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Unnas Schuldenberg schmilzt stetig – auch dank der (hohen) Grundsteuer

Nicht nur, aber auch wegen der relativ hohen Grundsteuer B: Der Schuldenberg der Kreisstadt schmilzt stetig wie die Gletscher am Nordpol, teilt die Stadtverwaltung Unna mit und nennt frische Zahlen vom Silvestertag.

Nach dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise 2012 hatte Unna eine stattliche Gesamtverschuldung von fast 123 Mio. Euro angehäuft. Die war zum 31. 12. 2015 auf  108,7 Mio. Euro abgesenkt worden. „Eine Verringerung der Bankkredite von 14,2 Mio. Euro in drei Jahren. 11,6%“, macht die Kämmerei deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Schul­den bei den Banken um 5,7 Mio. Euro oder 5,0%.

Mölle Karl-Gustav

Stadtkämmerer Karl-Gustav Mölle begrüßt den Schuldenabbau „im Sinne der Generationengerechtigkeit“. Faktisch habe die Kreisstadt nun schon drei Jahre die Schuldenbremse eingehalten. In der letzten Ratssitzung des alten Jahres machte Mölle allerdings auch schon klar, dass dies auch an der  2013 (stark) erhöhten Grundsteuer gelegen habe. Die Grundbesitzabgabe war damals fast verdoppelt worden, hält sich seither auf hohem, freilich nicht kreisweit höchstem Niveau.

In Fröndenberg hat die von der Stadt geplante massive Grundsteuererhebung von 450 auf fast 700 Punkte einen heftigen Streit ausgelöst (wir berichteten), der dazu führte, dass der Haushalt im Dezember nicht wie geplant beschlossen werden konnte. Die Opposition im Rat machte geschlossen nicht mit, verweigerte sich der Zustimmung zum Haushalt, der nunmehr im Februar beschlossen werden soll und muss. Sonst rutscht die Stadt in den Nothaushalt.

Neben der Grundsteuer haben laut Mölle die gute konjunkturelle Lage und „konsequente Umsetzung der Haushaltssi­cherung“ Geld in die Kasse gespült, das „wir richtigerweise dem Schuldenabbau zukommen lassen konnten“, so Unnas oberster Kassenwart. Ob das so geschmiert weitergeht, versieht Mölle allerdings mit einem Fragezeichen, nennt die „Zusatzbelastungen der öffentlichen Hand im Sozialbereich“ (die auch schon Landrat Makiolla angekündigt hat: Die Hartz IV-Kosten würden wegen der Flüchtlingskrise deutlich steigen). Gleichwohl hofft Unnas Kämmerer, den Schuldenabbau trotzdem fortsetzen zu können.


Weitere Einzelheiten zur Schuldentilgung der Stadt Unna im Folgenden:

Langfristige Verbindlichkeiten um 1,7 Mio. Euro gesunken
Von den Bankverbindlichkeiten zum 31.12.2015 in Höhe von 108,7 Mio. Euro entfallen 51,9 Mio. Euro auf langfristige Schulden, mit denen die Kreisstadt Unna ihre Investitio­nen im Kernhaushalt finanziert. Dort sind zum Beispiel die Baumaßnahmen im Schul-, Straßen- und Sportbereich oder die Fahrzeugbeschaffungen zu nennen. Im Jahres­verlauf 2015 ist der Schuldenstand von 53,7 Mio. Euro um 1,7 Mio. Euro oder 3,4% auf nunmehr 51,9 Mio. Euro gesunken.

Nach dem Haushaltssicherungskonzept der Kreis­stadt Unna soll die investive Verschuldung jährlich um durchschnittlich 1,0 Mio. Euro sinken. Wie in den Vorjahren wurde auch im Jahr 2015 dieses Ziel übererfüllt. An dem Konsolidierungsziel der kontinuierlichen Rückführung der investiven Verschuldung wird auch in den kommenden Haushaltsjah­ren konsequent festgehalten.

Kurzfristige Verbindlichkeiten in 2015 erneut zurückgeführt
Die kurzfristigen Kassen- oder Dispositionskredite für das laufende Haushaltsjahr konnten von 60,7 Mio. Euro im Jahr 2014 um 3,9 Mio. Euro oder 6,6% auf nunmehr 56,7 Mio. Euro verringert werden. Den Kassen- oder Dispositionskrediten stehen keine Investitio­nen gegenüber und werden im Allgemeinen auch als Kontoüberziehungs­kredit be­zeichnet. Im Vergleich zum Spitzenwert des Jahres 2012 konnten diese kurzfris­tigen Verbindlichkeiten in den letzten drei Jahren von 63,2 Mio. Euro um 6,5 Mio. Euro oder 10,3% verringert werden.

Deutliche Reduzierung des Zinsaufwandes
Für die Bankverbindlichkeiten musste die Kreisstadt Unna im Haushaltsjahr 2015 ins­gesamt 2,3 Mio. Euro aufwenden, das sind im Vergleich zum Vorjahr 0,5 Mio. Euro we­niger. Im Vergleich zum Jahr 2012 konnten die Zinsaufwendungen von 3,5 Mio. Euro um beachtliche 1,2 Mio. Euro oder 1/3 verringert werden. Sowohl der rückläu­fige Schuldenstand als auch das weiter anhaltend niedrige Zinsni­veau haben zu die­sem erfreulichen Zinsergebnis beigetragen. Dem Konsolidierungsprozess der Kreisstadt Unna kommt aber auch zu Gute, dass ein Großteil der Bankverbind­lichkeiten für einen langen Zeitraum zinsgünstig finanziert werden konnte.

Kommentare (2)

  • Sascha Krieg via Facebook

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    Die mussten wohl eher kräftig durch ihre Zahlungen helfen.Deshalb würde ich NIEMALS in Unna bauen!!!!!!!1

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Wo willst du denn dann bauen, Sascha Krieg, in Selm? Da zahlste noch mehr…. und in Fröndenberg demnächst fast soviel wie in Unna…

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