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„Tag der Trinkhallen“ – Der Mythos Bude lebt!

Lange führte sie ein Schattendasein, die „kleine Bude umme Ecke“. Bei der Arbeiterklasse für Kippen und ne Zeitung mit vielen Bildern und vier großen Buchstaben die tägliche Notversorgung.

Kiosk in Witten(Foto:RVR/Stefan Ziese)

Bei Kindern beliebt für das neueste Comic-Heft oder eben die berühmte Tüte „Gemüscht“ für ne Mark! Die Bude, der Kiosk – na eben die Trinkhalle!

Eine Tüte Gemüscht für ne Mark (Foto:Simon Albersmeier)

Die Büdchen galten teilweise als verschollen, obwohl sie doch immer irgendwie da waren. Und bevor alle Kioske inne Binsen gehen, wurde das Jahr 2016 vom 1. Kioskclub 06 zum „Jahr der Trinkhalle“ ausgerufen.

Die Geschichte der Büdchen reicht weit in die Anfänge der Industrialisierung zurück, als das hier angebotene Mineralwasser die Arbeiter der Zechen und Stahlwerke vom Alkoholkonsum abhalten sollte. Wer im Ruhrgebiet lebt, der weiß, dass die Trinkhallen – und ihre Inhaber – eine wichtige soziale Funktion einnehmen. Das Büdchen an der Ecke – nicht selten Zentrum eines Mikrokosmos, ist mancherorts Kult und wird jetzt auch noch Kulturort.

Am 20. August findet ruhrgebietsweit der 1. Tag der Trinkhallen statt!

Die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) ruft zu diesem Anlass alle Büdcheninhaberinnen und Inhaber auf, an diesem Tag ihre Pforten zu öffnen und kreativ mitzuwirken. Dazu werden die originellsten Trinkhallen im Ruhrgebiet gesucht, um als einer der Spielorte zu fungieren. Kostüme können getragen, Fotos, Blechdosen und Behälter von anno Tobak ausgestellt werden. Der eigenen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Gute Geschichten aus dem Kiez dürfen erzählt werden, Versteigerungen oder auch eine Gesangseinlage sind möglich. Wer mag, trägt am 1. Tag der Trinkhallen hinter dem Verkaufstresen eine Nikolausmütze oder spricht ausnahmsweise französisch. Hauptsache, er wird kein Tag wie jeder andere, der 20. August 2016.

Plakat: 1. Tag der Trinkhallen

Kulturprogramm für die 50 originellsten Trinkhallen

Für die 50 originellsten Trinkhallen schüttet die RTG ein wahres Füllhorn an Events aus. Sie werden Spielort eines Kulturprogrammes mit Konzerten, Lesungen, Kabarett, Theater, Tanz und Poetry Slam, und für die Kunden gibt es ein Sammelalbum mit Bildern der teilnehmenden Buden(ist mal was anderes, als ständig nur Fußball-Bilder zu sammeln). Alle angemeldeten Trinkhallen werden kostenlos mit einem einheitlichen Erkennungszeichen ausgestattet und ihr Standort auf einer virtuellen Karte unter www.tagdertrinkhallen.ruhr markiert.

Kunden können „ihre“ Trinkhalle empfehlen

Bewerbungen für Kioskbesitzerinnen und -besitzer sind ab sofort bis 17. April unter www.tagdertrinkhallen.ruhr möglich, danach erfolgt die Auswahl der TOP 50 durch eine Jury. Wer den Bewerbungsschluss versäumt, muss sich trotzdem nicht grämen: Noch bis einen Tag vor der Veranstaltung kann sich jede Trinkhalle als Teilnehmer dieses ganz besonderen Events registrieren. Auch Stammkunden und Gelegenheitskäufer können mithelfen, „ihre“ Bude in den Fokus zu rücken. Die RTG sammelt Tipps und Hinweise auf ausgefallene Trinkhallen per Email an info@tagdertrinkhallen.ruhr


Das Projekt wird gefördert durch den Regionalverband Ruhr und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hier geht’s zum Flyer für die Kiosk-Besitzer: Buden-Flyer

 

Das Büdchen an der Ecke (Foto:Ruhr-Tourismus/Simon Albersmeier)

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