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Sterbenden Senior ignoriert: Bankkunden sind ermittelt – Familie wurde erst nach 3 Tagen informiert

Über einen Sterbenden hinweggestiegen wie über einen Sack Lumpen. Jetzt müssen sich die 4 Bankkunden, die einen zusammengebrochenen alten Mann am 3. Oktober in einer Essener Bank mit Nichtachtung straften, wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten. Die Frau und die 3 Männer sind dank der Videoaufzeichnungen und der aufgezeichneten Geldgeschäfte am Automaten ermittelt, teilte die Essener Polizei mit. Jetzt laufen gegen sie entsprechende Strafverfahren.

http://rundblick-unna.de/senior-brach-zusammen-menschen-stiegen-achtlos-ueber-ihn-hinweg-jetzt-ist-er-tot/

Im WDR meldete sich unterdessen gestern der Schwiegersohn des verstorbenen 82 Jährigen. „Wir sind sehr, sehr wütend. Ich bin christlich erzogen worden, ich hoffe nicht, dass diese Leute, die über ihn gestiegen sind, auch mal in diese Lage kommen. Und wenn, hoffe ich, dass ihnen geholfen wird.“

Er könne verstehen, dass man Angst habe, Menschen anzufassen. Doch „dass man es nicht schafft, Hilfe zu holen, ist einfach nur erschreckend“.

Nach den Erzählungen des Schwiegersohns habe die Familie zudem erst 3 Tage nach dem Zusammenbruch des 82Jährigen erfahren, wo sich der alte Mann aufhielt: Obwohl er in seiner Geldbörse Notfallunterlagen dabei hatte, sah die Uniklinik Essen offenbar keine Veranlassung, die Familie in Kenntnis zu setzen. Das Klinikum soll sich nach WDR-Angaben inzwischen bei der Familie entschuldigt und versichert haben, dass so etwas nicht wieder vorkomme.

Strafrechtlich droht bei unterlassener Hilfeleistung eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Doch in der Praxis sind Verurteilungen wegen unterlassener Hilfeleistung selten.

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Heiko Blitz Weder Klinik noch Polizei sehen sich in die Lage versetzt, Angehörige zu informieren? Man kommt aus dem Fremdschämmodus gar nicht mehr raus.

Rundblick Unna (sia) Dabei hatte er seine Notfallpapiere bei sich. Ganz schön krass.

Heiko Blitz Eben…. das geht gar nicht und selbst wenn nicht, die Polizei weiss was sie zu veranlassen hat…. der Schaden an der Familie ist nicht wieder gutzumachen.

Rundblick Unna (sia) Die Familie kann ja offenbar noch froh sein, dass sie ihn überhaupt noch einmal lebend wiedergesehen hat. :-( Heftig, wie anonym das heutzutage in Großkliniken zugeht.
Heiko Blitz Hör mir mit Kliniken auf, krank werden darfst du heute eh nicht mehr, dann biste überwiegend verloren…..

Helmut Brune Wir alle haben Heutzutage ein Handy bei uns. Da könnte man doch wenigstens den Notruf anrufen und Hilfe in die Wege leiten. Man muß ja nicht gleich Reanimieren, wenn man nicht weiß wie das geht. Offenbar ist es doch ein Trend, daß wir uns immer mehr von der Aussenwelt abschließen und uns nur mit den eigenen Gedanken beschäftigen. Eine Besorgniserregende Entwicklung.

Rundblick Unna (sia) Gottlob haben wir immer wieder auch Gegenbeispiele. Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann – ich hoffe es nicht. Hier, ein Beispiel von vielen – http://rundblick-unna.de/lob-fuer-lebensretter-trio…/

Kerstin Richert Man kann nichts falsch machen, wenn man anfängt zu reanimieren, eigentlich weiß das mittlerweile auch jeder. Was sollte passieren? Ja, man kann Rippen brechen aber das passiert uns und den ärztlichen Kollegen auch und hat keine strafrechtlichen Konsequenzen. Man muss keine Mund zu Mund/Nase machen (bei Erwachsenen) , der Sauerstoffgehalt reicht bis zum Eintreffen der Rettungskräfte in der Regel aus . Aber anfangen zu drücken sollte man auf jeden Fall, denn alles was zählt ist, einen Kreislauf aufrecht zu erhalten . Jeder weiß was passiert, wenn der Kreislauf zu lange steht.

Degirb Gnoleic Kerstin Richert Zumindest doch 110 wählen wird doch jeder können??? :-( Erschütternd …. könnt heulen ….

Kerstin Richert Lieber 112 . Aber ja, das ist wirklich das Mindeste. Ich kann so ein Verhalten auch nicht im Ansatz nachvollziehen

Miguel Santana Widerlich wie herzlos man sein kann. Wer nichts macht, macht vieles/alles falsch. Wer was macht kann was falsch machen, aber das ist immer noch die bessere Option. Ich denke mal das die Nummer 112 (direkter als 110 weil Feuerwehr) jedem bekannt sein dürfte.

Yvonne Rempe Das darf echt alles nicht wahr sein …Es wird immer besser hier !!!!!! FREMDSCHÄMMODUS OHNE ENDE …..!!!????!!!…..
Susanne Appelstiel Ich kann überlegen wie ich will, ich kann es nicht verstehen :-(

Bianca Wald Ich hoffe sie erhalten die Höchststrafe. Es muss mal ein Zeichen gesetzt werden
Sarah Meinecke Gehören weg gesperrt.

 
Barbara Sahl Na bin mal gespannt was die drei als Ausrede bringen warum sie dem Mann nicht geholfen haben…. Na vielleicht schlechte Kindheit ….. wenn die alle auch noch Kinder haben weiss nan jetzt schon wie die Erziehung löuft… traurig…
Marc Weber Die Höchststrafe für alle angeklagten

Kommentare (4)

  • Helmut Brune

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    Wir alle haben Heutzutage ein Handy bei uns. Da könnte man doch wenigstens den Notruf anrufen und Hilfe in die Wege leiten. Man muß ja nicht gleich Reanimieren, wenn man nicht weiß wie das geht. Offenbar ist es doch ein Trend, daß wir uns immer mehr von der Aussenwelt abschließen und uns nur mit den eigenen Gedanken beschäftigen. Eine Besorgniserregende Entwicklung.

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    • Silvia Rinke

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      Gottlob haben wir immer wieder auch Gegenbeispiele. Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann – ich hoffe es nicht. Hier, ein Beispiel von vielen – http://rundblick-unna.de/lob-fuer-lebensretter-trio…/

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      • Silvia Rinke

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        Und wer in die Suchmaske auf unserer Website „Retter“ eingibt, findet eine Menge weiterer tröstender Berichte.

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  • tipra

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    Vielen Zeitgenossen scheint die Fähigkeit abhanden gekommen zu sein, für andere Menschen Empathie zu empfinden. Möglicherweise können sie noch nicht einmal etwas mit dem Begriff anfangen. Einfach nur traurig.

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