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Umtänzelt, umarmt – und beklaut: Polizei warnt vor kriminellen Antänzern

Bisher wurde diese kriminelle Methode ausschließlich aus Dortmund berichtet. Jetzt greift sie offenbar weiter um sich. „Antanzen“ nennt die Polizei diesen Ablenktrick, bei dem sich Kriminelle ihren Opfern herumtänzelnd bis auf Tuchfühlung nähern und dabei wieselflink um Handy und Geld erleichtern.

Die Täter sind praktisch immer zu zweit oder zu dritt, überwiegend sind sie nach Polizeierfahrung nordafrikanischer Herkunft.

Zwei solcher Fälle wurden am Wochenende in Hamm angezeigt. In einem Lokal klauten zwei aufdringliche Männer einer jungen Frau die Handtasche. Die 21-Jährige saß  mit einer Freundin am Tisch, als die zwei sich dazusetzten. Da sie immer aufdringlicher wurden, stand die 21-Jährige genervt auf und ging weg – leider ohne ihre Handtasche. Die war dann mitsamt den Männern weg, als sie kurze Zeit später zurückkehrte. Die Tasche enthielt alles – Bargeld, Handy, Dokumente. Einer der Verdächtigen ist ca. 1,70 Meter groß und 25 Jahre alt. Zu einem roten Hemd trug er eine schwarze Mütze. Er hat ein nordafrikanisches Aussehen und sprach Französisch.

Am frühen Sonntagmorgen sprach ein Duo auf der Friedrichstraße einen 21-jährigen Mann an: Es folgte die typische Umarmung, die nicht folgenlos blieb, denn im Anschluss vermisste der junge Mann sein Smartphone. Offenbar hatte es ihm der Unbekannte unbemerkt aus der Hosentasche gezogen. Er wird beschrieben als 24 bis 28 Jahre alt, 1,75 Meter groß und mit mittellangen Haaren, trug eine dicke, braune Winterjacke. Der andere Mann ist zirka 34 Jahre alt und hatte kurze, gekräuselte Haare.

Typisch für das Vorgehen der „Antänzer“ ist folgender kürzlicher Fall aus Dortmund. Ein Trio nähert sich gegen 4 Uhr früh auf dem Platz von Leeds einem 42-jährigen Dortmunder. Einer spricht ihn an, umarmt ihn und schlingt sein Bein um das des Mannes. Die beiden anderen beobachten derweil aufmerksam die Umgebung.

Bei seinen Bewegungen greift der „Antänzer“ seinem Opfer dann in die Hosentasche, fischt die Geldbörse heraus. Er geht zu seinen Begleitern zurück, präsentiert triumphierend seine Beute. Anschließend verschwinden die drei in verschiedene Richtungen. Gefasst werden kurze Zeit später ein 21-jähriger Marokkaner, ein 30-jähriger Algerier (beide ohne festen Wohnsitz) sowie ein 24-Jähriger aus Lohmar. Bei ihrer Durchsuchung finden sich Bargeld und ein Mobiltelefon. Gleichwohl müssen alle drei nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden.

Die Polizei warnt vor diesem Trick! Oftmals nutzen die Täter körperliche Nähe aus, um unbemerkt Wertgegenstände zu erbeuten. Sie fragen nach Feuer, bewegen sich als „Antänzer“ in der Bar oder umarmen ihre Opfer überschwänglich.

Kommentare (6)

  • Peter van Pax via Facebook

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    Warum breitet sie sich aus?

    Ist diese Erfindung neu oder gibt es mehr Kriminelle?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Innenminister Jäger im Sommer zum Thema – Quelle: Der Westen: In NRW-Großstädten gehen immer mehr „Antänzer“ auf Diebestour. Die Trickdiebe fordern ihre Opfer scheinbar gut gelaunt auf Festen, in Clubs und belebten Straßen zum Schunkeln oder Mittanzen auf – und klauen ihnen dabei Handys und Geldbörsen. Andere nutzen den „Podolski-Trick“ und werfen angetrunkenen Nachtschwärmern mit der Frage: „Kennst Du Podolski?“ einen Papierball vor die Füße. Nach dem ersten Körperkontakt ist das Geld weg.NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat im Innenausschuss des Landtags eine erste Bilanz des Kriminalitätsphänomens gezogen. Danach gab es in sechs Monaten bis April 2015 insgesamt 830 Taschendiebstähle in NRW durch „Antänzer“. Hochburgen waren Köln (146), Dortmund (140) und Düsseldorf mit 105 Anzeigen – nur jeder dritte Fall wurde aufgeklärt. Inzwischen setzen Kreispolizeibehörden an Brennpunkten zusätzliche zivile Kräfte ein, sagte Jäger. In Bochum gab es 38 Fälle, in Essen elf Delikte.

      „Antänzer“ gehen in großen Städten auf Diebestour | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
      http://www.derwesten.de/region/antaenzer-gehen-in-grossen-staedten-auf-diebestour-id10768600.html#plx133618106

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Und die CDU-Landtagsabgeordnete Serap Güler schreibt zu dem Thema: Dass die rot-grüne Landesregierung jetzt angekündigt hat, mit arabisch sprechenden Sozialarbeitern gegen „Antänzer“ vorgehen zu wollen, bezeichnete der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse, als „reine Alibi-Aktion“. Kruse: „Allein von Sozialarbeitern werden sich professionelle Trickdiebe ganz sicher nicht einschüchtern lassen. Die CDU-Fraktion fordert die Landesregierung deshalb auf, das „Antanzen“ künftig als spezifische Tatbegehungsform des Taschendiebstahls in der Polizeilichen Kriminalstatistik zu erfassen. Neben der sicherlich notwendigen Prävention wollen wir zudem erreichen, dass die Polizei durch verstärkte Zivilstreifen auch repressiv gegen diese Kriminellen vorgeht.“

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    • Peter van Pax via Facebook

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      Es wird immer schlimmer :(

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Na dann

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  • Stefan Werner

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    Ich kann diesen Sozialarbeitersch…. nicht mehr hören! Wenn die Politik hier nicht bald eingreift, wird irgendwann das Volk selbst eingreifen. Und das könnte ekelhaft werden…

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