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Stadtrat Herdecke will Künstlerhaus bewahren: Keine Nutzung für Flüchtlinge, sondern Kaufangebot an Künstlerin

Überraschende Wende im Fall des gekündigten „Künstlerhauses“ in Herdecke, das Asylunterkunft werden sollte. Die Lokalpolitik stellt sich den Plänen der Stadt entgegen.

Der Stadtrat forderte die Verwaltung auf, das Haus der Künstlerin Sofia Kouldakidou  – die seit 18 Jahren darin wohnt und arbeitet – zum Kauf anzubieten. Die ehemalige Schule sollte eigentlich Unterkunft für ca. 20 Asylsuchende werden, deswegen kündigte die Stadt der langjährigen Mieterin den Mietvertrag. Dagegen stemmte sich aber jetzt der Stadtrat. Die Aufgabe des bekannten „Herdecker Künstlerhauses“ und seine geplante Umnutzung als Flüchtlingsunterkunft hatte unter Künstlern und Kunstfreunden weither für Betroffenheit, Unverständnis und auch Zorn gesorgt.

Vor 14 Tagen berichteten wir über den Entschluss der Stadt wie folgt:

Eine Künstlerin aus Herdecke und ihr Mann müssen eine alte Schule räumen, die sie 18 Jahre lang bewohnt haben. Grund: Die Stadt benötigt das Gebäude als Unterkunft für Asylbewerber. Wie der WDR Dortmund heute berichtet, haben Sofia Kouldakidou mit ihr Mann aus diesem Grund nach 18 Jahren die Kündigung des Mietvertrags erhalten.

Die Malerin und Bildhauerin lebt und arbeitet in dem alten Schulgebäude. 270 Quadratmeter dienen ihr Wohnraum und Atelier. Die Ausstellungen, Lesungen und Konzerte in der alten Schule wurden laut Aussage der Künstlerin auch von Kunstinteressierten aus Dortmund, Witten, Hagen und Bochum regelmäßig besucht.

In die Renovierung haben die Künstlerin und ihr Mann viel Zeit, Geld und Herzblut gesteckt. Sie mieteten das Haus vor 18 Jahren praktisch als Ruine an, renovierten es mit großem Einsatz und viel Liebe, wollten es nach vier Jahren auch kaufen – doch die Stadt wollte nun nicht mehr verkaufen.

Kurz vor Weihnachten 2015 sei Sofia Kouldakidou ins Rathaus zu einem Gespräch gebeten worden, berichtet der WDR. Ihr sei mitgeteilt worden, dass ihre Wohn- und Arbeitsstätte in Zukunft als Flüchtlingsunterkunft benötigt werde. „Ein Schock für die Künstlerin, die vor 35 Jahren ihre Heimat in Griechenland verlassen hat, um in Deutschland zu studieren“, heißt es in dem Bericht. Vor vier Wochen sei dann die schriftliche Kündigung gekommen. In 9 Monaten muss das Paar sein liebevoll hergerichtetes Künstlerdomizil geräumt haben.

Wie viele andere Kommunen sucht auch Herdecke händeringend nach Wohnraum für Asylsuchende. Zu den derzeit 450 werden nach Stadtprognose bis zu 600 in diesem Jahr hinzukommen. Der Druck sei groß, so die Stadt. Leere Wohnungen seien nicht mehr vorhanden. Mindestens 20 Asylsuchende sollen in der alten Schule unterkommen.

http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/wdr-nachrichten-ruhrgebiet-102.html

 

 

Kommentare (5)

  • Hans Kammler via Facebook

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    Was ist denn da los? Mal Politik für und nicht gegen deutsche??

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  • Marc hart

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    Ja soll auch mal vorkommen….aber es wird langsam echt doof mit den Räumlichkeiten,es sind zuwenig,für zuviele Flüchtlinge! Man sollte.echt schauen wie man’s hinbekommt ohne den Rest der BEVÖLKERUNG großartig zu verkaspern, oder leiden zu lassen! Grüße aus herdecke!

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  • Kleiner Sparer

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    Ohne der Frau jetzt zu Nahe treten zu wollen, aber sie ist Griechin und keine Deutsche. Hieße sie Hildemarie Müller, wäre sie rausgeflogen. Dennoch freue ich mich für das Ehepaar. Sie haben aus einer Ruine einen so wundervollen Ort gemacht, dass es einfach ein Jammer wäre diesen nun an einfach an illegale Einwanderer zu verschwenden.

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  • Maxe

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    Schade! Das wäre die richtige Medizin für die bunt besoffenen, weltoffenen Idioten gewesen.

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  • ManInTheMoon

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    Mich persönlich würde mal interessieren was die beiden für die 270 qm große Wohnfläche die zudem noch über ein beachtliches Grundstück verfügt, was in dem oben stehenden Artikel nicht erwähnt wird, denn wohl so an Miete zahlen müssen. Hierzu muss man nämlich anmerken, dass sich die Schule am Ahlenberg der teuersten Wohngegend in ganz Herdecke befindet. Das Wohnen können sich hier nur sehr wohlhabende Menschen wie z. B. Unternehmer, Politiker und auch Fußballprofis leisten. Wie schafft es da ein Künstlerehepaar, mit unregelmäßigem und vermutlich auch nicht utopischem Einkommen wie dem eines Fußballprofis, dort gar zur Miete zu wohnen? Hat sich hier wohl die Nähe zu den wohlhabenden und damit auch einflussreichen Nachbarn aus Politik und Wirtschaft bezahlt gemacht? Das hier jetzt fleißig Unterschriften gegen die Nutzung für Flüchtlinge gesammelt werden, erfüllt neben dem Erhalt des Künstlerhauses noch einen weiteren wichtigen Zweck für die Menschen am Ahlenberg. Und zwar gelingt es so noch nebenbei die Flüchtlinge aus dem eigenen Sichtfeld fernzuhalten.

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