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Träume voller Euphorie – Premiere beim Zirkus Charles Knie

Heute gibt es in Hamm die letzte Vorstellung im Zirkus Charles Knie – Höchstwahrscheinlich wieder ausverkauft … „Hepp“ … würde Pressesprecher Patrick Adolph wohl sagen. Wie schnell die Tage vergangen sind. An dieser Stelle möchte ich die Premiere noch einmal Revue passieren lassen … Vorhang Auf!

Schon im Vorzelt funkeln die Augen. Bei all den Verkaufsständen mit Souvenirs und Leckereien wie Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und natürlich Popcorn wird man schon zum Kind, aber je näher man dem Hauptzelt kommt, beginnt man regelrecht, in eine andere Welt abzutauchen. Und da sind wir … vor uns stehen die vier hübschen Damen vom Show-Ballett. Bevor sie später in der Manege stehen, empfangen sie die Gäste und weisen ihnen den Weg zu ihren Plätzen. Und wir hatten tolle Plätze! Loge 2 und super Sicht auf die Manege und wir waren echt aufgeregt – nahezu EUPHORISCH!

Bevor es los ging, durften Kinder noch auf Kamele reiten. Ein kurzer Gedanke, ob den Tieren das gefällt – aber sie schauten zufrieden aus und bewegten sich ganz ruhig. Also alles gut. Wie die fleißigen Leser ja wissen, war ich einen Tag zuvor schon mal da, und hab mir das Ganze mal genauer angesehen.

Die Manege verdunkelt sich und weißer Nebel steigt auf. Die Vorstellung beginnt. Das Orchester erklingt und exotische Tiere aus Afrika laufin in die Manege ein. Dompteur Marek Jama muss gar nicht viel machen. Die Tiere kennen sich ja aus. Die ersten Takte zu „Pata Pata“ lassen mich schon mit dem Fuß wippen, da erscheint Pretty Shangase. Was für eine Powerstimme! Sofort ist richtig Party im Zelt und alle klatschen mit.

Nach der Nummer geht es flüssig weiter. Das Tempo, in der die Vorstellung läuft, ist grandios. Nicht zu schnell, keine langen Pausen und zwischendurch bringt Comedian Cesar Dias uns sehr zum lachen – und das mitten im Publikum. Das Programm geht aber nun in der Manege weiter. Der Mann ohne Knochen! Na, nicht ganz, aber was Cesar Pindo da zeigt, ist schon fantastisch. Verrenkungen, die ich so noch nicht gesehen hab, und dabei grinst der Kerl auch noch! Es sieht so einfach aus, aber ich werde nicht eine Pose ausprobieren … Den Knoten krieg ich ja nie wieder raus.

Absolute Weltklasse der Typ. Dann quetscht er sich in eine Kiste, so groß wie ein Bierkasten – und als er da wieder rauskommt, sitzt sogar die Frisur wie vorher! Ich versuch gar nicht erst zu rätseln, wie er das gemacht hat. Dafür hab ich aber auch keine Zeit, denn die Messoudis zeigen mit ihrer Jonglage ihr Können. Ob Bälle oder Keulen … Sie wirbeln alles durch die Luft. Wie sehr sie die Keulen unter Kontrolle haben, zeigen sie besonders in der Nummer, wo einer mit Hut, Brille und Zigarette im Mund sitzt und zwei andere jonglieren in einem Höllentempo. Zack, Hut weg – wieder zack, Brille weg und zum Schluss fliegt die Kippe aus dem Mund. Hammer!

Jetzt wird es aber spannend. Nachdem ich ja bereits Marco & Priscilla am Vortag kennen lernen durfte, standen sie nun im Rampenlicht. In etwa wusste ich ja, was kommt – aber wenn man das dann so sieht …. wow – nee, das würd ich mich nicht trauen! Spätestens beim Messerwerfen wäre ich raus gewesen! Rose gekappt, ein Pappherz aus der Hand und Luftballons im Mund geschossen – Fantastisch.

Jetzt wäre ja etwas ruhiges angebracht gewesen – und so kam es auch … so halbwegs. Marek Jama und seine Pferde traten in das Rund unterm Zirkuszelt. Und es waren wirklich prächtige Pferde, die unter Jama´s Regie wirklich schön anzusehen sind.

Währenddessen gab es schon ein dezentes Gewusel um uns herum. Cesar Dias lief wieder durchs Publikum und brachte uns erneut zum lachen. Die fleißigen Mitarbeiter bereiteten alles für die Flying Wulber vor. Das Flugtrapez war an der Reihe. Noch achte ich auf das hübsche Mädel, das in luftiger Höhe rotiert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Aber dann treten die Könige der Lüfte in den Vordergrund. Wie die sich am Trapez schwingen … Drehung hier, Salto da – einfach sensationell, diese Sprünge. Und zum Abschluss hing dann noch einer der Wulbers Kopfüber direkt unter der Zirkuskuppel und zückte eine Deutschlandfahne.


Das kam beim euphorisch applaudierendem Publikum an. Wir Zuschauer hatten uns nun die Pause wohlverdient. Wir haben teilweise geklatscht, wie die Wahnsinnigen! Die Verkaufsstände sind voll und wir gehen erst mal raus an die Luft. Die Raucher greifen zum Glimmstengel und viele Besucher bestaunen die Schlangennummer vor dem WC-Wagen. Jetzt schon viele große Augen und man versucht zu verarbeiten, was einem da grade geboten wurde.

Und dann geht es auch schon wieder ins Zelt. Schnell noch eine warme knusprige Brezel und etwas zu trinken und dann wieder zurück auf die Plätze.

Das Orchester eröffnet den zweiten Teil mit einer euphorischen Overtüre. Westernmusik ertönt, das Show-Ballett läuft ein … und Pferde. Ganz hohe Schule, was Marek Jama da erneut vorführt!

Und jetzt wird es schnell. Das Duo Medini zeigt auf einem kleinen runden Tableau, was man mit Rollschuhen so alles anstellen kann. Für mich wär das nichts! Für einen anderen Besucher übrigens auch nicht, aber da musste er jetzt durch. Zusammen mit dem Duo drehte er einige Runden in einem schnellen Tempo, das offensichtlich reichte, um ein wenig das Gleichgewicht zum wackeln zu bringen. Aber alles gut. Die Medinis zeigen noch einmal ihr Können in einer rasanten Art und Weise, wie ich es noch nie gesehen habe.

Ein Höhepunkt jagt den anderen! Familie Pedersen mit ihren Seelöwen kommen in die Manege. Laura Pedersen durfte ich ja auch schon am Vortag kennen lernen. Sie ist eine sympathische junge Dame, die der Show einen gewissen Kick gibt, aber den Seelöwen dennoch nicht so ganz die Show stehlen konnte. Die Tiere waren einfach die Stars!

Nun wurde es Zeit für Cesar Dias´großen Auftritt in der Manege. Mit einer singenden Säge und auch gesanglich zeigte dieser großartige Comedian in einer Clownnummer, was für vielseitige Talente dieser Kerl hat! „My Way“ -Ganz ganz großes Kino – bzw. Zirkus!

Es ertönen bekannte Klänge … Das tolle Orchester und die fantastische Sängerin Pretty Shangase leiten die Trampolin-Attraktion der Wulber Brothers ein. Oder sollte man besser Blues Brothers sagen?! Eine geniale Kombination aus Artistik und Comedy reißt die Zuschauer mit. Die Jungs haben es echt drauf.

Es kommt übrigens selten vor, dass ich Zeit und Raum vergessen habe. Aber bei dieser Premieren-Vorstellung war es so!

Die Herren der Schöpfung haben ja schon einiges fürs Auge serviert bekommen – nun waren die Damen dran. Die Truppe Messoudi tritt ins Rampenlicht. Ein Six-Pack hab ich ja auch … wenn auch nur im Kühlschrank, aber was die vier gestandenen Männer da zeigen, ist schon phänomenal! Sie zeigen Handstandartistik in Perfektion und lässt den Besucher mit offenem Mund staunen!

 

Es wird Zeit – DAS GROSSE FINALE! Unter tosendem Applaus kommen noch einmal alle Artisten in die Manege. Ein großer Dank an die ganzen Mitarbeiter und auch an die Lichttechniker, die das ganze geschehen in ein großartiges Licht gesetzt haben. Die Künstler treten noch einmal einzeln hervor und ein Klatschen und Trampeln setzt ein – das Publikum ist begeistert. Die Künstler genießen sichtlich den Lohn der Zuschauer. Belohnung dafür, dass sie uns für gut 2 ½ Stunden in eine andere Welt begleitet haben – in ein Land der Träume voller Euphorie.

 

Wer nun die Euphorie in Hamm nicht miterleben konnte – oder die Vorstellung einfach noch einmal woanders sehen möchte – Die Tournee geht noch weiter! (Tournee Zirkus Charles Knie)

Kommentare (12)

  • Dagmar Kuhn via Facebook

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    Ich hoffe,ohne Tiere?

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  • Silvia Rinke via Facebook

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    :-) Wirklich ansteckend euphorisierend, Totto.

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  • Lisa Delirious via Facebook

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    Nein mit Tiere und deswegen gehe ich dort nicht hin auch Zoo War das letzte mal. Denkt eigentlich jeder nur noch an sich selbst ?! – .-

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    • Isolde Baar via Facebook

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      Das ist letztlich ihre freie Entscheidung, ob sie dort hingehen oder nicht. Allerdings: ein Zusammenhang zu ihrem letzten Satz erschließt sich mir nicht wirklich…!?

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    • Thorsten Drees via Facebook

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      Ich sag es mal so – WÜRDE jeder nur an sich denken, dann würden die Tiere im Zirkus Charles Knie dezent anders rum laufen. Würden Haustierhalter sich dem Thema bei den eigenen Tieren genauso kritisch gegenüber stellen – dann ginge es vielen Haustieren einfach besser.

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  • Sven Hilbk

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    Tut mir leid aber Zirkus mit Tieren ist das letzte wo ich mich sehen lassen würde. Und wenn dann nur um zu sehen wie der Tierschutz eingreift.
    Ich sehe auch nich die Notwendigkeit das im 21 Jahrhundert die armen Ficher noch rumgekarrt werden müsse.
    Zirkus FlicFlac kommt komplett ohne Tiere aus und bietet ein fantastische Show!
    Ich empfehle jedem sich nicht die Käfigzirkusse sondern die reinen Artistens Shows an zu sehen. Dann werden diese (für mich) traurigen Tiervorführungen auch ihr ende finden…

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  • Anja Bruns via Facebook

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    Zirkus mit Tieren und Zoos sollten verboten werden. Schade, dass es immer noch Leute gibt, die so eine Tierquälerei trotzdem unterstützen… :-(

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  • Benny Schenk via Facebook

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    Einer der besten ist in Hamm und das sollte man gesehen haben :-)

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