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Testlauf: Kostenlose Verhütungsmittel für sozial schwache Frauen

Zunächst ein zweijähriger Modellversuch, möglicherweise aber auf das ganze Bundesgebiet übertragbar? Drei Beratungsstellen von Pro Familia im Ruhrgebiet bezahlen sozial schwachen Frauen ab sofort verschreibungspflichte Verhütungsmittel wie Pille und Spirale.

Die Argumentation der Beratungskräfte: Bei knapper Kasse griffen Frauen eher zu preisgünstigen Mitteln der Empfängnisverhütung (Kondom, Temperturmethode) und achteten nicht mehr auf Sicherheit. Um das zu vermeiden, wird Frauen mit wenig Geld jetzt für einen befristeten Zeitraum in den Beratungsstellen Gladbeck, Marl und Recklinghausen das verschreibungspflichtige Verhütungsmittel bezahlt.

Sie müssen in einer der drei Städte wohnen, mindestens 20 Jahre alt sein, sie benötigen ein Rezept und einen Nachweis über Sozialleistungen oder BaFög. Nach der schriftlichen Zusage von Pro Familia rechnet die Apotheke dann direkt mit der Beratungsstelle ab.

Die 3 Beratungsstellen beteiligten sich als einzige in NRW am Modellprojekt „Biko – Beratung, Information und Kostenübernahme von Verhütungsmittel“, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Es ist zunächst bis 2019 angelegt.

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