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Unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Unna: Polizeieinsatz in Königsborn warf Fragen auf

Die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen jungen Zuwanderern vor acht Tagen in einem Wohngebiet in Königsborn beschäftigte unsere Leser sehr. Es entwickelten sich heftige Debatten um die Unterbringung dieser unbegleiteten Minderjährigen. Die Jugendlichen, die den Polizeieinsatz an der Gadumer Straße auslösten, werden vom Verein „Co-Familien“ in Kamen betreut, der die Wohnung wie berichtet von der UKBS gemietet hat. Ehrenamtliche kümmern sich um die jungen Leute, sind aber nicht ständig vor Ort.

Weil dazu viele Nachfragen kamen, stellten wir einige Fragen an die Stadt. Hier die Antworten (die, so bittet die Verwaltung um Verständnis, einige Tage in Anspruch nahmen):

In Unna sind von Jugendhilfeträgen in den letzten Monaten ungefähr 15 Wohnungen/ Häuser angemietet worden, darüber hinaus werden Jugendliche auch in bestehende Einrichtungen integriert. Die Belegung erfolgt durch die Träger nach Anfrage durch die Jugendämter. Daher sind auch Jugendliche aus dem Zuständigkeitsbereich anderer Jugendämter in Unna untergebracht.

Wie händelt die Stadt Unna generell die Unterbringung dieser unbegleiteten Minderjährigen?

Unbegleitete minderjährige Ausländer werden Anhand einer Quote – unabhängig von der Quote der erwachsenen Flüchtlinge – landesweit verteilt. Die aktuelle Quote für Unna beträgt 44 unbegleitete Kinder und Jugendliche. Durch die EAE Unna-Massen hat Unna eine besondere Ausgangslage: Vom 01.07. bis zum 1.11. waren wir für alle unbegleiteten Jugendlichen, die in der EAE Massen registriert wurden, zuständig. In dieser Zeit wurden vom Jugendamt 76 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen und in Einrichtungen der Jugendhilfe untergebracht. Da Plätze in Unna nicht ausreichend zur Verfügung standen, wurden die Jugendlichen im Kreisgebiet, aber auch darüber hinaus bis Münster, Siegen oder Mönchengladbach untergebracht. Seit dem 1.11. nehmen wir die Jugendlichen aus der EAE für max. 2-4 Wochen in Obhut. Sie werden anschließend landesweit verteilt, das Verfahren führt der Landschaftsverband Rheinland in Köln durch. Zur Zeit sind ca. 15 Jugendliche im Verteilverfahren.

Sorgt das Jugendamt für die Betreuung, gibt es noch weitere dezentrale Unterbringungen?

Für die Jugendlichen, die vor dem 1.11. in Unna angekommen sind, trägt das Jugendamt Unna die Verantwortung. Die Jugendlichen werden in Einrichtungen der Jugendhilfe untergebracht und durchlaufen ein sog. Clearingverfahren (Klärung der Herkunft, Verwandte in Deutschland, Schul- bzw. Berufsausbildung, Gesundheitszustand, Einleitung Asylverfahren, Bestellung Vormund über Amtsgericht). Am Ende des Clearingverfahrens erfolgt nach den Empfehlungen die Unterbringung in einer Einrichtung oder einer Wohnung mit 24 Stunden Betreuung oder mit stundenweiser Betreuung.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Einrichtungen in Unna. Die Einrichtungen (auch Wohnungen) erhalten vom Landschaftsverband in Münster eine Betriebserlaubnis. In dieser ist vorgeschrieben, wie viele Jugendliche max. in der Einrichtung/ Wohnung leben dürfen und wie viel Personal der Jugendhilfeträger einsetzen muss. Natürlich müssen die Wohnungen und Häuser auch den Vorschriften der Bauordnung genügen.

Die Jugendlichen, die nach dem 1.11. in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) – also der Landesstelle Masen – erfasst werden, werden ebenfalls untergebracht. Es erfolgt ein Kurzclaering (insbesondere Gesundheit und Verwandtschaftsverhältnisse). Das eigentliche Clearingverfahren beginnt nach der Zuweisung in der zuständigen Stadt/ Gemeinde.

Link zum Ausgangsbericht: http://rundblick-unna.de/gewalttaetige-auseinandersetzung-zwischen-jungen-asylbewerbern-in-koenigsborn/

 

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