Rundblick-Unna » „Talentscouts“ sollen Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen: 10 Mio. € dafür – 7 von 10 Flüchtlingen brechen Lehre ab

„Talentscouts“ sollen Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen: 10 Mio. € dafür – 7 von 10 Flüchtlingen brechen Lehre ab

Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen lautet das Ziel: Dafür werden an allen 30 Arbeitsagenturen NRWs künftig spezielle „Talentscouts“ eingestellt. Die Bundesarbeitsagentur erwartet dafür 10 Mio. Euro zusätzlich vom Bund. „Für Zuwanderer mit einer hohen Bleibechance sollen an allen 30 NRW-Agenturstandorten speziell qualifizierte Talentscouts eine individuelle Berufsperspektive entwickeln“, schreibt die NRW-Arbeitsagentur.

In Dortmund, Düsseldorf und Herford werden testweise zusätzliche „Integrationscenter“ eingerichtet, in denen Flüchtlinge Leistungen aus einer Hand bekommen. Mit Ausländerbehörden und Wohlfahrtsverbänden sollen die Talentscouts hier eine gemeinsame Anlaufstelle bieten. Das Integrationscenter in Dortmund ist am heutigen Montag an den Start gegangen.

Erste (laut den Angaben gute) Erfahrungen mit diesen Scouts gebe es bereits: Ein Modellprojekt war im vorigen Jahr in Köln gestartet und auf 16 weitere Agenturen ausgeweitet worden. Nun sollen die verbliebenen 13 Standorte folgen, kündigte NRW-Agenturchefin Christiane Schönefeld gegenüber der NRZ (Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Ausgabe 21. Juli 2015) an. Für Flüchtlinge bedeute die Integration in den Arbeitsmarkt „einen wichtigen Schritt bei der Integration in die Gesellschaft“: „Und wir brauchen Fachkräfte“, sagte Schönefeld. Die Scouts helfen dabei, dass Flüchtlinge sprachlich gefördert und individuell für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden, Berufsabschlüsse aus den Heimatländern müssen anerkannt und Kontakte zu Arbeitgebern hergestellt werden. Das Besondere an dem Projekt sei die enge Abstimmung mit örtlichen Bleiberechtsinitiativen, die für eine soziale Betreuung der Flüchtlinge sorgen.

Ernüchternde Zahlen aus dem Handwerk

Ernüchternde Zahlen liefert zugleich das Handwerk. Sieben von zehn Flüchtlingen, die im September 2013 in Bayern eine Ausbildung begannen, haben sie vorzeitig beendet. Die Handwerkskammer nannte in einem Bericht der WELT folgende Gründe: mangelnde Sprachkenntnisse und das vergleichsweise niedrige Gehalt. „Viele haben die Vorstellung, in Deutschland schnell viel Geld zu verdienen und es dann nach Hause zu schicken“, wird die Kammer zitiert. Und weiter: „Häufig erschienen Flüchtlingen ungelernte Aushilfsjobs lukrativer, weil dafür immerhin der Mindestlohn gezahlt werde. Man müsse die Migranten erst überzeugen, dass es langfristig die bessere Entscheidung sei, sich für eine Lehre zu entscheiden. Auch wenn damit anfangs weniger zu verdienen sei.“

Kommentare (19)

  • Burkhard

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    Alles schön und gut, aber wo sind die Talentscouts wenn es um Jugendliche geht die hier ansässig sind? Hat unsere Gesellschaft diese Menschen schon aufgegeben? Es gibt eine Menge jugendlicher Schulabbrecher die keine Perspektive haben, wo sind da die Förderprogramme?
    Seltsamerweise fehlte es bisher immer an Mitteln um z.B. unsere Schulen und Kitas vernünftig auszustatten und plötzlich zaubert der Staat das Geld aus dem Hut.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Es ist in der Tat so, Burkhard, dass das Problem Langzeitarbeitsloser unter 25 Jahren zunehmend das Problem Nummer 1 im Kreis Unna wird.

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    • Kevin Pütz via Facebook

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      Logisch oder Rundblick Unna?!
      Hartz 4 machts möglich.
      Die ganzen Jugendlichen sowie Erwachsenen bekommen mittlerweile nur noch Jobs über Zeitarbeitsfirmen.
      Diese zahlen gerade mal Hartz4 Niveau. Teilweise trotz Ausbildungsnachweis.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das gefällt überhaupt nicht. Aber Zeitarbeit boomt. Das ist so, Kevin Pütz. Und die erhofften Effekte – Übernahme in feste Beschäfitgung – haben sich nur sehr begrenzt eingestellt, bestätigt die hiesige ARGE.

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  • Jörg Gü via Facebook

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    solange wie es Geld für Lau in Deutschland gibt, wird man solche Probleme nicht lösen können

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  • Andre Heyn via Facebook

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    Flüchtling sollte man sein.
    Ich hab mal nachgefragt wie es aussieht mit Förderung für einen Ausbilderschein als Antwort: „Wenn sie eine stelle haben wofür sie den schein brauchen und genommen werden wenn sie den schein haben, ja erst dann geht das.“

    Dabei will man doch nur bessere Chancen dadurch

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  • Helmut Brune via Facebook

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    So geht politische Kreativität. Wir werfen den Namen „Talentscout“ in die Runde, geben denen 10 Millionen mit, dan muß das funktionieren. Das ist meiner Meinung nach viel zu Oberflächlich gedacht. Erstens muß die Basisausbildung der Leute aus den verschiedenen Ländern auf den benötigten Stand gebracht werden. Das heißt Schulausbildung und das kann dauern. Zweitens muß es Lehrstellen geben. Wenn solche Lehrstellen bisher Mangelware waren und sie sollten jetzt auf einmal zur Verfügung stehen, würde ich das knallhart „Diskriminierung der deutschen Jugendlichen“ nennen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das Riesenproblem an solchen medienwirksam gepushten Extraprogrammen ist ja, so sinnvoll und wichtig sie sein mögen, dass sie das Gefühl des Benachteiligtseins bei vielen Benachteiligten noch verschärfen könnten.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Genau darum sollten sowohl die Politik als auch die Medien besser nachdenken, bevor sie etwas beschließen, b.z.w. veröffentlichen. Sonst könnte es zu einer Teilung der Bevölkerung in verschiedene Lager führen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das heißt, wir sollten es nicht veröffentlichen?

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Doch!! Und zwar weil dieser Bericht seriös meldet was wirklich passiert. Die Medien, die ich meine, sind die, die aus allem Sensationsmeldungen machen und damit ganze Bevölkerungsgruppen beeinflussen. Das gilt hauptsächlich für das Fernsehen.

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  • Friedrich K.

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    Das ist ja endlich mal was. Man sucht sich aus der Flut der zu uns kommenden diejenigen gezielt aus, die man auch gebrauchen kann. Das ist ja dann auch damit gemeint, dass Deutschland Zuwanderung braucht. Wenn man jetzt auch konsequent diejenigen „zurückführt“, die nichts für das Gemeinwesen tun können oder wollen, wird die Sache langsam was. Mittlerweile sickert ja durch, dass man gerade einmal 10% der Zugereisten in den Arbeitsmarkt integrieren kann. Verdammt magere Quote!! Die anderen 9 leben dauerhaft auf unsere Kosten und machen noch Randale, wenn ihnen was nicht passt.

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  • Jama To via Facebook

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    So ein Witz! Wo um Gottes Willen sollten Die Flüchtlinge arbeiten! Wie sollten Sie sich bitte verständigen? Und tausende andere wollen auch arbeiten! Die in Vergleich zum Flüchtlinge hier geboren oder integriert sind!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      :-( Es wird riesig problematisch, wenn die hier schon Lebenden und seit langem vergeblich Arbeit suchenden das Gefühl bekommen, gegenüber den Neuankommenden benachteiligt zu werden. Das birgt sozialen Sprengstoff und schürt weitere Ressentiments gegenüber den Flüchtlingen, die persönlich überhaupt keine Schuld trifft.

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    • Jama To via Facebook

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      Die sind schon lange benachteiligt! Zurück denken an meiner Bericht über meine Personal Ausweis, Pass usw! Und einige bekommen sofort. …

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  • Frank Brockbals via Facebook

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    Haben die keine 10 Mio.€ für unsere eigenen Arbeitslosen? Wenn die hier in Deutschland NIX bekommen würden währe auch keiner von denen hier. ODER?

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  • Angie U Wolfgang Hinkelbein via Facebook

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    Ihr seit ja noch niemals in der Lage für unsere arbeitslosen weder eine Ausbildung noch ein Arbeitsstelle zu beschaffen wenn mann nicht selbst tätig wird ist mann beim Arbeitsamt verloren denn ihr werdet alles tun damit ihr euren Job nicht verliert und des halb ist es euch egal ob einer eine Arbeit bekommt oder nicht habe es selbst mit gemacht und deshalb seit ihr nur da um uns deutschen so zu behandeln als wären wie das aller letzte und jetzt auf einmal wollt ihr den Asylanten mit förderprogramme kommen am besten ihr Puder sie noch ein und singt sie im Schlaf vielleicht könnt ihr das ja besser als arbeitslose deutsche Bürger einen Job oder eine Arbeitsstelle zu beschaffen

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  • Mona Bortz via Facebook

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    ich könnt kotzen, wenn ich so was lese…………mein Mann hat sein Leben lang als LKW-F ahrer gearbeitet, durfte dann auf Grund einer Augen-OP nicht mehr fahren und wurde arbeitslos….kein Schwein hat sich um ihn gekümmert, jetzt , wo er wieder fahren darf, ist er mit 57 für die meisten Arbeitgeber zu alt

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Die sollten lieber unsere Kinder u Jugendliche fördern. Für die Deutschen wurde u wird nichts gemacht. Und richtig – wir sind schon lange benachteiligt. Kein Wunder, dass die Menschen langsam Hass empfinden.

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