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Überfall-Triple in Unna: Ein Opfer erinnert sich an nichts, ein anderes an wenig

Drei Raubüberfälle binnen 4  Tagen in Unna,  mehrere umsichtige, hilfsbereite Zeuginnen und Zeugen – das ist das zumindest ein kleiner erfreulicher Aspekt. Doch die Täter sind allesamt noch abgetaucht, berichtete uns Polizeisprecher Thomas Röwekamp (im Foto) auf Nachfrage den Stand der Dinge.

1. Der Vorfall auf der Friedrich-Ebert-Straße am Dienstagabend (22. 11.) Höhe Lebenszentrum war definitiv ein Raub, bestätigt Röwekamp. Dort hatten Passanten am frühen Abend eine 52jährige Radlerin auf dem Radweg gefunden, die erste Vermutung eines Unfalls bestätigte sich nicht: Die Frau war gewaltsam vom Rad gerissen und beraubt worden.

Thomas Röwekamp Portrait

Die Geschädigte ist mittlerweile durch unsere Kripo vernommen worden“, berichtet Thomas Röwekamp. „Sie kann sich allerdings nur daran erinnern, dass sie eine männliche Person neben dem Radweg hat stehen sehen, die den Arm gehoben hat. An mehr kann sie sich nicht erinnern.“ Einen recht jungen Mann sahen Zeugen in einer Hecke verschwinden. „Die Frau  hatte einen Rucksack auf dem Rücken, bei dem ein Träger augenscheinlich durchgeschnitten wurde – nicht abgerissen.“ Mehr lasse sich zu diesem etwas mysteriösen Vorfall bisher nicht sagen. 

2. Nicht minder mysteriös der zweite Vorfall frühmorgens am Samstag, 26. 11., auf der Kantstraße: Ein Mann lag dort auf dem Gehweg, zwei weitere Männer standen daneben – als zwei aufmerksame Zeuginnen im Pkw stoppten, wendeten und nachsehen und helfen wollten, rannten die beiden  Männer in Richtung Ringtunnel. „Der auf dem Boden gefundene Mann  hatte augenscheinlich keine Verletzungen, kann sich allerdings an nichts erinnern. Seine Geldbörse fehlt, das ist alles, was im Moment bekannt ist“, gab der Unnaer Polizeisprecher zu diesem Fall weiter (zu dem wir über die Kommentarfunktion auf unserer Website übrigens einen herzlichen Dank an die beiden hilfsbereiten Zeuginnen bekamen – den wir an dieser Stelle nochmals ausdrücklich weitergeben!).

3. Noch nichts Neues zu vermelden gibt es laut Röwekamp auch zu dem Überfall auf der Hansastraße am Samstagabend, 18.20 Uhr: Dort raubte ein junger Mann einer 56jährigen Frau auf der Straße unter der Drohung, sie zu erschießen, ihre Tasche, in der sich u. a. die Einnahmen eines Sparclubs befanden. Zeugen auf dem nahen Spielplatz sahen den Täter flüchten. Fahndung inkl. Hubschraubereinsatz blieb erfolglos.

PK Digitalfunk  Im Auftrag des Ministeriums fuer Inneres Kommunales des Landes NRW. Foto:  Jochen Tack/MIK NRW

RAUBÜBERFÄLLE IM VORIGEN JAHR IM STADTGEBIET UNNA  UND AUFKLÄRUNGSERFOLGE

Für das Jahr 2015 weist die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde Unna für das Stadtgebiet 46 Raubdelikte aus. Das waren 7 mehr als im Vorjahr. Aufgeklärt wurden etwas mehr als die Hälfte aller Delikte. Die meisten Raubüberfälle passierten auf Straßen, Wegen oder Plätzen (20; aufgeklärt: 11).

Einen Anstieg gab es auch bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von 25 auf 32), Straftaten gegen das Leben (von 0 auf 2, beide aufgeklärt), bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen (von 99 auf 115) und bei Diebstahlsdelikten allgemein (von 1955 auf 2144 im Jahr 2015 – aufgeklärt davon wurden  444).

Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle schnellte von 2014 auf 2015 deutlich hoch – von 149 auf 258 angezeigte Fälle.  Aufgeklärt wurden 26 Einbrüche im Jahr 2014 und  52 im vorigen Jahr. Nur ein geringer Teil der gefassten Einbrecher wird indes verurteilt (bundesweit liegt diese Quote bei knapp 5 Prozent).

Nachzulesen unter https://www.polizei.nrw.de/unna/artikel__13233.html

 

Kommentare (3)

  • Helmut Brune

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    Wirklich Schlimm, was da so passiert.

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  • Charly H.

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    unglaublich was hier abgeht… aber ganz schlimm dieser Vorfall:

    3. Noch nichts Neues zu vermelden gibt es laut Röwekamp auch zu dem Überfall auf der Hansastraße am Samstagabend, 18.20 Uhr: Dort raubte ein junger Mann einer 56jährigen Frau auf der Straße unter der Drohung, sie zu erschießen, ihre Tasche, in der sich u. a. die Einnahmen eines Sparclubs befanden. Zeugen auf dem nahen Spielplatz sahen den Täter flüchten. Fahndung inkl. Hubschraubereinsatz blieb erfolglos.

    Da bedroht einer *ganz zufällig und spontan* eine Frau an Leib und Leben, erbeutet GANZ ZUFÄLLIG die Einnahmen eines Sparclubs, wird ebenfalls von Leuten die GANZ ZUFÄLLIG um 18:20 Uhr im Dunkeln auf einem Spielplatz *spielten..??* verweilten gesehen, GANZ ZUFÄLLIG hatte der Täter auch noch eine Waffe dabei…, eine Pistole oder was?

    Will die Polizei Unna seine Bürger wirklich für blöd verkaufen? Was sind das für Informationen…? Warum wird nicht deutlich gesagt, dass man im Umfeld der *Geschädigten* ermittelt?

    GANZ ZUFÄLLIG wird die Polizei den Täter auch finden . . .

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Charly H., deine Kritik habe ich am Morgen nochmal an die Polizeipressestelle weitergegeben. Hier die Antwort von Vera Howanietz: „Die von unserer Leitstelle am 27.11.2016 herausgegebene Pressemeldung bezieht sich auf die rein informell zu dem Zeitpunkt vorliegen Erkenntnisse zum Sachverhalt. Eine Wertung des Sachverhaltes wurde hier nicht vorgenommen.
      Was die anschließenden Ermittlungen anbelangt, werden wir diese verständlicherweise nicht in der Öffentlichkeit austragen und, wie auch in allen anderen Ermittlungsverfahren, in alle Richtungen ermitteln. Ein konkreter Tatverdacht liegt bisher nicht vor.“

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