurzzeitpflege und regulären dauerhaft genutzten Heimplätzen lässt sich für die Einrichtungen besser finanziell austarieren.

Anders sieht das bei Einrichtungen der solitären Kurzzeitpflege aus. Sie bieten als Einzige auch langfristig zu buchende Plätze z. B. für den Fall an, dass die betreuende Familie in Urlaub fahren möchte.

Nachfrage nur in Ferien reicht nicht als solide Finanzbasis

Das bedeutet erfahrungsgemäß: In den Ferien ist Hochsaison, außerhalb gibt es bei fortlaufenden Kosten eine geringe Nachfrage. Dies wiederum führt seit Jahren zu finanziellen Problemen der Einrichtungen mit dem Ergebnis, dass sie Plätze abbauen – und dann zu Hochzeiten die Nachfrage nicht befriedigen können – oder sogar ganz streichen.

Genau dies steht in Selm an. Dort schließt die Caritas die Kurzzeitpflege St. Elisabeth mit 26 Plätzen zum 31. August. Damit stehen kreisweit nur noch 35 langfristig buchbare Plätze zur Verfügung.

Dringender Appell an den Bundesgesetzgeber

Zu wenig, wie der Kreistag einstimmig befand und nun auf dem Wege des eindringlichen Appells in Richtung Bund auf gesetzliche Änderungen bei der Pflegeversicherung und vor allem bei den Finanzierungsmodalitäten hofft.

Für Hans Zakel, den Sozialplaner des Kreises, ist klar: „Bei einer wachsenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen müssen die pflegenden Angehörigen so viel wie möglich entlastet werden. Geschieht dies nicht, wird die Zahl der Pflegeheimbewohner noch massiver steigen.“

Kommentare (4)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Sparmaßnahmen mit Einbuße von Kwalitätist immer Schlecht, wird jedoch immer häufiger gemacht.

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  • Mike

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    Was soll man da sagen, seit Jahren bekannte Problematik, unsere Regierung ignoriert das Problem und gibt lieber Geld für Andere aus

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  • Peter Locke via Facebook

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    Der Zivildienst fehlt halt…jetzt sitzen die zu Hause Aufen Sofa

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Nur noch 35! Plätze für den ganzen Kreis Unna – mit 420.000 Einwohnern – stehen ab September noch zur Verfügung. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

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