Rundblick-Unna » „Tote“ wachte jaulend wieder auf: Geldstrafe für Mediziner

„Tote“ wachte jaulend wieder auf: Geldstrafe für Mediziner

Gruseliger geht es kaum. Aus dem Kühlraum hörte der Bestatter plötzlich ein lautes Jaulen… So bekam der Spruch „Totgesagte leben länger“ eine extrem morbide Realbedeutung, denn die vermeintliche Leiche in dem Gelsenkirchener Bestattungshaus lebte noch. Ein Arzt hatte die hochbetagte Seniorin (92) im Pflegeheim für tot erklärt – irrtümlich, wie sich schauerlich im Begräbnisinstitut herausstellte. Am Freitag wurde der Mediziner, der im vergangenen Sommer wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt worden war, zu einer Geldstrafe verurteilt.

Rückblick: Die Greisin war in ihrem Pflegeheim augenscheinlich leblos und ohne Puls aufgefunden worden. Der Arzt stellte daraufhin den Totenschein aus. Im Kühlraum des Bestattungsinstituts kam die alte Dame plötzlich wieder zu sich.

Die schockierten Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens bemerkten das durch durchdringendes Jaulen aus dem Kühlraum – rannten mit Gänsehaut hin und fanden die Totgeglaubte mit weit aufgerissenen Augen, die ihr nur Minuten vorher pietätvoll zugedrückt worden waren.  Später in der Klinik gab die alte Dame kaum noch Lebenszeichen von sich, das EKG zeigte jedoch eindeutig, dass Leben in ihr war. Am Tag darauf starb sie dann tatsächlich im Krankenhaus.

Wie der WDR heute in einer ausführlichen Rückschau berichtet, hatte der Notarzt kein EKG zur Verfügung. Er sah- so sagte er –  Leichenflecken an Nacken und Oberschenkel. Diese wären ein eindeutiges Zeichen für den Tod der Frau gewesen. Ihre Altenpflegerin sagte allerdings aus, dass der angeklagte Arzt sie überhaupt nicht untersucht, sondern sofort den Totenschein ausgestellt habe.

Die Gelsenkirchener Richter kamen heute dennoch zu dem Schluss, dass keine fahrlässige Körperverletzung vorlag. Die 92-jährige habe höchstwahrscheinlich nichts davon mitbekommen, dass sie im Leichenschauhaus lag.

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