Rundblick-Unna » „Unna braucht endlich Umgehungsstraße“: Piraten fordern Rats-Petition für Westtangente

„Unna braucht endlich Umgehungsstraße“: Piraten fordern Rats-Petition für Westtangente

Endlich eine großräumige Umgehungsstraße bis zur Autobahn-Anschlussstelle Kamen-Zentrum, um Unna von Verkehrsströmen zu entlasten: Dafür soll, nein muss sich der Unnaer Stadtrat jetzt beim Land stark machen, fordert die Piratenfraktion. Sie beantragt, dass der Rat in einer Petition an den Landtag NRW auf den Bau der Westtangente beharrt, die auf Unnaer Stadtgebiet auf Eis gelegt ist.

Lediglich um die Umsetzung der Umgehungsstraße auf Dortmunder Gebiet bemühe sich die Landesregierung noch, kritisiert Piraten-Faktionschef Christoph Tetzner. „Das ist nach Meinung unserer Fraktion zu kurzsichtig.“

Unna hat vom Land zwar die Freigabe bekommen, die großräumige Umgehungsstrecke selbst zu planen und zu bauen. Aber das ist für die Piraten „nicht mehr als eine nette Geste“ – denn wie soll das gehen, geschätzte mehrere 100 000 Euro würde dieses Großprojekt die beteiligten Kommunen kosten, und Unna steckt bekanntlich bis mindestens Ende 2016 in der Haushaltssicherung.

„Das ist nicht darstellbar“, stellt Tetzner deshalb fest, „von den Problemen im Stadtteil Massen ganz zu schweigen, wenn die Tangente ausschließlich auf Dortmunder Stadtgebiet realisiert ist.“ Eine solch wichtige Umgehungsstraße könne man nicht stückeln, sondern müsse sie wenn, dann komplett bauen.

Bisher, erinnern die Piraten, verfügt Unna über keine wirkliche Ortsumgehung. Käme sie – nach Jahrzehnten – endlich, würde sich die damit verbundene Verkehrsverlagerung auch positiv auf Lärm und Immissionen auswirken. „Denn bisher läuft der Verkehr immer über den Innenstadtring.“

„Westtangente muss kommen – Kreis Unna und Dortmund sind einig“ titelte im Frühjahr 2014 die Kreisverwaltung eine Pressemitteilung. Darin hieß es:

Eine Verkehrsentlastung für den Hellweg im Dortmunder Osten darf nicht zu Lasten der Menschen und der Straßen im Kreis gehen. Darüber sind sich Landrat Michael Makiolla und Dortmunds OB Ullrich Sierau einig. Die beiden Behördenleiter wollen deshalb einen Termin mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek machen, um auf die Aufgabe der Blockadehaltung des Landes in Bezug auf die Ost-Westtangente OWIIIa zu dringen. Bei dem Gespräch dabei sein sollen auch die Bürgermeister der beiden von den Planungen betroffenen Städte Unna und Kamen.

Für Dortmund ist die Schnellstraße (L663n) zur Entlastung der östlichen Stadtteile wie Asseln und Wickede wichtig. „Um eine Verlagerung der Verkehrsbelastung in den Kreis zu verhindern, darf die Straße aber auf keinen Fall an der Stadtgrenze enden, sondern muss an die Unnaer Westtangente anschließen und bis zur Autobahn-Anschlussstelle Kamen-Zentrum durchgebaut werden“, unterstrich Landrat Makiolla.

Westtangente Grafik

Kommentare (7)

  • Andre Sander via Facebook

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    Sehr verständlich diese Befürchtung.

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  • Manfred Hartmann

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    Hier irrt der Pirat. Mehr Straßen haben immer zu mehr Immissionen geführt. Land und Stadt haben es nicht geschadfftz,großfächig Tempo 30 rrealisieren. Jetzt suchen die Piraten Lösungen durch Straßenbau.In einem grünen Kreiamntrag zur Westangenze heißt es schon 2013: „Zum Einen muss schon angesichts der aktuellen Haushaltslage des Kreises sowie der Selbstver-pflichtung, die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, nicht mit „neuen“ Maßnahmen für den Straßen- und Radwegebau zu belasten, jede weitere Entwicklung dieses Millionenprojekts einge-froren werden.
    Zum Anderen ist eine Schrumpfung der Bevölkerungszahlen um gut 20% unter die Annahmedaten zur Verkehrsentwicklung erfolgt, die eine Anpassung an die neuen Prognosen erforderlich macht. Gleichzeitig ist die Pro-Kopf-Verschuldung gestiegen.
    Der Zusammenhang der steigenden die Unterhaltskosten eines wachsenden Straßennetzes im Hinblick auf eine weiter schrumpfende Bevölkerung, bedeutet eine weitere Zunahme der finanziel-len Belastung der Kommunen.
    Bestehende Bundes-, Landes-, Kreis- und Stadtstraßen sind außerdem in einem dramatisch schlechten Zustand. Aus diesem Grund setzen Bund und Land immer stärker auf Bestandsrettung statt auf Neuinvestitionen mit neuen Unterhaltsfolgekosten.
    Im Bundesverkehrswegeplan ist die „Westtangente“ K 39n nicht enthalten. Dieses Millionenprojekt wird sicher in den nächsten 20 Jahren seitens Bund und Land nicht realisiert werden. Dort hat ein Umdenken vor dem Hintergrund veränderter Voraussetzungen stattgefunden.“

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  • Manfred Hartmann

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    KORREKTUR: Hier irrt der Pirat. Mehr Straßen haben immer zu mehr Immissionen geführt. Land und Stadt haben es nicht geschafft ,großflächig Tempo 30 realisieren. Jetzt suchen die Piraten Lösungen durch Straßenbau. In einem grünen Kreistagsantrag zur Westtangente heißt es schon 2013: „Zum Einen muss schon angesichts der aktuellen Haushaltslage des Kreises sowie der Selbstver-pflichtung, die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, nicht mit „neuen“ Maßnahmen für den Straßen- und Radwegebau zu belasten, jede weitere Entwicklung dieses Millionenprojekts einge-froren werden.
    Zum Anderen ist eine Schrumpfung der Bevölkerungszahlen um gut 20% unter die Annahmedaten zur Verkehrsentwicklung erfolgt, die eine Anpassung an die neuen Prognosen erforderlich macht. Gleichzeitig ist die Pro-Kopf-Verschuldung gestiegen.
    Der Zusammenhang der steigenden die Unterhaltskosten eines wachsenden Straßennetzes im Hinblick auf eine weiter schrumpfende Bevölkerung, bedeutet eine weitere Zunahme der finanziel-len Belastung der Kommunen.
    Bestehende Bundes-, Landes-, Kreis- und Stadtstraßen sind außerdem in einem dramatisch schlechten Zustand. Aus diesem Grund setzen Bund und Land immer stärker auf Bestandsrettung statt auf Neuinvestitionen mit neuen Unterhaltsfolgekosten.
    Im Bundesverkehrswegeplan ist die „Westtangente“ K 39n nicht enthalten. Dieses Millionenprojekt wird sicher in den nächsten 20 Jahren seitens Bund und Land nicht realisiert werden. Dort hat ein Umdenken vor dem Hintergrund veränderter Voraussetzungen stattgefunden.“

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  • Stefan Werner

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    Absolut richtig, Herr Hartmann. Alle Strassenneubauten bedeuten nur jahrelangen Baustellenstau. Und hinterher stellt man wieder einmal ernüchtert fest, dass es nicht besser geworden ist. Schade ums Geld! Dafür sollte man lieber erstmal die Strassen instandsetzen, die schon da sind.

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