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Straßenlärm mindern: Stadt will mit Bürgern über Tempo 30 und Co. diskutieren

Tempo 30, damit´s leiser wird auf Unnas Straßen? Viel und hitzig diskutiert wurde der Plan der Stadt, auch auf Hauptverkehrsstraßen (wie Kamener Straße und Verkehrsring) das Tempo zu drosseln. Am heutige´n Montag, 19. Oktober, gibt´s ab 19 Uhr im Ratssaal eine Bürgerversammlung dazu. Es wird die zweite sein (die erste war im Sommer 2013), seit sich die Stadt überlegt, wie sie die EU-Richtlinie zur „Bekämpfung von Umgebungslärm“ umsetzen kann. Denn Lärm für die Anwohner zu mindern ist europaweit vorgeschrieben.

Wie aber tun? Schallschutzfenster sind sehr teuer, Lärmwälle nur bedingt möglich und ebenfalls teuer. Am billigsten (mit Abstand) ist ein Tempolimit, das deswegen in mehreren Ausschusssitzungen breit debattiert wurde.

Gefallen fand/findet das Rathaus und auch Teile der politischen Fraktionen auch deshalb an dem Gedanken, weil es eben so fix geht: 30er-Schilder aufstellen und hoffen, dass der Verkehrsteilnehmer sie Ernst nimmt. Daran zweifelten in der politischen Debatte so einige, zudem kam das Argument der steigenden Abgasbelastung durch „Schleichverkehre“ (vor allem aus der CDU).

Das Land durchkreuzte die Pläne zwischendurch aber ohnehin wieder, da es Tempo 30 auf überörtlich wichtigen Straßen (zu denen auch die B233/Kamener-/Friedrich-Ebert-Str. gehört) nicht erlauben will. Die Freie Liste Unna (FLU) wirbt mit sog. „Flüsterasphalt“, auf dem Fahrzeuge auch ohne Temporeduzierung effektiv leiser rollen als über herkömmliche Fahrbahnen.

Das gesamte Maßnahmenpaket aus passiven und aktiven Schutzmaßnahmen, das ein Gutachter für die Stadt erarbeitet hat, wird heute Abend vorgestellt. Die Stadt hofft auf ein Meinungsbild der Bürger. Durch den Abend führt Ortsvorsteherin Ingrid Kroll (SPD). Beginn: 19 Uhr, Ratssaal im Rathaus.

Als konkrete Vorschläge in einer Unnaer Facebookgruppe kamen:

Ampeln nachts aus

Ampeln „intelligenter“ schalten (d. h. Bedarfsschaltung ab abends und dadurch öfter „grüne Welle“)

Flüsterasphalt durchaus eine überlegenswerte Alternative.

Strikt abgelehnt wurde und wird Tempolimit auf Hauptverkehrsstraßen.

 

Kommentare (20)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Logisch, daß Tempo 30 die billigste Lösung ist. Wenn man dazu noch ein paar Blitzer installiert, kann man daran sogar verdienen. Jedoch ist die billigste Lösung nicht immer nachhaltig die beste. Würde ich in Unna wohnen, würde ich da sicherlich mitmachen.

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  • Helmut Schön

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    Billig vielleicht wegen ein paar Schildern. Aber auch effektiv ????
    Wer zuckelt schon gerne mit 30 über irgendwelche Hauptverkehrsstraßen ?!? Da wird dann lieber schneller gefahren und die Stadt/Polizei muss wieder Geld für Kontrollen ausgeben. Und die 30er Schilder werden wieder beklebt oder umgeknickt. Die Schnellfahrer bekommen Knöllchen. Der langsame Verkehr bläst mehr Dreck in die Luft.
    Neue Fenster ? Wer möchte, dass seine Fenster mit viel Dreck und vielleicht Einbaufehlern ausgetauscht werden ?!? Dann ist es im Haus ruhig aber nicht im Garten.
    Flüsterasphalt ? Wäre eine Möglichkeit und die Anwohner hätten gleich eine rumpelfreie Straße :-)

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  • Jama To via Facebook

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    Wenn man sich vor einige Kindergarten, Schule, … stellt und beobachtet, fällt man aus dem Wolken wie schnell und vor allem wer zu schnell fährt! ….
    Da ist jede Kontrolle rechtfertigt!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Vor Schulen und Kitas muss 30 jetzt ohnehin generell eingeführt werden, Jama To. Beim Lärmaktionsplan geht es um viel befahrene (Hauptverkehrs-)Straßen.

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  • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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    30 auf der Friedrich-Ebert-Straße, wie lustig. Da ist man tagsüber froh, wenn man da überhaupt mal 30 fahren kann. Vor allem am Nachmittag kommt man da nur im Schneckentempo vorwärts.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      😉 Ja, Andrea Zinsenhofer, diese Bemerkung kam auch schon mehrfach in Bezug auf den Verkehrsring. Abends aber und auch nachts wird auf der Ebert-Str. ganz schön gebrettert – eigene jahrelange Anschauung bzw. -hörung…

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    • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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      Ich wohne dort schon seit über 30 Jahren, von daher kann ich mir auch ein Urteil darüber erlauben ? Wie wäre es mal mit Tempokontrollen dort in der Nacht? Ich hab in den ganzen Jahren nicht mitbekommen, dass es dort mal eine Kontrolle gab und wenn dort jemand Rasen will in der Nacht, halten ihn die Schilder eh nicht davon ab.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Wir werden die Anregungen sammeln und vor dem Bürgerabend an die Stadt weitergeben, Andrea Zinsenhöfer.

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    • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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      Dankeschön. Die Stadt Hamm ist da übrigens konsequenter. Da steht auf der Hafenstraße auch Nachts um 0300 oder in der Frühe um 0530 der Blitzer und dort sind nur Firmen angesiedelt. Oder auf der Dortmunder Straße, wo 4 Häuser stehen und 70 erlaubt ist. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn ich habe dort auch schon gezahlt. Mich hat es gelehrt, dort vorschriftsmäßig zu fahren ?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, konsequente Kontrollen wirken. Die Frage ist nur, ob dafür Personal vorhanden ist…

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    • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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      Dann kann man sich das Geld für die 30-Schilder auch sparen. Was nützen diese, wenn es eh nicht kontrolliert wird 😉

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Als konkrete Vorschläge in einer Unnaer Facebookgruppe kamen:

    – Ampeln nachts aus

    – Ampeln „intelligenter“ schalten (d. h. Bedarfsschaltung ab abends und dadurch öfter „grüne Welle“)

    – Flüsterasphalt durchaus eine überlegenswerte Alternative.

    Strikt abgelehnt wurde und wird Tempolimit auf Hauptverkehrsstraßen

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  • Marc-Oliver Finkel via Facebook

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    Wenn ich mir gerade die Baustellen in Unna ansehe, steht doch eh alles. Wer so von der Stadt Unna plant, müsste direkt eine Briefmarke auf den Ar…… bekommen…….Das ist eine Frechheit

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