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Verdi-Chef Bsirske zu Besuch in Unna – Flächendeckende Warnstreiks angekündigt

Flächendeckende Warnstreiks im öffentlichen Dienst stehen vor der Tür. Das kündigte der Chef der Diensteistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, gestern bei einem Besuch in Unna an.

In Dortmund geht das städtische Klinikpersonal schon morgen (Donnerstag) für mehr Geld auf die Straße, zur zentralen Kundgebung vor dem Hauptbahnhof erwartet Verdi rund 1.000 Teilnehmer aus ganz NRW. Verdi rechnet mit erheblichen Betriebsstörungen in den Krankenhäusern. Die beiden Unnaer Krankenhäuser (Katharinen-Hospital und EK)  sind in kirchlicher Trägerschaft, kommunal ist z. B. das Krankenhaus in Kamen. Der Verdi-Chef rechnet in allen vom Streik betroffenen Kliniken mit erheblichen Störungen im Betriebsablauf. Zur Rede stehent sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt.

In einer Woche soll es dann bundesweit für den öffentlichen Dienst Warnstreiks geben: Aufgerufen dazu sind dann Kita-Beschäftigte, Busfahrer, Sozialarbeiter, Müllmänner sowie Mitarbeiter in Bürgerbüros.


Verdi-Chef Bsirske mit Landrat Michael Makiolla (vorn).

Zum Besuch des obersten Gewerkschaftsbosses gestern in Unna zieht die Kreisverwaltung folgendes Resümee (wörtlicher Text der Pressemitteilung):

 Der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske traf sich erst mit Landrat Michael Makiolla zum internen Austausch und war dann einer der Gastredner bei der Personalversammlung der Kreisverwaltung. Bsirske und Andreas Hemsing, der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Komba NRW, folgten einer Einladung, die der Personalrat der rund 1.000 Mitarbeiter zählenden Kreisverwaltung Unna ausgesprochen hatte.

Die beiden Gewerkschafter gingen angesichts der gerade eröffneten Tarifrunde für die Beschäftigten der Kommunen und beim Bund natürlich ganz aktuell auf die derzeit laufenden Gespräche der Tarifpartner ein.
In seinem Grußwort hatte Landrat Makiolla zuvor deutlich gemacht, dass ihm als Behördenleiter und damit als Arbeitgeber bei Tarifverhandlungen eine andere Rolle als den Gewerkschaftern zukomme.

Angemessene Entlohnung für gute Arbeit

Als langjähriger Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und Gewerkschaftsmitglied sei es für ihn jedoch selbstverständlich, dass die im öffentlichen Dienst Beschäftigten „an der allgemeinen Einkommensentwicklung in Deutschland teilhaben sollen“, denn: „Für gute Arbeit muss auch eine angemessene Entlohnung gewährt werden“.
Makiolla unterstrich, dass der öffentliche Dienst in den letzten Monaten angesichts der Flüchtlingsbewegung gezeigt habe, „was wir leisten und wie unverzichtbar wir für dieses Land sind“.

Aktive Unterstützung von Gewerkschaftern

Da insbesondere die Kommunen im Ruhrgebiet strukturell unterfinanziert seien, sei es aber schwer, die berechtigten und verdienten Einkommenszuwächse der Beschäftigten ohne Sparmaßnahmen und die Erhöhung örtlicher Steuern zu finanzieren.

Kommentare (2)

  • Mike

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    An der allgemeinen Einkommenentwicklung teilhaben, wie hoch waren denn die letzten Erhöhungen in der freien Wirtschaft ? So wie ich es im Umfeld mitbekommen habe, lagen sie um 1-3 % wobei 3% schon viel war.
    Lediglich in den Chefetagen und Vorstandsetagen wird massloss erhöht.

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  • fürst

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    Noch so ein Arbeiter-Verräter: Verdi-Chef Bsirske
    Jahrzehnte Mitglied von ver.di. Nur Enttäuschungen erlebt.

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