Rundblick-Unna » Statt Tempo 30 auf Hauptstraßen Dialog mit den Bürgern: Wie reduzieren wir Verkehrslärm?

Statt Tempo 30 auf Hauptstraßen Dialog mit den Bürgern: Wie reduzieren wir Verkehrslärm?

Tempo 30-Zonen auch auf Hauptverkehrsachsen – diesen Plan, innerstädtischen Verkehrslärm zu reduzieren, wird die Stadt Unna vorerst nicht weiter verfolgen.

Denn der Widerstand des Landes ist allzu klar. Der sogenannte „Lärmaktionsplan“ soll nun im Rahmen einer Bürgerversammlung im Dialog mit den Unnaern besprochen werden. Heute Abend kam er im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr nochmals auf den Tisch.

Ergebnis:  Die Verwaltung möchte die Öffentlichkeit über den Ist-Zustand zum Lärmaktionsplan informieren und die Stimmung und Stimmen der Bürger einfangen. Damit es für die Anwohner verkehrsreicher Straßen leiser wird, gibt es mehrere Möglichkeiten: Schallschutzfenster (teuer), alternativ eben Temporeduzierung (billig und rasch zu realisieren – daher von der Verwaltung bisher favorisiert). Als in Frage kommende Straßen hatte die Stadt Abschnitte der Friedrich-Ebert-, der Kamener- oder der Kleistraße in Massen favorisiert, zudem den Verkehrsring.

SPD und Grüne konnten sich durchaus mit der Idee anfreunden, die CDU war strikt dagegen, verwies auf steigende Abgasbelastungen und den Zwang, dann flächendeckend kontrollieren zu müssen, da sich an Tempo 30 z. B. auf dem Ring freiwillig ohnehin kaum jemand halte. Das Land als verantwortlicher Lastenträger für überörtliche Straßen hatte den eifrigen Tempo 30-Plänen der Stadt dann schnell einen Dämpfer verpasst – und gegen Windmühlen will man im Rathaus nicht ankämpfen.

Die Freie Liste Unna (FLU) hofft nun auf eine neue Chance für ihren Vorschlag, Flüsterasphalt zu verbauen. Paul Raupach, Verkehrsexperte der SPD, fand die Idee heute durchaus überlegenswert. Bei den vorangegangenen Sitzungen fand der geräuschmindernde Straßenbelag keine Anhänger, weder bei der Verwaltung noch bei der Politik.

Die Stadt erinnerte an einen Versuch mit Flüsterasphalt vor vier Jahren an der Morgenstraße; dieser sei nicht wirklich zufriedenstellend verlaufen. Man wollte  keinerlei Experimente wagen. Schließlich sei der lärmreduzierende Asphalt auch eine Kostenfrage (ca. 15 Prozent teurer als herkömmlicher). Die FLU setzt nun darauf, dass bei einer Bürgerinformation alle Alternativen ergebnisoffen diskutiert werden. Einen Termin für diese Versammlung gibt es noch nicht.

Tempo 30 Selbstversuch (19)

Auf Hauptverbindungsstraßen wie der Friedrich-Ebert- (im Bild) und Kamener Straße – B233 – will das Land kein Tempo 30 zulassen. Die Stadt hatte sich überlegt, mittels Temporeduzierung auch den Verkehrslärm zu reduzieren. Dazu soll es jetzt eine Bürgerversammlung geben.

Kommentare (5)

  • Raphael Bolte via Facebook

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    Unsere liebe Stadtentwicklung soll sich erst mal um den Acker, den er Strassen nennt kümmern! DANN kann man über Lärmreduzierung sprechen! Ich vermisse die Niederlande 😉 DAS sind Strassen!!!

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Ha ha ha, Ralph Bolte, ich lebe in den Niederlanden. Soweit ich mich erinnern kann, war die Friedrich-Ebertstrasse schon immer viel befahren. Wenn man da etwas tun kann um die Anwohner zu entlasten, wäre ich dafür. Ich wundere mich aber, warum da erst jetzt klagen kommen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Da kommen keine Klagen, sondern die Stadt muss den Lärmaktionsplan umsetzen.

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    • Mike

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      Ich denke Raphael meinte er, die Strassen erstmal korrekt in Stand zu setzen, das würde auch schon viel bringen wenn da nicht im minutentakt die LKW durch die Schlaglöcher donnern und die Tassen im Schwank davon wackeln

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  • Mike

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    Solangsam weiss man in Deutschland echt nicht mehr wie Absurd es noch werden soll, Hauptverkehrsstrassen sind wichtige Verkehrsachsen und Säulen der Wirtschaft, nur weil viele Anwohner jetzt Rentner sind und jeden Tag selber nicht mehr pendeln müssen wollen sie es vor der eigenen Tür ruhiger haben, kann man alles verstehen, aber Infrastruktur ist einer der wichtigsten Faktoren der Wirtschaft, jetzt den Verkehr einzubremsen wäre fatal.
    Ich hatte die Tage eine nettes Gespräch, ob der Bekannte der so für Tempo 30 und Tempo 100 auf Autobahnen ist das denn auch gut fände wenn er noch täglich zur Arbeit müsse, nein natürlich nicht da würde man ja verrückt werden sie kriechen zu müssen und dann musste er zugeben, daß er im eigenen Wohngebiet wo Tempo 30 ist mit 50 geblitzt worden ist und das nicht zum ersten Mal und da ist Tempo 30 nicht aus Lärmschutz sondern wegen der Kinder und des Spielplatzes und solche Leute fordern sowas aber selber natürlich nicht dran halten…

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