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Tempo 30 vor Schulen und Kitas: In Unna einhelliger Beifall – „Jetzt aber auch kontrollieren“

Generell Tempo 30 vor Kitas,  Schulen und Seniorenheimen: Darauf haben sich die Länder-Verkehrsminister gestern Abend in Worms verständigt. In Ausnahmefällen soll Tempo 50 angeordnet werden können. Die entsprechenden Regelungen werden in die Straßenverkehrsordnung einfließen. Aus Unna kommt einhellig Beifall.

Rudolf Fröhlich, CDU

Die CDU freut die Einigung, erklärt Parteisprecher, Fraktionschef und Polizist Rudolf Fröhlich: 

„Im Kreis Unna ist meines Wissens vor dem meisten Schulen und Kitas schon Tempo 30 in Kraft. Kontrolliert wird das überwiegend durch den Kreis. Als Polizeibeamter begrüße ich dies aus rein fachlicher Sicht sehr. Nicht umsonst betreibt die Polizei ja auch regelmäßig „Schulwegüberwachung“, um Verkehrsgefahren auf den Schulwegen insbesondere für die Kleinsten zu reduzieren. Zu diesen „schutzwürdigen Zonen“ sollten auch Altenheime zählen. Für die CDU-Fraktion kann ich also sagen, dass wir eine solche generelle Regelung sehr begrüßen, um Verkehrsgefahren aus diesen schutzwürdigen Bereichen fernzuhalten bzw. zu minimieren.“

Björn Merkord

Viel zu sagen zum Tempo 30 haben naturgemäß die Grünen (Fraktionsvize Björn Merkord):

„Die Regelung ist bis auf wenige Ausnahmen  in Unna umgesetzt.  Eine Ausnahme ist er ev. Kindergarten Unterm Regenbogen – direkt an der Wasserstraße. Die  L679 ist eine der stark frequentierten Durchgangsstraßen. Ebenso die Friedrich-Ebert-Straße – dort liegt die Harkortschule.
Darüber hinaus fordern wir Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet – wie übrigens auch die Gewerkschaft der Polizei NRW. Schneller darf nur auf separat ausgeschilderten Strecken gefahren  werden.  Wir Grünen in Unna begrüßen den jüngsten Vorstoß des Landesverkehrsministers  Groschek (SPD) für „Kiss and Ride-Parkplätze“  in sicherer Distanz zu und absoluten Halteverbotszonen vor Schulen. Allerdings sind die Fahrradabstellanlagen an Unnas Schulen meist veraltet,  unterdimensioniert und marode. Kein Wunder also, dass viele Schüler sich lieber chauffieren lassen als selber über teils abenteuerliche Wege (z.B. Schachtkuhle, Afferder Weg) mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Schulwege sind Bildungswege!“

Klaus Göldner

Für die Freie Liste Unna (FLU) sagt ihr Fraktionsvorsitzender und Polizist Klaus Göldner: 

„Dass in vielen Fällen schon jetzt um Unnas Kitas und Schulen Tempo 30 gilt, ist gut so. Die grundsätzlich flächendeckende Umsetzung ist konsequent und richtig. Altenheime und andere Wohnstätten besonders schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmer sollten gleich mit einbezogen werden. Durch konsequente polizeiliche Überwachung könnte die Einhaltung der Geschwindigkeit dann auch sichergestellt werden.“

Christoph Tetzner

Piraten-Fraktionschef Christoph Tetzner schließt sich an:
„Begrüßenswert. Bei der Vermeidung von Unfällen dürfte die neue Regelung sehr hilfreich sein. In Betracht ziehen sollte man auch generell Füßgängerquerungen vor Schulen und Kitas, wenn eine Fußgängerampel fehlt. Allerdings ist eine Regelung nur so gut wie ihre Umsetzung. Vermehrt muss an diesen Stellen dann kontrolliert werden.“
PetraWeber_x278
Petra Weber freut sich für die Linkspartei sehr über die zusätzliche Sicherheit:
„Wir Linke sind für 30 km/h nicht nur vor Schulen und Kitas, auch vor Krankenhäusern und Pflegeheimen. Es ist leichter, mit Tempo 30 zu bremsen. Somit werden Unfälle vermieden. Die Lärmbelastung wird zudem noch reduziert. Es spricht also nichts gegen 30er Zonen vor allen sozialen Einrichtungen. Dass sich Verkehrsminister Michael Groschek gestern auf der Konferenz in Worms auch für Halteverbotszonen vor Schulen und Kitas aussprach und Hol- und Bringzonen forderte, ist ebenso zu begrüßen. Meine eigene Erfahrung, ich war auch Mamataxi: Die Verkehrssituation zu den Hauptstoßzeiten, sprich morgens gegen acht und nachmittags ab 13.00 Uhr, ist  an den Schulen und Kitas mehr als chaotisch und gefährlich.
Rathaus Unna
Und das sagt die Stadt: Ihrer Auffassung nach kann Tempo 30 bei der Schul- und Kitawegesicherung ein Bestandteil sein, doch müssten jeweils weitere flankierende bzw. wirksamere Maßnahmen im Einzelnen geprüft werden. Link dazu zu den Orientierungshilfen für die Schulwegsicherung des Verkehrsministeriums NRW: https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/druckfreigabe-orientierungshilfen-07-pdf/von/orientierungshilfen-fuer-die-schulwegsicherung/vom/mbwsv/354) geeignet sind.

Kommentare (6)

  • Jens Jonker via Facebook

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    also wird die friedrich ebertstrasse demnächst auch zur 30er zone.völlig ok solang es nur im umkreis der kita am amtsgericht ist und nicht von vorn bis hinten ;),sonst sind die mir bekannten schulen/kindergärten eh alle scho in 30er zonen zumindest in unna und köngsborn 😉

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, Jens Jonker, die Stadt hat diesbezüglich schon eifrig Vorarbeit geleistet. Wer regelmäßig dort am Amtsgericht herfährt, weiß ohnehin, dass man auf der dortigen Ampelmeile über 30 meist eh nicht herauskommt… 😉

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  • Guido Bischoff via Facebook

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    Alles nur blablabla.
    Ich habe mehrfach die Parteien und auch die Stadt Unna über das Problem der Raserei in der Karlstrasse im Bereich der Sonnenschule informiert. Bis auf positive Anrufe von Politikern und Dank Schreiben der Stadt Unna hat sich dort nichts getan.
    Dort ist Zone 30. Die Strasse ist Schulweg für viele Kinder. Einige müssen sogar den schlecht gesicherten Tunnel durchqueren. Selbst die Vorfahrtsregelung wird dort regelmäßig missachtet.
    Seit meiner Reklamation ist aber an der Kleistrasse ca. 3x kontrolliert worden. Nicht aber in der 30iger Zone Karlstrasse.
    Nichts passiert. Es wird weiterhin gebrettert.
    Jedem dritten Fahrer könnte man dort den Führerschein für lange Zeit abnehmen.

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    • Guido Bischoff via Facebook

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      Ergänzung: Der Schulhof wird nach der Unterrichtszeit auch von vielen Kindern zum Spielen genutzt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Lieber Guido Bischoff, wir gehen mal davon aus, dass der eine oder andere aus Politik und Stadtverwaltung hier mitliest und das Problem aufgreift. Vielen Dank für die Anmerkung!

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  • Fürst

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    Zur Sicherung der Kinder/Schulwege würde sicher beitragen, wenn man verhindern würde, daß Eltern/Elternteile versuchen, quasi bis ins Klassenzimmer zu fahren; siehe täglich unfallträchtiges Chaos an der Falkschule/Falkstraße. Kontrolle der Geschwindigkeit: 0. Kontrolle der Falschparker: 0. Parken unbeanstandet auch im absoluten Halteverbot!

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