Rundblick-Unna » Stadtfest Unna 2015: Heizpilze, heißer Met und singin´ in the rain

Stadtfest Unna 2015: Heizpilze, heißer Met und singin´ in the rain

Das Mega-Stadtfest 2014 war ohnehin kaum noch zu toppen gewesen. In diesem Jahr sorgte die sehr unangenehme Kombi aus kalt und nass freilich für eine etwas arg abrupte Rückkehr zum Normalzustand.

„Wenn schlechtes Wetter ist, ist Stadtfest. Das war früher die Regel“, ließ Dauerorganisator Uwe Leise die Stadtfest-Wetterhistorie kurz Revue passieren. Freilich – und so fing Marketingchef Horst Bresan die kleine Bilanzpressekonferenz am heutigen Mittag an: „Man merkte natürlich schon, dass deutlich weniger Besucher in der Stadt waren.“

Stadtfest 2

Kalt – Samstagabend gegen 22 Uhr gerade noch 11 Grad – windig – plus nass dazu ist eben brrr, ungemütlich und eher heißgetränketauglich, und so wurde am Bierstand auf dem Kirchplatz tatsächlich nach Glühwein gefragt, bestätigte Bresan. Den gab´s dann nicht. „Aber wir haben Heizpilze aufgestellt. Es war den Mitarbeitern dort anders nicht zuzumuten.“

Stadtfest10

Ein Prosecco zum 7. Hochzeitstag! „Leierkasten-Robby“ Ralf und sein Ralf ließen sich ihren Jubeltag nicht vom Wetter vermiesen.


 

Der Kirchplatz war zum Leidwesen der Winzer aus Enkirch der ungemütlichste Verweilort, den man sich zu diesem nass-kalt-windigen Stadtfest aussuchen konnte, denn der Wind pustete derart heftig ums Kirchengemäuer, dass es auf dem Platz und vor den Winzerbuden kaum auszuhalten war.

„Bisschen kalt – ist nicht schlimm. Bisschen Regen – auch nicht. Aber die Kombi… nee, nicht schön!“, brachte Ursel Conrads vom Weingut in Enkirch das Wettermalheur auf den Punkt – und legte beim Entkorken einer süffigen Rieslingflasche denn doch lachend ein spontanes Tänzchen hin.

Stadtfest 12

Stadtfest11

Sehr viel angenehmeres Aufhalten war zehn Schritte weiter im Nicoali4tel, wo sich die Besucher windgeschützt muckelig aneinanderdrängten.Am Rathausplatz mutierte der riesige, Ufo-ähnlich illuminierte Stadtwerkeschirm zum gigantischen Regenschirm: „An den Rändern tropfte das Wasser runter, drunter tanzten die Leute und hatten Spaß“, schildert Horst Bresan die erleichternd ausgelassene Partystimmung vor der „deutschen Bühne“, auf der es mit Schlager(-parodien) und rasanten Pop-Nummern der Kälte zum Trotz bestens zur Sache ging.

Stadtfest9

Warmzappeln nennt man das, und die Band („Van Baker“) gab mit ihren schrillen Schlagerparodien buchstäblich alles: Ein Plateauschuh ging im wilden Abhotten zu Bruch, berichete Danni Guidara vom Stadtmarketing heute Mittag lachend und hielt das Beweisstück hoch.

Stadtfest 4

Auf dem Alten Markt, wo im vorigen Jahr bis nach Mitternacht kein Durchkommen war, klafften diesmal ungewöhnlich große Lücken; hatte den Vorteil, dass man überall dran und ran und ohne puffen und knuffen durchkam. Standbetreiber wie der Frozen Yoghurt-Mann konnten einem leid tun, die vertraglich fixierte Öffnungsdauer bis Mitternacht hielten die Mitarbeiter hier verständlicherweise nur mit langen Zähnen durch.

Stadtfest 3

Am sommerlichen Cocktailstand daneben herrschte ähnliche Tristesse – hier wärmte sich ein Mitarbeiter selbst die klammen Finger an einer dampfenden Tasse. Glühwein…? „Pfefferminztee“, lachte er.

Gewonnen hatte auch der Betreiber des Met-Bude auf der Bahnhofstraße, wo sich zwei Unnaerinnen in dicke Daunenjacken eingepackt buchstäblich eingenistet hatten. „Wenn wir jede drei Met getrunken haben, kriegen wir ein Met-Horn“, lachte Doris (55).

Durch die Bank waren die Händler aber natürlich alle nicht zufrieden, gab Uwe Leise das Ergebnis einer ersten Stimmungsabfrage vom Sonntagmorgen wieder. „Es waren einfach insgesamt zu wenige Besucher da, und das merkten alle Anbieter am Umsatz. Tja.“ Er zuckte bdauernd die Schultern. „Schade.“

Stadtfest8 Stadtfest7

Zugleich ging es aber auch für die Ordnungs-und Rettungskräfte ganz ungewöhnlich ruhig zu: „Freitag Null Alarm, Samstag das Übliche, einige, die ein paar Bier zuviel hatten. Und eine nicht mal zweistellige Zahl an abgeschleppten Fahrzeugen.“

Und die einzige technische Panne passierte am Samstagmorgen nach dem ersten fetten Wolkenbruch des Tages auf dem Kirchplatz: Einem der drei Mosel-Winzer lief eine Dreifachsteckdose voll, und der folgende Kurzschluss legte kurzerhand die komplette Seite des Platzes lahm: Grill, Crépestand, Biertempel, Kühlcontainer und den eigenen Weinstand des Winzers.

Stadffest 7

 


… und hier noch einige Impressionen vom Stadtfestfinale am Sonntag!

Kommentare (8)

  • Timo

    |

    Alles schön und gut mit dem Stadtfest, aber wenn das Kinderprogramm am Rathaus die Kinderohren mit über 90 dB belastet, und die Kinder einen Gehörschaden fürs Leben bekommen ist das einfach Scheiße.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      … das war ziemlich laut, ist uns im Büro direkt der Bühne gegenüber heute Mittag auch aufgefallen…

      Antworten

    • Tobias

      |

      dB(A) oder dB(C)?
      Geeichtes und kalibriertes Messgerät dabei gehabt?

      Antworten

  • Tim M Art via Facebook

    |

    Das gleiche Spiel wie beim Weihnachtsmarkt, Veränderungen würden dem Ganzen sicherlich mal gut tun 😉

    Antworten

  • Anne Kaffeekanne via Facebook

    |

    Die Situation mit den Rollitoiletten muss sich ganz dringend ändern!!! Die gibt es nämlich kaum !!

    Antworten

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Ich hab nur den Sonntag erlebt und der war trotz Regen, Wind und unangenehmen Temperaturen doch sehr schön.

    Antworten

Kommentieren